Angekündigt und geplant hatte er es bereits im Sommer 2024 und dann im Januar 2025 tatsächlich auch gemacht. Uwe Stammer, „Der letzte Kaufmann vor Dagebüll“, aus Wyk hat mit vier weiteren Föhrern an der Dänischen Meisterschaft im Eisschwimmen 2025 teilgenommen. Am 24. Januar fuhren Angelika Falter, Inken Freytag, Bea und Clemens von Reusner mit Uwe von Föhr nach Faaborg auf Fünen in Dänemark. Zusammengefunden hatten sich die fünf bei „Schwimmen_mit_Uwe“, eine auf Föhr bekannte Gemeinschaft, die täglich bei Hochwasser an der Mittelbrücke in der Nordsee schwimmt.
Uwe musste kurz nach der Ankunft am späten Nachmittag in das vier Grad kalte Ostseewasser. „Ein Dreckswetter war es“, erinnert sich Uwe. Regen bei drei Grad Lufttemperatur. Er hatte sich für die Strecke 500 Meter Freistil gemeldet. „Das war eine Herausforderung“, berichtet Uwe. Es sei schon dunkel gewesen und mit seiner getönten Schwimmbrille habe er nichts mehr gesehen.



Da habe er von Kraulen auf Brustschwimmen wechseln müssen. Nach 11 Minuten und 43 Sekunden schlug er an. Dort nahm ihn Bea in Empfang. Sie war als die offizielle Begleiterin von Uwe gemeldet. Für die 500 und 1000 Meter Strecke müssen die Eisschwimmer eine Begleitperson melden, die dem Schwimmer nach der Strecke hilft. Also Bademantel und Handtuch reicht, für ein warmes Getränk und den schnellen Gang in die bereitgestellte Sauna sorgt. Unterstützung scheint auch nötig gewesen zu sein nach fast zwölf Minuten im vier Grad kalten Wasser. „Er war irgendwie wesensverändert“, erzählt Bea. Und während sich Uwe mit einem Finger an den Mundwinkel fasst, ergänzt er: „Sprechen war schwierig.“
Der Lohn für die Mühen war der zehnte Platz. Uwe war der einzige Deutsche in diesem Wettbewerb. Insgesamt waren zehn deutsche Schwimmer bei den Meisterschaften in Dänemark am Start. Das Team „Schwimmen_mit_ Uwe“ mit drei Frauen und zwei Männern von Föhr hat in Faaborg deutlich Flagge gezeigt.
Die etwas kürzeren Distanzen und damit kürzere Verweildauer in der eisigen Ostsee standen dann für alle fünf an den beiden darauffolgenden Tagen auf dem Programm. Inken hatte für die 25 Meter Brust, Angelika für 25 Meter Freistill und 50 Meter Brust und Bea für 50 und 100 Meter Brust gemeldet. Und auch Clemens und Uwe hatten sich sowohl für kurze 25 Meter Strecken als auch für längere 100 Meter Strecken gemeldet. Auf dem Siegertreppchen ist keiner der fünf gelandet.


„Die Atmosphäre war saugeil.“
Der Freude scheint das aber keineswegs geschadet zu haben. „Die Atmosphäre war saugeil“, erzählt Bea auf dem Rückweg nach Föhr auf der Fähre und Angelika schwärmt „von der Gemeinschaft der Eisschwimmer”. Und dass, obwohl Angelika behauptet: „Ich mag kein kaltes Wasser und friere eher schnell.“ Und Inken sagt von sich: „Ich bin nicht der Wettkampftyp.“ Beigetragen zu der guten Stimmung hat sicherlich auch der Veranstalter. Neben der Sauna am Hafenbeckenrand stand noch ein Hot Tub zum Aufwärmen bereit. Heißen Tee, Snacks und Obst gab es genug. „Die Organisation war richtig gut“, findet Uwe und Clemens ergänzt: „Die haben ordentlich Party gemacht.“
„Der Wettkampf bei den Deutschen Eisschwimmmeisterschaften im Februar 2024 hat mich angefixt“, beschrieb Bea ihre Motivation und ihr Mann Clemens hat sich mitreißen lassen: „Ich hatte nix mit Schwimmsport zu tun. Dänemark war mein erstes Schwimmevent.“ Es war nicht das letzte Schwimmevent von Clemens. Ende Februar fuhren er, Bea und Uwe wieder los. In Neuhermsdorf im Erzgebirge wurde die Deutsche Meisterschaft im Eisschwimmen ausgetragen. Und diesmal fuhr sogar der Eisschwimm-Nachwuchs mit. Der 14-jährige Sohn von Bea und Clemens war mit dabei. Fritz von Reusner und sein Freund Marc Olivier hatten sich anstecken lassen vom Eisschwimm-Virus der Oldies – mit vollem Erfolg. Die beiden Junioren belegten sowohl auf den 100 Metern Freistil als auch auf den 100 Metern Brustschwimmen die ersten beiden Plätze. Sabine Giesbert-Wilke
Instagram: schwimmen_mit_uwe