Der Morgennebel zieht vom Meer an der Steilküste herauf und taucht die windgebeugten Bäume in ein mystisches Zwielicht. Wer jetzt im Ostseebad Nienhagen zum Strand spaziert, erlebt mit allen Sinnen, wie der „Gespensterwald“ zu seinem Namen kam.
Die Stämme der alten Bäume wurden durch den Seewind verformt, sind häufig einseitig gewachsen und haben ein schlangenhaft verdrehtes Geäst. Direkt hinter dem Wald beginnt ein reizvoller Wanderweg entlang der Steilküste. Doch nicht nur an diesem Küstenabschnitt zwischen Heiligendamm und Rostock-Warnemünde reicht der Wald bis an den Strand heran, auch weiter östlich sind solche wildromantischen Urlaubsregionen zu finden, zum Beispiel auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.
„In Mecklenburg-Vorpommern gibt es noch viele naturbelassene Strände“, weiß May-Britt Schaper vom Reiseportal Ostsee24. „Die Landschaft ist abwechslungsreich, von feinsandigen Dünen über steinige Strände voller Fossilien bis zu den berühmten weißen Kreidefelsen.“
Rügens weißes Gold

Die romantischen Gemälde von Caspar David Friedrich haben Rügens Kreidefelsen weltberühmt gemacht. Und auch 200 Jahre nachdem er sie gemalt hat, sind sie ein atemberaubender Sehnsuchtsort und das beliebteste Fotomotiv auf Deutschlands größter Insel. Die Kreide, das sogenannte weiße Gold, wird im Wellnessbereich eingesetzt und ist Rügens Exportschlager. Inzwischen wurde der angrenzende Nationalpark Jasmund mit seinem gewaltigen Buchenbestand zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
Rügens zerklüftete Küste ist durch zahlreiche Meeresbuchten, Landzungen stark gegliedert. Nicht nur in den bekannten Badeorten wie Binz, Sassnitz oder Sellin mit der Lagunen und mondänen Bäderarchitektur gibt es zahlreiche Unterkünfte. Es gibt zum Beispiel naturnahe Ferienwohnungen in ruhigen Dörfern, zum Teil auch unter traditionellen Reetdächern und oft in fußläufiger Entfernung zum nächsten Strand.
Usedom, die Badewanne der Berliner
In Sichtweite von Rügens liegt Usedom, zweitgrößte Ostküste Deutschlands Insel. Seit dem 19. Jahrhundert ist sie eine beliebte Ferienregion mit traditionsreichen Badeorten, fotogenen Seebrücken und dem augenzwinkernden Spitznamen „Badewanne der Berliner“. Die Anreise ist einfach, über zwei Autobrücken, den Bahnhof Züssow mit Anschluss an die Usedomer Bäderbahn, Fähren und sogar einen Flughafen. Doch die vielen Urlauber verteilen sich weiträumig am 40 Kilometer langen Sandstrand. Wer einen erholsamen, ruhigen und unabhängigen Urlaub abseits vom Trubel verbringen möchte, findet auf Usedom noch viel unberührte Natur.