Wenn es um die Zukunft unserer Wirtschaft geht, blickt Schleswig-HolWick stein direkt in die Mitte des Landes. Mit der geballten Power von gleich drei Berufsbildungszentren darf sich Neumünster durchaus Hauptstadt der beruflichen Bildung im echten Norden nennen. Tausende junge Menschen holen sich hier täglich genau das praktische Rüstzeug, das auf dem modernen Arbeitsmarkt so händeringend gesucht wird. Wir haben uns in den Schulen der Schwalestadt umgesehen und mit jungen Menschen gesprochen, die dort an ihrer Zukunft schmieden.
Isabelle Heine (37) aus Kiel befindet sich aktuell im dritten Lehrjahr ihrer Ausbildung zur Tierpflegerin mit der Fachrichtung Zoo und besucht einmal pro Woche die Elly-Heuss-Knapp-Schule. Die Ausbildung findet die 37-Jährige „super interessant“, weil sie die Arbeit mit Tieren liebt. „Man muss sich immer auf die Tiere einstellen und lernt dabei eine Menge über sie und auch sich selbst“, sagt Isabelle Heine. Außerdem schätzt sie die körperliche Betätigung. Ihr besonderes Interesse gilt einer eher ungewöhnlichen Tierart: den Mollusken. „Ich interessiere mich für Weichtiere und ganz besonders für Schnecken. Mein Lieblingstier ist eine Achat-Schnecke, aber ich liebe alle Tiere“, erzählt sie. Besonders schön findet sie im Tierpark die Zeit, wenn die Jungtierzeit beginnt.

FOTO: MICHAEL RUFF

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Jella Lehmann (21) aus Negenharrie befindet sich im dritten Lehrjahr und absolviert eine Ausbildung zur biologisch-technischen Assistentin (BTA). Schon immer hat sie sich für Naturwissenschaften und Medizin interessiert, die Ausbildung bietet der 21-Jährigen die Möglichkeit, diese Interessen zu verbinden. Nach ihrer Berufsausbildung möchte Jella Lehmann noch ein weiteres Schuljahr an der „Elly” absolvieren und hat dann sogar ihr Abitur in der Tasche. Die beruflichen Möglichkeitennach der BTA-Ausbildung sind vielfältig. „Wir können überall dort arbeiten, wo Laborarbeit gefragt ist - beispielsweise in der Forensik, bei der Polizei, in der Hämatologie eines Krankenhauses, in der Milchanalytik oder in der wissenschaftlichen Forschung“, erklärt Jella Lehmann. Für Jella ist die Ausbildung deshalb eine gute Verbindung aus Theorie und Praxis und eröffnet ihr verschiedene berufliche Perspektiven.
Zilan Kilic (21) aus Neumünster absolviert eine dreijährige Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten. Die Auszubildende im zweiten Lehrjahr lernt in einer Kanzlei in Neumünster und besucht derzeit an zwei Tagen pro Woche die Theodor-Litt-Schule. „Eigentlich wollte ich Jura studieren. Aber mit der Ausbildung bekomme ich einen super Einblick in die Rechtswissenschaft“, sagt sie. Besonders spannend finde sie, „zu erfahren, wie Deutschland organisiert und geordnet ist und wie viel Recht einem im Alltag begegnet“. Besonders interessieren sie derzeit das Notariat und das Strafrecht.
Fabienne Marten (25) aus Pinneberg ist im zweiten Lehrjahr ihrer dreijährigen Ausbildung zur Drogistin und hat den Beruf durch einen Schülerjob kennengelernt. Sie lernt in einer großen Drogerie-Kette und absolviert den Unterricht blockweise. „Mich interessiert besonders der Einblick in die Arzneimittelkunde und die Inhaltsstoffe von freiverkäuflichen Pharmaprodukten“, sagt sie. Und außerdem: „Ich arbeite total gerne mit Menschen zusammen und liebe es, zu beraten und die Reaktionen sofort aufzufangen.“