AIs hätten sie geahnt, dass die Saison genau so enden könnte, erklärten die Verantwortlichen der SG Flensburg-Handewitt vor einem Jahr: Die Entwicklung hat Vorrang vor den Ergebnissen. Unklug war das nicht, denn hierauf kann die sportliche Führung nun verweisen.
Ja, die SG hat in einigen Bereichen Schritte nach vorne gemacht. Sie gibt auf und trotz aller Unruhen auch neben dem Feld wieder ein besseres Bild ab. Einige Spieler haben sich individuell weiterentwickelt, zukünftige Führungskräfte wurden identifiziert.
Dennoch gehen Verantwortliche, Mannschaft und Fans nachdenklich in die Sommerpause. Zwar hat sich die SG in der Handball-Bundesliga auf Platz drei verbessert. Anders als 2024 und 2025 wurde so mancher Makel aber nicht mit der European-League-Trophäe kaschiert. Noch ärgerlicher als der fehlende Titel ist die verpasste Champions-League-Qualifikation. Im fünften Jahr nacheinander gehen Flensburg ein Image-Gewinn und viele Euros durch die Lappen.
Mit Kapitän Johannes Golla und Torhüter Kevin Möller verlassen echte Identifikationsfiguren den Verein. Das Team von Trainer Ales Pajovic wird ein neues Gesicht bekommen.

Auch, wenn auf den ersten Blick im Kader Qualität verloren geht, muss das nicht schlecht sein. Alle, die es mit der SG halten, müssen die anstehende Erneuerung als Chance verstehen. Wie weit diese Erneuerung reicht, wird wohl erst der Sommer zeigen.
jas