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Eine Liebesgeschichte im Blaulicht

Bei Einsätzen in Halstenbek, wie hier im Jahr 2020, stehen Janin und Magnus schon mal gemeinsam am Feuerwehrschlauch. Foto: Freiwillige Feuerwehr Halstenbek

Wie die Feuerwehr die Herzen von Janin und Magnus Langer zusammenbrachte

„Er sah einfach süß aus“, erinnert sich Janin Langer mit einem Lächeln an den Moment, als sie Magnus das erste Mal traf. Das war im Jahr 2015 während eines Truppführer-Lehrgangs in Magnus' Heimatgemeinde Kummerfeld, den der Kreisfeuerwehrverband dort veranstaltete. Janin, die eigentlich aus Halstenbek stammt, war bei diesem Seminar als Ausbilderin im Einsatz, während Magnus die Rolle des Maschinisten übernahm. Blickt man heute in die Feuerwache von Halstenbek, sieht man die beiden dort gemeinsam sitzen – im Arm halten sie ihr kleines Glück: die gemeinsame Tochter Johanna, die im August vergangenen Jahres zur Welt kam.

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Dass Janin und Magnus heute eine Familie sind, verdanken sie direkt ihrem Engagement im Ehrenamt, denn ohne die Feuerwehr hätten sich ihre Wege wohl nie gekreuzt. Dabei funkte es nicht gerade blitzartig. Als sie sich bei dem Lehrgang begegneten, waren beide 23 Jahre alt und bereits seit ihrer Jugend leidenschaftlich in der Feuerwehr aktiv. Magnus ging anfangs davon aus, dass Janin ebenfalls eine Teilnehmerin des Kurses sei, da er nicht damit gerechnet hatte, in diesem Alter schon einer Ausbilderin gegenüberzustehen.

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Janin erging es ähnlich – auch sie hielt ihn zunächst für einen normalen Lehrgangsteilnehmer. Als Magnus dann jedoch am Steuer des Feuerwehrfahrzeugs saẞ und Janin auf dem Beifahrersitz Platz nahm, fanden sie schnell eine gemeinsame Ebene und unterhielten sich ausgiebig. Nach dem Wochenende gingen sie allerdings erst einmal getrennte Wege, ohne Kontaktdaten auszutauschen. Fast wäre die Geschichte hier schon vorbei gewesen, doch das Pfingstzeltlager der Jugendfeuerwehr kurz darauf änderte alles.

Intensive Gespräche bis zum Sonnenaufgang

Seit der Geburt von Töchterchen Johanna vor knapp einem halben Jahr sind Janin und Magnus Langer nicht mehr nur ein Feuerwehr-Pärchen, sondern eine Feuerwehr-Familie. Foto: Christiane Tauer
Seit der Geburt von Töchterchen Johanna vor knapp einem halben Jahr sind Janin und Magnus Langer nicht mehr nur ein Feuerwehr-Pärchen, sondern eine Feuerwehr-Familie. Foto: Christiane Tauer

Durch einen glücklichen Zufall kreuzten sich dort – im Rellinger Ortsteil Egenbüttel – ihre Wege erneut. Janin betreute dort die Jugendlichen, während Magnus für den Aufbau und den Betrieb der Duschzelte eingeteilt war. Da seine Aufgabe tagsüber kaum Zeit in Anspruch nahm, schnappte er sich kurzerhand einen Stuhl und leistete Janin bei den Gruppenspielen Gesellschaft. Aus einem anfänglichen Gespräch wurde eine lange Nacht: Die beiden redeten bis in die frühen Morgenstunden. Am Ende des Zeltlagers hatten sie schließlich gegenseitig ihre Handynummern notiert. Dennoch dauerte es noch einige Wochen, bis die Beziehung richtig an Fahrt aufnahm.

Der Wendepunkt kam, als Janin eines Abends vorzeitig eine Party verließ und Magnus eine Nachricht schrieb. Er lud sie spontan zu sich ein, und wieder verquatschten die beiden die ganze Nacht. Nach diesem zweiten Gesprächsmarathon folgte schließlich der erste Kuss. „Der Rest ist Geschichte“, schmunzelt Magnus heute. Schon ein gutes halbes Jahr später folgte der Einzug in eine gemeinsame Wohnung, was damals eher pragmatische Gründe hatte, da Magnus' alte Unterkunft von Schimmel befallen war.

Im Januar 2020 machten die beiden Nägel mit Köpfen und verlagerten ihr Leben komplett zur Feuerwehr: Sie bezogen eine der Dienstwohnungen direkt über der Wache in Halstenbek. Diese Unterkünfte sind gezielt für Einsatzkräfte reserviert, die im Gegenzug feste Bereitschaftsdienste übernehmen. Für diesen Schritt beendete Magnus auch seine aktive Mitgliedschaft in Kummerfeld und wechselte zur Halstenbeker Wehr. Trotz der räumlichen Nähe und des gemeinsamen Hobbys legen beide großen Wert auf eine klare Trennung: Im Dienst sind sie Kameraden, nicht Ehepartner. Zärtlichkeiten wie Händchenhalten sind beim Einsatz absolut tabu.

Gemeinsamer Dienst erleichtert Alltag mit Baby

Auch nach der Hochzeit im Mai 2023 blieb diese eiserne Regel bestehen. Eine neue Dynamik brachte jedoch die Geburt ihrer Tochter Johanna vor rund sechs Monaten in den Alltag. Da Janin als Gruppenführerin und Magnus als ihr Stellvertreter aktiv sind, lautete die ursprüngliche Vereinbarung, niemals dieselbe Gruppe anzuführen. Diese Regelung haben sie inzwischen bewusst über Bord geworfen. Da sie nun gemeinsam Dienst tun, lässt sich die Kinderbetreuung für Johanna deutlich flexibler und unkomplizierter absprechen.

Das Fundament ihrer Beziehung ist das gegenseitige Verständnis für die zeitintensive ehrenamtliche Arbeit. In Halstenbek fällt jährlich die Marke von 200 Einsätzen, hinzu kommen regelmäßige Übungsabende und Weiterbildungen, die meistens in der Freizeit oder am Wochenende stattfinden. In einer Partnerschaft, in der beide das gleiche Gen teilen, gibt es keine Vorwürfe, wenn nach dem Feierabend plötzlich der Melder geht und einer von beiden wieder los muss.

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Neben der Feuerwehr bleibt dem Paar aber auch noch Raum für individuelle Interessen. Magnus zieht es mehrmals pro Woche für Gravelbike-Touren mit Freunden auf die Straße, während Janin die täglichen Runden mit dem Familienhund übernimmt. Einmal im Jahr zieht es beide zum Snowboarden in die Dolomiten. Dennoch bleibt die Feuerwehr ihr Lebensmittelpunkt. Janin betont, dass nicht nur ihr gesamter Freundeskreis dort verankert ist, sondern sie es auch genießt, sich mit ihrem Partner fachlich austauschen zu können.

Interessanterweise sind die beiden in Halstenbek nicht die Einzigen, die Liebe und Ehrenamt verbinden. In der Wehr gibt es noch ein weiteres Paar mit mittlerweile fast erwachsenen Kindern und ein drittes Paar, das ebenfalls gerade Nachwuchs bekommen hat. Um die Zukunft und den Nachwuchs der Halstenbeker Feuerwehr muss man sich also offensichtlich keine Sorgen machen.
tau/uh


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