Was in vielen Dörfern, Städten und Gemeinden seit einigen Jahren sehr gut funktioniert, nämlich die Nachbarschaftshilfe, das kann auch bei uns in Langwedel klappen, dachten sich im vergangenen Jahr einige Bürger aus Langwedel. Der Grundgedanke zu dieser Hilfsgruppe kam Anfang 2024: Wie können wir uns im eigenen Dorf gut und vor allem gegenseitig unterstützen. In einer Veranstaltung der unabhängigen Wählergemeinschaft Langwedel (UWL) unter dem Titel „Dialog und Daseinsvorsorge“ kamen um die 30 Bürger der Gemeinde zusammen, um über dieses Projekt zu beratschlagen. Aus dieser Gruppe bildete sich eine fraktionsunabhängige Arbeitsgruppe von zwölf Langwedelern. Diese informierten sich in anderen Gemeinden Schleswig-Holsteins, wo solche Nachbarschaftshilfegruppen bereits existieren. Im Sommer 2024 wurde an alle Haushalte in Langwedel ein Fragebogen versendet, in dem es um verschiedene Bereich ging, in denen die Bürger Hilfe brauchen könnten.
Hierbei kristallisierte sich heraus, dass das Thema Mitfahrmöglichkeit ein ganz erheblicher Punkt ist. Sei es zu einem Arztbesuch, die Fahrt zum Einkaufen oder zu sonstigen Veranstaltungen. Aber auch das Thema Freizeitbegleitung stand hoch oben auf der Wunschliste. Und vor allem die älteren Bürger wünschten sich Hilfe bei Handy- und Computernutzung. Als Nächstes stand die Überlegung an, wie diese Nachbarschaftshilfe in Langwedel ein-gerichtet werden könnte. Das Ergebnis wurde am 25. November im Rahmen einer Informationsveranstaltung vorgestellt.
Ab da ging es in die heiße Phase und es wurde ein vierköpfiges Organisationsteam, bestehend aus Wiebke Andersen-Schneede, Heike Hansen, Rainer Mittelstät und Torsten Sommer, gebildet. Trotz der kleinen Gruppe waren 13 Treffen nötig, um diese neue Institution in Langwedel zu etablieren. Es wurde ein Handy für den Telefondienst angeschafft, ein Flyer entworfen, ein genauer Ablaufplan geschrieben, ein Treffen aller Helfer organisiert und der Name Nala (Nachbarschaftshilfe Langwedel) gefunden. Seit dem 23. März 2025, mit der Verteilung der Flyer in der Gemeinde, ist die Nachbarschaftshilfe recht positiv angelaufen.
Mittlerweile hat sich ein fester Stamm von Helfern gefunden, die im letzten halben Jahr mehr als 30 Hilfeanfragen bearbeitet haben. Bis auf einige wenige Anfragen konnte den Hilfesuchenden geholfen werden. Hierbei ging es in erster Linie um Fahrdienste, Gartenarbeiten, handwerkliche Hilfe und Online-Unterstützung. Ebenso wurden Kinderbetreuung und Hundesitting angefragt und auch geleistet. Leider musste das Organisationsteam feststellen, dass gerade bei den älteren Bewohnern eine gewisse Hemmschwelle besteht, auf den Anrufbeantworter des Diensthandys zu sprechen. Ein kleines Ziel der Helfer ist es nun, diese Ängste der Senioren abzubauen.
Aber auch die Weiterbildung der Helfer steht hoch im Kurs und somit findet am 10. Januar 2026 ein Grundkurs für die von den Pflegekassen finanzierte Nachbarschaftshilfe sowie eine Informationsveranstaltung zum Thema „Was tun bei Pflegebedürftigkeit?“ im Sportlerheim Langwedel statt. Hierzu können sich interessierte Bürger unter der Tel. 0163 1724012 kostenfrei anmelden. Weitere Informationen zur Gruppe sind im Internet unter www.nachbarschaftshilfe-langwedel.de abrufbar.
Frank Afflerbach