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Weite, Wind und Wattenmeer

FOTOS: SIMONSEN

Archsum und Morsum werden gerne als das grüne Herz der Insel bezeichnet – und das stimmt auf - jeden Fall! Denn eine Wanderung am Morsum Kliff ist ebenso entspannend wie eine Schwimmrunde an der kleinen Badestelle oder ein ausgedehnter Spaziergang durch die Salzwiesen am Deich entlang. Reetgedeckte Friesenhäuser und noch intakte Bauernhöfe scheinen die Zeit überdauert zu haben und vermitteln ein schönes Bild von dem Sylt, wie es früher einmal war. Wer ganz genau hinhört, kann die Morsumer sogar noch Sölring, die Sprache der Inselfriesen, reden hören. Doch hinter dieser Idylle steckt jede Menge Syltpower, denn der Inselosten hat sich in den vergangenen Jahren zu einem begehrten Hotspot entwickelt, und vor allem die Häuser mit dem weiten Blick übers Watt sorgen für neue Dorfbewohner. 

Unternehmen aus der Region

Dass sie sich im Sylter Osten so wohlfühlen, liegt sicher auch daran, dass sich viele Einheimische für ein intaktes Dorfleben engagieren und neu Zugezogene herzlich in ihre Gemeinschaft aufgenommen werden. Bei Veranstaltungen, die rund ums Jahr vom Ringreiten bis zum bekannten Weihnachtsmarkt „Jööltir ön Muasem“ stattfinden, ist das Kontaktknüpfen mit den Archsumern und Morsumern eigentlich ein Kinderspiel – auch wenn man ihnen nachsagt, erst einmal eher wortkarg zu sein. -

Den Jahrestakt gibt vor allem die Natur vor und spielt in Restaurants dann auch gerne einmal die Hauptrolle bei saisonalen Gerichten. Und auch der Shoppingtrip fällt hier authentisch aus – von handgemachten Sylter Seifen bis hin zu Kunstwerken, Schmuck und köstlichen Backwaren gibt es im Sylter Osten alles, was im Urlaub die berühmte Kirsche auf der Torte ausmacht. Also - go east!


Morsum (Sylt)

Muasem

Harald Knoop

Harald Knoop kommt als Gästeführer häufig vom Festland auf die Insel, um Gästen von Sylts Besonderheiten zu erzählen. Dafür nimmt er den Zug und hält nach der Fahrt über den Damm direkt am Bahnhof von Morsum. Und der ist für den Husumer sein fast schon symbolischer Lieblingsplatz als Eingangstor zu Insel. Denn mit der Zugverbindung kamen und kommen nicht nur Menschen nach Sylt, sondern auch jede Menge Neuerungen vom Festland, die dann wiederum Einfluss auf das insulare Leben nehmen können.

Der Bahnhof wurde zur Fertigstellung des Hindenburgdamms 1927 als Empfangsgebäude mit Güterschuppen und Beamtenwohnung errichtet und sieht fast so aus wie seine Bahnhofsgeschwister in Keitum und Westerland. Obwohl er der kleinste der Sylter Bahnhöfe ist, begrüßt er als erster die Gäste in den ankommenden Zügen und verabschiedet sie, wenn sie beim Verlassen der Insel einen letzten Blick auf das Gebäude werfen und sich schon dann auf ihre nächste Reise nach Sylt freuen.

Was sich in Archsum und Morsum noch zu entdecken lohnt:

St.-Martin-Kirche

Eine der ältesten Kirchen Sylts aus dem 12. Jahrhundert mit einem schlichten, friesischen Baustil. Mehr dazu ab Seite 166.

Der Nössedeich

Ein historischer Schutzdeich aus den 1930er-Jahren, der tolle Ausblicke auf das Wattenmeer bietet.

Das Morsum-Kliff

Eine der ältesten geologischen Formationen Norddeutschlands mit beeindruckenden Farbschichten aus Sand, Lehm und Ton. Mehr dazu ab Seite 174.

Hügelgräber aus der Bronzezeit

FOTOS: STITZ/BRÜCKMANN; EGERER-FOTOGRAFIE/STOCK.ADOBE.COM
FOTOS: STITZ/BRÜCKMANN; EGERER-FOTOGRAFIE/STOCK.ADOBE.COM

Zeugen der frühen Besiedlung Sylts, verstreut in den Wiesen um Archsum und Morsum.

Traditionelle Friesenhäuser

Liebevoll erhaltene reetgedeckte Häuser, die das Dorfidyll prägen.

Salzwiesen und Marschlandschaften

Heimat vieler seltener Vogelarten, ideal für Naturliebhaber und Vogelbeobachter.

Bahnwärterhäuschen

In der Nähe des Hindenburgdamms befindet sich ein historisches Bahnwärterhäuschen, das an die Zeit erinnert, als der Bahnverkehr auf die Insel gebracht wurde.


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