Feuer im Bahnbereich an einem Güterzug“ – Alarm für die Feuerwehr Prisdorf: Wie sich herausstellt, ist an einem Waggon eine Bremse heiß gelaufen und hat Feuer gefangen. Sofort fahren drei Einsatzfahrzeuge zum angegebenen Ort, dem Bahnübergang Peiner Hag. Dort hat der Lokführer den Brand schon mit einem Pulverlöscher erstickt. Die Feuerwehr kühlt noch einige heiße Stellen, nach kurzer Zeit kann Einsatzende gemeldet werden.
Ein Fall aus den vergangenen Jahren im Bereich der vielbefahrenen Bahnstrecke, die auf rund 30 Kilometer Länge durch den Kreis Pinneberg führt. Die hier zuständigen fünf Feuerwehren, deren Orte unmittelbar an der Strecke liegen, sind für solche und andere Fälle gut ausgestattet.
Bei dem Einsatz in Prisdorf – so erinnert sich Wehrführer Tim Hoyer – wurde sicherheitshalber mit einer Wärmebildkamera überprüft, ob an dem Zug noch Brandgefahr bestand. Nachdem einige heiße Stellen mithilfe eines C-Rohres gekühlt worden waren, konnte Entwarnung gegeben werden.

Es gibt eigens einen „Gerätewagen Bahn“
Zuvor schon konnte der zusätzlich alarmierte Gerätewagen „Bahn“ des Kreisfeuerwehrverbandes, der in Pinneberg-Waldenau stationiert ist, über Funk wieder abbestellt werden. Das Fahrzeug rückt zu Einsätzen und Übungen im Kreisgebiet aus, um die örtlichen Wehren bei Unglücken im Zusammenhang mit der Eisenbahn zu unterstützen und spezielles Equipment an die Einsatzstelle zu bringen.
In Waldenau steht ebenso für derartige Zwecke ein Mehrzweckfahrzeug „Führung-Rüst/Bahn“ zur Verfügung. Dazu gehört ein Einsatzzug mit speziell für Bahn-Einsätze ausgebildeten Feuerwehrleuten, wie Pinnebergs Wehrführer Claus Köster erläutert.
Kurz vor dem Jahreswechsel, so berichtet Köster, kam der Gerätewagen „Bahn“ zusammen mit anderen Fahrzeugen in Pinneberg zum Einsatz, als – ähnlich wie seinerzeit in Prisdorf – bei einem Zug Bremsen heißgelaufen waren.
Als wichtige Hilfsmittel für Arbeiten im Bahnbereich gelten bei den Wehren kleine Loren, die wie Draisinen auf Gleisen fahren können. Mit ihnen können Geräte, notfalls aber auch zum Beispiel verunglückte Menschen, transportiert werden. Die Feuerwehr Halstenbek, ganz im Süden des Kreises und an Hamburg angrenzend, verfügt zum Beispiel über zwei solcher Schienenfahrzeuge, sagt Wehrführer Torsten Seck.
Besonders aber weist er für den Fall von Unfällen auf Bahngelände auf den Rüstwagen „Kran“ seiner Wehr hin. Er ist umfangreich mit technischem Gerät beladen. Zu den Einsatzmöglichkeiten gehört unter anderem das Auffangen oder Umpumpen von gefährlichen Stoffen und Gütern oder auch das Erden sowohl von Oberleitungs-Fahrdrähten als auch Stromschienen.
Im Bereich der Halstenbeker Feuerwehr verkehren Fernund Regionalbahn ebenso wie die S-Bahn mit ihren unterschiedlichen Stromsystemen. Regelmäßige Schulungen durch die Bahn sorgen auch bei den anderen Wehren dafür, dass die Einsatzkräfte im Notfall mit dem Thema Strom vertraut sind.
Gut ausgerüstet für Alarmierungen im Bahnbereich sieht auch der Wehrführer von Tornesch, Florian Jungclaus, seine Einsatzkräfte. Dort sorgte zuletzt vor 19 Jahren die Entgleisung eines Güterzuges mit Gefahrgut für Schlagzeilen. Drei von 21 Wagen hatten Chloressigsäure und eine andere Chemikalien geladen. 150 Kräfte – Feuerwehr auch aus der Nachbarschaft, Polizei und Technisches Hilfswerk – waren über mehrere Tage im Einsatz, um die Strecke zu räumen und die Gefahrstoffe zu sichern. Zwei Menschen wurden verletzt.
Auch heute setzt Florian Jungclaus neben dem eigenen Team auf die schlagkräftige Unterstützung – so auf den „Bahn“-Gerätewagen aus Pinneberg und beispielsweise seine Nachbarn aus Elmshorn, die ebenfalls über Personal und Hilfsmittel für schwere technische Rettung sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene verfügen.
Nicht immer sind es schlimme Notfälle, von denen die Feuerwehren in Atem gehalten werden. Auch beispielsweise bei einem defekten Zug, der auf freier Strecke evakuiert werden muss, ist die Feuerwehr zur Unterstützung der Bahn gefragt. Und für größere Einsätze, bei denen spezielle technische Hilfe und Ausrüstung erforderlich sind, steht nach den Worten von Elmshorns stellvertretendem Wehrführer Patrick Gravert auch das Technische Hilfswerk Elmshorn zur Verfügung.
Die Zentrale Koordinierungsstelle für Störungen und Unfälle im Bahnbereich ist in enger Abstimmung mit Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Behörden der Notfallmanager der Bahn.
Wolfgang Duveneck
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