Ampel oder Kreisverkehr an der beim Kreuzung Aldi-Zentrallager in Nortorf: Darüber wurde in jüngster Zeit emsig in der Stadt diskutiert. Ausgelöst wurde die Debatte vom Seniorenrat Nortorf. Die Mitglieder forderten bereits im Mai, dass an bestimmten Punkten in der Stadt Ampeln installiert werden, damit die Fußgänger besonders die viel befahrenen Straßen sicher überqueren können.
Dazu zählt auch die Itzehoer Straße. Laut Einschätzung des Seniorenrates sind die Wege dort bis zu nächsten Ampel sehr lang. Die Alternative: das Wechseln der Straßenseite bei dichtem Verkehr. Der Wunsch der Senioren: Fußgängerbedarfsampeln auf Höhe der Bäckerei Rönnau und des Autohauses Ihle.
Zahlen mussten her

Doch so einfach konnte der Wunsch nicht erfüllt werden. Denn für die Itzehoer Straße ist nicht die Stadt, sondern der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr zuständig, weil es sich um eine Landesstraße handelt. Bevor dieser jedoch tätig wurde, musste das Amt Nortorfer Land zunächst Zahlen zur Untermauerung des Antrags vorlegen. Also wurde im Juli vor den Sommerferien an den entsprechenden Stellen der Verkehr gezählt.
Für eine Ampel müssten Autos beim Einbiegen auf die Itzehoer Straße durchschnittlich länger als 30 Sekunden warten. Die Bedarfsampel für Fußgänger wäre darin enthalten. Und die Ampel wäre für die Behörde sogar kostenfrei, denn Aldi Nord würde die Kosten übernehmen. Als das Lebensmittelunternehmen 2021 an der Automeile sein Zentrallager baute, sicherte es vertraglich zu, auf eigene Kosten für mehr Verkehrssicherheit zu sorgen, wenn die Belastung durch den Lieferverkehr messbar größer werden sollte.
Die Ergebnisse der Zählung liegen nun vor und wurden auf der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung diskutiert. Denn das Gutachten ergab, dass die Autos beim Abbiegen durchschnittlich 45 Sekunden warten müssten. Zu lang für eine Ampel. Auch ein Kreisverkehr sei laut Gutachten nicht nötig.
Hoffen auf Hilfe vom Land
Die Nortorfer Kommunalpolitiker wollen den Wunsch des Seniorenbeirates damit jedoch nicht unerfüllt lassen. Sie wollen jetzt auf eigene Faust prüfen, ob Ampel oder Kreisverkehr trotzdem möglich sind. Dafür müsste jedoch der LBV zustimmen. Da Aldi als Finanzier ausscheidet, wünscht sich die Stadt eine Unterstützung vom Land.
Denn neben den Senioren berichtet auch die Freiwillige Feuerwehr Nortorf, deren Gerätehaus in der Kolberger Straße auf der anderen Einfahrt zur Kreuzung sitzt. So würden die Einsatzfahrzeuge besonders von Autofahrern aus Gnutz übersehen werden. Unabhängig von Ampel oder Kreisverkehr will die Stadt prüfen, ob eine Warntafel an der Kreuzung installiert werden kann, die auf die Fahrzeuge bei einem Einsatz hinweist.
Christina Köhn