Kurz nach unserem Einstieg in die Firma ist dieser schon Thema gewesen. Während einer Dienstreise haben wir die ersten Ideen gesammelt. Kim meinte noch: Bis das bei Firma Hagge angekommen ist, dauert das noch! Es ging dann schneller als gedacht und einer unserer Werksstudenten hat sich mit diesem Thema innerbetrieblich auseinandergesetzt. Nachdem er eine Machbarkeitsstudie für uns durchgeführt hat, haben wir mit zwei Herstellern Kontakt aufgenommen. Uns war klar: Wenn Halle 2 als Projekt umgesetzt wird, dann wird auch ein Roboter angeschafft und firmenkonform modifiziert.“ Finanziell gefördert wird ein solches Invest übrigens über die IBSH Schleswig-Holstein.
Hagge Schweißbetrieb GmbH
Weitere Pro-Argumente basieren auf knallharten Fakten: Auf 8000 Quadratmetern Grundfläche sowie 2400 Quadratmetern Produktionsfläche wurden im vergangenen Jahr 4000 Tonnen an Material verarbeitet. Dabei gibt es erfahrungsgemäße Stoßzeiten, die mit der Unterschiedlichkeit von Projekten einhergehen. Die Arbeitsbelastung schwankt natürlich und ist davon abhängig, wie viele Montagen anstehen. „Wir haben im Prinzip immer ein bis zwei Montagetrupps im Einsatz“, resümiert Petersen und erwähnt, dass sich der Knick im Bauhauptgewerbe noch nicht bemerkbar macht. „Alle Kunden können jetzt von unserem neuen Schweißroboter profitieren.“ Dessen Effiziens ist immens: „Er schafft in der gleichen Zeit das dreifache eines Mitarbeiters. Was allerdings nicht bedeutet, dass wir Stellen reduzieren. Im Gegenteil!“ Für das Geschäftsführer-Duo war klar, dass niemand seinen Arbeitsplatz verlieren wird. „Wir möchten noch mehr Mitarbeiter einstellen und brauchen neue Kollegen“, sagt Björn Hagge mit Blick auf die Führung des Roboters während der Produktionsphase und Vorbereitung des zweiten Arbeitsplatzes, wenn die robotergeführte Arbeit am ersten beendet ist.

So werden Schweißer jetzt zu Bedienern und bringen neue Einsatzbereiche für das Personal mit. „Jeder kann dieses Arbeitsgerät bedienen. Dafür benötigt man keine schweißtechnischen Fähigkeiten und wir führen jetzt hausinterne Schulungen an dem exakt für unsere Bedürfnisse konfigurierten Gerät durch“, erklärt Kim Petersen den Einsatz des digitalen Mitarbeiters. „Wir benötigen Montagepersonal für die Produkte, welche der Roboter in dieser Geschwindigkeit herstellt. Damit wir unseren Qualitätsstandard hier halten können, trotz Nachwuchsmangels und Facharbeiter-Notstand, ist diese technische Gadget eine prima Entlastung für alle Betriebsangehörigen.“