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Eine Aufgabe für den Winter

Von Januar bis April Obstgehölze gut zu formen

An warmen Wintertagen können die nun kahlen Obstbäume geschnitten werden. Foto: dpa/Nestor Bachmann
An warmen Wintertagen können die nun kahlen Obstbäume geschnitten werden. Foto: dpa/Nestor Bachmann

Gartenbesitzer haben im Winter wenig zu tun. Aber fällt er milde aus, gibt es eines, was sie nun gut angehen können: ihre Obstgehölze schneiden und in Form bringen. Von Januar bis April ist das gut möglich, erläutert Wolfgang Müller vom Bund deutscher Baumschulen. Hobbygärtner sehen dann besser, wo sie einen Ast herausnehmen müssen oder am besten mehrere Äste stutzen. Was zu beachten ist:



1. Witterung:
Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen rät, den Schnitt nicht bei Temperaturen von weniger als minus fünf Grad zu erledigen. Müller empfiehlt als Untergrenze sogar plus fünf Grad. Sonst könnten die Bäume Schaden nehmen. Auch Regen und Schneefall seien ungünstig.

2. Nicht schnippeln: Wer die Schere ansetzt, sollte nicht hier und da ein bisschen was wegnehmen, sondern stets ganze Astpartien. Mehr Schnittstellen bedeuten auch mehr Wunden. Die Äste müssten so geschnitten werden, dass keine langen Stümpfe zurückbleiben, erklärt die Landwirtschaftskammer. Am besten werden sie direkt über der verdickten Stelle am Ansatz gekappt, dem Astring.

Unternehmen aus der Region

3. Handarbeit: Kleinere Äste mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern werden nicht mit der Motorsäge abgeschnitten, erklärt Gartenbauer Eiko Leitsch. Eine Astschere verletze das Gewebe deutlich weniger. Dickere Äste schafft das Handgerät nicht mehr, aber müsse der Hobbygärtner hier ran, habe er sowieso etwas falsch gemacht.

4. Krone formen: Aller Anfang ist schwer - auch beim Baumschnitt. Zu Beginn steht das Formen der Krone. „Am häufigsten wird die Pyramidalkronenform gewählt“, berichtet Müller. „Diese Wuchsform kommt auch der natürlichen Entwicklung des Baumes am nächsten und ist für den Hobbygärtner am einfachsten zu praktizieren.“

Die Krone sei rund und habe drei bis vier Leitäste sowie eine Stammverlängerung. Der junge Baum wird am besten ab dem Setzen Jahr für Jahr schon so geformt. Beim ersten Mal werden laut Müller nur drei bis vier Leitäste am Baum gelassen, der Kronentrieb wird um etwa ein Drittel und die Seitentriebe um die Hälfte gekürzt. In den Folgejahren wird so die Baumkrone aufgebaut und bei Bedarf nachgeschnitten.

5. Auslichten: Hobbygärtner sollten die Krone nicht nur in Form halten, sondern auch so bearbeiten, dass diese locker genug wächst, damit die Früchte Sonne abbekommen. Alles was nach innen und zu steil wächst, müsse entfernt werden, erläutert Müller. Liegen Äste übereinander oder behindern sich, werden sie abgeschnitten.

6. Auf das Verhältnis achten: Wichtig beim Ausschneiden der Baumkrone ist, dass dem Baum die Möglichkeit zu einem guten Verhältnis von vegetativem und regenerativem Wachstum bleibt, erläutert Müller. Er muss noch seine Früchte bilden können. Die meisten Obstbäume tragen diese an den Ästen, die zwei bis drei Jahre alt sind. Also muss der Hobbygärtner jungen Trieben ganz außen am Ast stets die Möglichkeit lassen, so lange zu wachsen und hier nicht die Schere ansetzen.

7. Schnitt verpasst - was nun?: Bei der Pflege von Pflanzen gibt es oft verschiedene Herangehensweisen. So auch hier: Leitsch findet, der Schnitt werde sogar besser erst während der Wachstumsperiode gemacht. Denn in der Vegetationsphase könne der Baum Wunden besser schließen. Spielt also die Witterung aktuell nicht mit oder der Hobbygärtner findet keine Zeit: Keine Panik, der nächste Sommer kommt bestimmt. 


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