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Udo Kempter: Persönliche Gespräche kann KI nicht ersetzen

Verantwortung für Digitalisierung und Datenkompetenz

Udo Kempter, Steuerungsvorstand der neuen Bank, ist unter anderem für die Gesamtbanksteuerung, die Interne Revision und den Vorstandsstab zuständig. Zudem befasst er sich mit der Einführung neuer Techniken.

Herr Kempter, wie viel künstliche Intelligenz (KI) steckt denn heute schon in Ihrer Bank?
Kempter:
Eine ganze Menge, auch wenn man es nicht immer direkt mitbekommt. Wir arbeiten mit riesigen Datenmengen, die wir auswerten müssen. Der Großteil dieser Auswertungen ist für interne Zwecke, zum Beispiel für die Risikofrüherkennung. Wir nutzen KI, um frühzeitig zu erkennen, wenn sich die finanzielle Situation eines Kunden in eine falsche Richtung entwickelt. Das ermöglicht es uns, rechtzeitig das Gespräch zu suchen. Das ist eine Art Frühwarnradar. 

Wie reagieren Kunden auf die sichtbare KI, also auf Chatbots oder Avatare, die im direkten Kundengespräch eingesetzt werden?
Kempter:
Unsere Chats auf der Webseite werden immer von Mitarbeitern betreut. Wir haben keine Bots oder Avatare, die mit Kunden kommunizieren. Das liegt daran, dass wir keine persönlichen und vertraulichen Informationen über diese Kanäle verarbeiten wollen. Wir glauben, dass der persönliche Kontakt gerade bei so wichtigen Themen wie Finanzen entscheidend ist. 

Wie wird der Datenschutz bei Ihnen gewährleistet, gerade wenn es um ausländische Server geht?
Kempter:
Das ist für uns ganz klar: Bei uns verlassen keine Daten die Landesgrenzen. Wir arbeiten mit unserem Rechenzentrum, der Atruvia AG, zusammen, das ausschließlich deutsche Server nutzt. Auch unser interner Datenschutzbeauftragter wird bei allen neuen Anwendungen eingebunden, um die strikten europäischen Datenschutzstandards zu garantieren.

Verwaltungssitz Husum.    VR BANK / MICHAEL RUFF
Verwaltungssitz Husum.    VR BANK / MICHAEL RUFF

Was wäre denn im Sinne des Kunden mit KI alles möglich?
Kempter:
Wir könnten mit Sicherheit sehr viel mehr Daten für den Kunden nutzen, um ihn proaktiv anzusprechen und ihm passgenaue Angebote zu machen. Allerdings sind wir hier noch in den Anfängen, da es bundesweit noch keine einheitliche Sicht auf die Nutzung von Kundendaten gibt. Wir verhalten uns da sehr zurückhaltend, bis die Rechtslage abschließend geklärt und eindeutig ist. Was wir uns aber schon gut vorstellen können, ist, dass KI uns bei der internen Analyse von Geschäftsdaten hilft. Zum Beispiel bei der Auswertung von Bilanzen, Jahresabschlüssen oder betriebswirtschaftlichen Auswertungen, die uns Kunden einreichen. Bisher machen das unsere Mitarbeiter, aber die KI könnte diese Daten schnell analysieren und die Kapitalfähigkeit eines Unternehmens bewerten.

Was wird Ihrer Meinung nach immer eine menschliche Domäne bleiben und nicht von Kl übernommen werden?
Kempter:
Das persönliche Gespräch. Wir reden mit unseren Kunden über höchst vertrauliche Angelegenheiten. Es geht um Altersvorsorge, Vermögensaufbau und auch um schwierige Situationen im Leben der Kunden. Da ist Empathie und das persönliche Vertrauen unverzichtbar. Eine KI sieht nicht die Mimik und Gestik, sie kann nicht nachempfinden, was in einem Menschen vorgeht. Auch wenn die KI uns bei vielen vorbereitenden Tätigkeiten hilft, wird der Mensch für die wichtigen, lebensverändernden Gespräche immer gebraucht.

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