Schließen
Um Ihre Registrierung abzuschließen, gehen Sie in Ihr E-Mail-Postfach und folgen dem Link in der Bestätigungsmail. Danach können Sie den Artikel frei lesen. E-Mail erneut senden
Präsentiert von

Freiwillige Feuerwehr im Kreis Pinneberg: Vom Neuling zum Retter

Schritt für Schritt: Niemand wird ins kalte Wasser geworfen. Anfänger werden bei den Freiwilligen Feuerwehren langsam an die Aufgaben herangeführt und von erfahrenen Kräften begleitet. Symbolfoto: imago stock&people

Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau werden: Anforderungen, Grundausbildung und Einsatzalltag bei den Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Pinneberg

Die Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Pinneberg retten Menschen aus Unfallautos, löschen Brände oder beseitigen Sturmschäden. Aber wie wird man Feuerwehrmann? Kann das jeder? Und müssen Neulinge sofort ins brennende Haus? Kay Grabowski, Wehrführer der Feuerwehr Bilsen, hat Vorstellungen und gibt Tipps.

Unternehmen aus der Region

Wer kann Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau werden?

Grundsätzlich stehe der Dienst jedem offen, sagt Kay Grabowski. Grabowski. Dennoch gibt es formale und persönliche Voraussetzungen. Aktive Einsatzkräfte müssen zwischen 18 und 67 Jahren alt sein; danach folgt der Wechsel in die Ehrenabteilung. „Es spricht aber nichts dagegen, wenn jemand mit 55 noch in die Feuerwehr eintritt“, meint zwei Grabowski. „Nach Jahren Grundausbildung hat man dann immerhin noch zehn aktive Jahre. Körperliche Fitness ist wichtig. Es wird kein Leistungssport verlangt, aber eine Treppe sollte man ohne Atemnot herauflaufen können. „Die Bürger erwarten professionelle Hilfe von uns. Wenn wir bei der Ankunft erst einmal mit unserem eigenen Körper zu tun haben, dann ist das nicht gut“, erklärt Grabowski.

Unternehmen aus der Region

Auch das Mindset muss stimmen: „Es gibt immer einen Grund dafür, dass wir gerufen werden. Und das ist meistens kein schöner“, stellt Grabowski klar. Wer bei schweren Unfällen oder Bränden einen kühlen Kopf bewahrt, kann kompetent helfen.

Die Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Pinneberg sind rund um die Uhr einsatzbereit – und dafür braucht es auch in Zukunft genügend Nachwuchs. Symbolfoto: Soeren Stache/dpa
Die Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Pinneberg sind rund um die Uhr einsatzbereit – und dafür braucht es auch in Zukunft genügend Nachwuchs. Symbolfoto: Soeren Stache/dpa

Wie wird man Feuerwehrmann?

Die Grundausbildung zum Truppmann erfolgt zentral für alle Wehren des Kreises in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Tornesch-Ahrenlohe. In Wochenendlehrgängen werden Themen wie Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung, Funk und Erste Hilfe geschult.

Die komplette Ausbildung zum Truppmann (Teil 1 und 2) umfasst 150 Übungsstunden und dauert meist zwischen ein und zwei Jahren.

Wie viel Zeit kostet eine Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr? 

Man unterscheidet zwischen planbaren und unplanbaren Terminen. Planbar sind die Übungsdienste, die etwa in Bilsen an jedem dritten Montagabend stattfinden. Unplanbar sind die Einsätze. „Der Arbeitgeber muss uns für die Einsätze freistellen. Aber das heißt nicht, dass jeder Feuerwehrmann bei jedem einzelnen Einsatz dabei sein muss“, erklärt Grabowski.

Er leitet den Einkauf einer Baumschule und rückt in der Saison nicht für Kleinigkeiten aus: „Wenn es jedoch darauf ankommt, bin ich natürlich zur Stelle.“

Über eine App geben die Einsatzkräfte Rückmeldung, ob sie an dem Einsatz teilnehmen können und wie schnell sie verfügbar sind.

Dennoch warnt Grabowski: „Wer regelmäßig 60 Stunden pro Woche arbeitet, sollte überlegen, ob Feuerwehr wirklich das Richtige für ihn ist.“

Werden Anfänger direkt ins brennende Haus geschickt?

Nach dem ersten Teil der Grundausbildung sind Einsätze möglich, aber kein Anfänger wird überfordert. „Man sollte sich dafür fit fühlen und sich mit seinem Einsatzleiter absprechen“, rät Grabowski. Neulinge können am Fahrzeug bleiben oder erfahrene Kameraden begleiten. Auch bei emotional belastenden Lagen ist Zurückhaltung erlaubt.

Werden Feuerwehrleute überhaupt gesucht?

Auf jeden Fall. Und zwar ganz unabhängig davon, welche Vorerfahrungen sie mitbringen. „Wir sind ein Team und ergänzen uns gegenseitig“, erklärt Grabowski. „Das ist das Tolle an der Freiwilligen Feuerwehr.“ In Bilsen gibt es derzeit 38 aktive Feuerwehrleute. Das Interesse an der Jugendfeuerwehr sei zwar hoch. Jedoch: „Leider verlieren wir viele Jugendliche kurz vor dem Eintritt in den aktiven Dienst, weil sie die Doppelbelastung mit Ausbildung und Beruf scheuen.“

Cornelia Sprenger


Meine Favoriten:
Alle Orte: