Was ist die größte Herausforderung für die Stadtwerke bei der Wärmewende?
Die Herausforderungen sind vielschichtig – von der Diversifizierung der Wärmequellen, über die Dekarbonisierung bis hin zum allgegenwärtigen Fachkräftemangel. Meiner Meinung nach ist die größte Herausforderung für die Stadtwerke SH bei der Wärmewende die Umstellung auf klimafreundliche und nachhaltige Energiequellen, um die Kohlendioxid-Emissionen zu reduzieren und so die Energiewende voranzutreiben. Dies erfordert Investitionen in neue Technologien, Infrastruktur, aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren im Energiesektor. Es ist wichtig, dass die Stadtwerke als verlässliche Partner der Städte und ihrer Bewohnerinnen in der Vergangenheit jetzt innovative Lösungen entwickeln und sich an die sich verändernden Marktbedingungen anpassen, um diese Rolle auch in der Zukunft erfüllen zu können.
Was sind die größten Irrtümer mit Blick auf die Umstellung der Heiztechnologien?
Zu den größten Irrtümern zählt auf jeden Fall der Glaube, dass grüner Wasserstoff in Zukunft eine relevante Rolle in der Beheizung von Gebäuden spielen wird. Grüner Wasserstoff ist in seiner Herstellung äußerst energieintensiv und wird voraussichtlich nur in überschaubaren Mengen zur Verfügung stehen. Daher wird er ausschließlich im industriellen Maßstab in energieintensiven Sektoren eingesetzt werden, wo fossile Brennstoffe nicht durch Elektrifizierung ersetzt werden können – beispielsweise Stahlproduktion oder Flugverkehr.
Ein weiterer Mythos ist, dass Wärmepumpen im Bestand nicht einsetzbar sind. Natürlich ist es im Neubau leichter, weil dort alle Voraussetzungen für den Einbau von Wärmepumpen von vornherein mitgedacht werden können. Aber auch Bestandsgebäude können durch Wärmepumpen mit Wärme versorgt werden. Hier müssen dann verschiedene Faktoren beachtet werden, wie beispielsweise Vorlauftemperatur oder Gebäudeisolierung. Aber der Einsatz ist nicht von vornherein auszuschließen.
Was raten Sie Bürgern, die Sorgen vor Versorgungsengpässen haben?
Es ist verständlich, dass es Sorgen um mögliche Versorgungsengpässe im Zuge der Energiewende gibt. Die Umstellung auf erneuerbare Energien kann Herausforderungen mit sich bringen, aber es werden auch Maßnahmen ergriffen, um diese zu bewältigen. Nur sehen wir zum Beispiel bei unseren dänischen Nachbarn, wie die Energiewende bei vergleichbaren Vorzeichen – Klima, Baustruktur, Wirtschaftskraft – erfolgreich und versorgungssicher umgesetzt werden kann. Und von solchen Erfolgsmodellen im europäischen Ausland können wir uns Strategien abgucken, die uns den notwendigen Weg jetzt schneller bestreiten lassen.
Sind Sie personell auf die Energiewende eingestellt?
Es gibt viele Expertinnen, in der Verwaltung, bei den Stadtwerken und unseren Partnern, die sich intensiv mit diesem Thema beschäftigen und daran arbeiten, die Energiewende bei uns in der Region erfolgreich umzusetzen. Es ist ein Prozess, der Zeit und Engagement erfordert, aber es gibt auch viele Chancen und Potenziale, die sich aus der Energiewende ergeben. lti