Schließen
Um Ihre Registrierung abzuschließen, gehen Sie in Ihr E-Mail-Postfach und folgen dem Link in der Bestätigungsmail. Danach können Sie den Artikel frei lesen. E-Mail erneut senden
Präsentiert von

Dr. Zinne über Lungenkrebs: „Insgesamt ist ein gesunder Lebensstil entscheidend“

FOTOS: REGIO KLINIK; TRIPLEP STUDIO/STOCK.ADOBE.COM

Der Lungenkrebs zählt zu einer der schwersten Krebserkrankungen, vor allem, weil er sich erst spät bemerkbar macht. Warum das so ist, welche Therapiemöglichkeiten es heute gibt und wie hoch die Heilungschancen sind? Darüber hat unsere Redakteurin Julia Voigt mit Dr. Norman Zinne gesprochen. Er leitet seit Januar 2024 die Thoraxchirurgie der Regio Kliniken Elmshorn und Pinneberg.

Lungenkrebs wird oft spät erkannt. Dr. Norman Zinne erklärt, wie Früherkennung, moderne Therapien und ein gesunder Lebensstil die Heilungschancen entscheidend verbessern können.

<br/>

Dr. Zinne, eine persönliche Frage gleich vorneweg: Warum der Medizinerberuf?

Schon als Kind haben mich die Naturwissenschaften interessiert und während meiner Schulzeit waren Biologie und Chemie meine Leistungskurse. Ich konnte mich aber nicht so richtig damit anfreunden, ausschließlich im Labor zu arbeiten. Die Medizin ist ein hervorragendes Fach, in dem Wissenschaft und deren praktische Anwendung kombiniert werden können. Während meiner Zeit an der Medizinischen Hochschule Hannover, insbesondere in der translationalen Forschung, war es faszinierend zu sehen, wie theoretische Erkenntnisse ganz praktisch in der Klinik, zur Verbesserung der Therapie unserer Patienten, angewendet werden können.

Lungenkrebs ist ein Schwerpunkt Ihrer Arbeit. Können Sie uns mehr über die Herausforderungen, die Diagnose und Behandlung mit sich bringen, erklären?

Lungenkrebs frühzeitig zu diagnostizieren, bleibt eine der größten Herausforderungen. Das liegt daran, dass die Lunge als Organ selbst nicht schmerzempfindlich ist und Symptome meist erst in späteren Stadien auftreten. Das Problem ist, dass viele Patienten erst dann ärztliche Hilfe aufsuchen, wenn sie bereits Symptome wie anhaltenden Husten oder Bluthusten entwickeln oder Schmerzen im Bereich der Brustwand verspüren. Auch eine neu aufgetretene, dauerhaft anhaltende Heiserkeit kann auf eine bösartige Erkrankung hinweisen und sollte unbedingt abgeklärt werden. Oft wird Lungenkrebs deshalb zufällig entdeckt, beispielsweise im Rahmen von CT-Scans, die aus anderen medizinischen Gründen durchgeführt werden. Um die Früherkennung zu verbessern, braucht es effektive Screening-Programme, die Patienten mit einem gewissen Risikoprofil, auch ohne Anzeichen einer Erkrankung strukturiert untersuchen. Im Fall von Lungenkrebs stehen hier vor allem langjährige Raucher ab einem Alter von 50 Jahren im Fokus. Früh erkannt, ist eine Heilung des Lungenkrebses allein durch eine chirurgische Behandlung möglich und eine Chemotherapie kann vermieden werden. Es gibt darüber hinaus aber auch große Fortschritte in der Therapie der fortgeschrittenen Erkrankungsstadien, insbesondere durch angepasste medikamentöse Therapien und den Einsatz von Immuntherapien, die auf die genetischen Merkmale der Tumore abgestimmt sind.

Unternehmen aus der Region

Wie kann jeder das Risiko Lungenkrebs zu bekommen senken?

Der Verzicht auf das Rauchen ist wohl die wichtigste Präventionsmaßnahme. Darüber hinaus sollte man darauf achten, Umweltbelastungen wie Luftverschmutzung zu reduzieren, soweit es möglich ist. Wie bei allen anderen Krebserkrankungen ist eine gesunde und ausgewogene Lebensweise mit regelmäßiger Bewegung und einer bewussten Ernährung das Beste, was man tun kann.

<br/>

Wie ist denn die Häufigkeit von Lungenkrebs im Vergleich zu anderen Krebsarten?

Lungenkrebs ist in Deutschland die dritthäufigste Krebserkrankung. Etwa 55 bis 60 von 100.000 Einwohnern erkranken pro Jahr neu an Lungenkrebs. Rund 75 Prozent der Patienten sind Raucher. Im Vergleich zu anderen Krebsarten bleibt Lungenkrebs nach wie vor einer der tödlichsten. Männer sind häufiger von der Erkrankung betroffen, bei Frauen nimmt die Häufigkeit allerdings zu. Dieser Trend lässt sich vor allem dadurch erklären, dass sich traditionelle Rollenbilder gewandelt haben: Während Rauchen früher vor allem als männliches Verhalten galt, greifen in den letzten Jahrzehnten auch immer mehr Frauen zur Zigarette – mit entsprechend langfristigen gesundheitlichen Folgen. In der Vergangenheit waren die gesellschaftlichen Einstellungen gegenüber dem Rauchen weniger kritisch. Berufliche Expositionen und Umweltfaktoren spielen ebenfalls eine Rolle. -

Gibt es denn Früherkennungsprogramme, wie die Mammografie zum Beispiel?

Derzeit befindet sich ein Früherkennungsprogramm für Lungenkrebs in der Entstehung. Ganz aktuell hat der Gemeinsame Bundesausschuss Mitte Juni die Einführung eines bundesweiten Lungenkrebsscreenings beschlossen. Damit wird es voraussichtlich ab April 2026 möglich, an einem durch die Krankenkassen finanzierten Vorsorgeprogramm teilzunehmen. Teilnehmen können aktive oder ehemalige Raucher im Alter zwischen 50 und 75 Jahren die zusammengerechnet mindestens 25 Jahre geraucht haben. Das Screening findet mittels einer CT-Untersuchung statt, die mit einer nur geringen Dosis an Röntgenstrahlen durchgeführt wird. Auch jetzt könnte man sich bereits einer Vorsorgeuntersuchung unterziehen, die Kosten hierfür würden jedoch noch nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden.

Kann sich eine Raucherlunge eigentlich wieder erholen?

<br/>

Im Vergleich zum Beispiel mit der Leber, hat die Lunge ein begrenztes Erholungspotenzial. Viele Faktoren und Lebensumstände beeinflussen die Gesundheit der Lunge, darunter biologische und genetische Faktoren sowie äußere Einflüsse wie Umweltverschmutzung und Rauchen. Zwar erhöht das Rauchen das Risiko für Krebserkrankungen erheblich und kann zu chronischen Erkrankungen wie Lungenemphysem und chronischer Bronchitis führen, doch entwickelt nicht jeder Raucher zwangsläufig Lungenkrebs. Es ist jedoch wichtig zu wissen, jeder Zug an einer Zigarette schadet der Lungenfunktion, indem er den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid erschwert und die Reinigungsfunktion der Lunge beeinträchtigt. Deshalb lohnt es sich immer, je früher, desto besser, aber letztlich egal zu welchem Zeitpunkt, mit dem Rauchen aufzuhören: Denn, auch wenn bereits fortgeschrittene, strukturelle Schäden wie bei einem Lungenemphysem, nicht rückgängig gemacht werden können, führt ein Rauchstopp zu wichtigen Verbesserungen: Die Schleimproduktion normalisiert sich, und die Reinigungsmechanismen der Lunge erholen sich.

Wie wird Lungenkrebs behandelt und was beeinflusst die Therapieauswahl?

Die Behandlung von Lungenkrebs ist sehr vielschichtig und hängt maßgeblich vom Stadium der Erkrankung sowie vom Subtyp des Lungenkrebses ab. Lungenkrebs wird hauptsächlich in zwei Kategorien unterteilt: kleinzelliger und nicht-kleinzelliger Lungenkrebs. Der kleinzellige Lungenkrebs schlechtere hat eine Prognose, da er tendenziell schnell fortschreitet und frühzeitig metastasiert. Der nicht-kleinzellige Lungenkrebs, der ca. 80 Prozent der Fälle ausmacht, wird in den frühen Stadien in der Regel chirurgisch durch Resektion des betroffenen Lungenbereichs behandelt. Im fortgeschrittenen Stadien bekommen die Patienten eine Chemotherapie, welche häufig mit einer zielgerichteten Immuntherapie kombiniert wird. Die Immuntherapie wird individuell auf das Mutationsmuster des jeweiligen Tumors abgestimmt. Ist der Patient nicht ausreichend fit für eine OP oder die Erkrankung ist bereits fortgeschritten, wird in manchen Fällen auch eine Bestrahlung durchgeführt. Nicht selten werden die verschiedenen Verfahren auch kombiniert.

In den Regio Kliniken gehört der Einsatz von Robotern bei Operationen schon zum Alltag. Welche Vorteile sehen Sie für die Lungenchirurgie?

Der Einsatz von Robotern in der Lungenchirurgie bietet eine Ergänzung im Bereich der minimalinvasiven OP Techniken. Vor allem bei Operationen, die präzisen Nahttechniken erfordern, bieten sich hier Vorteile. Dies ist jedoch nur bei fortgeschrittenen Tumoren mit ungünstiger Lage der Fall. Im Allgemeinen sind die Ergebnisse von Operationen, die mit robotergestützter Technik oder mit der fortgeschrittenen minimalinvasiven Technik durchgeführt werden, vergleichbar. Ein echter Meilenstein in der Chirurgie, auch in der Thoraxchirurgie, ist allerdings die Entwicklung der minimalinvasiven Methode, auch bekannt als „Schlüsselloch-Technik“. Die Methode verringert die Reizung der schmerzempfindlichen Zwischenrippennerven, was zu geringeren postoperativen Schmerzen und zu einer schnelleren Mobilisierung der Patienten führt. Dies ist besonders wichtig in der Lungenchirurgie, um Komplikationen wie Lungenentzündungen zu vermeiden und die allgemeine Genesung zu beschleunigen. Patienten werden bereits am Tag der Operation, spätestens am Tag nach der OP mobilisiert, was die Erholung fördert. Die technischen Möglichkeiten und die operativen Techniken haben sich über die Jahre kontinuierlich weiterentwickelt, sodass diese Techniken auch für große und komplexe Eingriffe an der Lunge der operative Standard sind.

Unternehmen aus der Region

Gemeinschaft spüren - Gesundheit fördern

vhs Halstenbek hat für jeden das richtige Angebot

Wenn Beate Lorkowski durch die Flure der vhs Halstenbek geht - und in die Kursräume schaut, spürt sie die besondere Atmosphäre: Hier treffen sich Menschen, die Körper und Geist stärken wollen, ob bei Yoga, Pilates, Tai Chi oder Achtsamkeitsübungen. Als Geschäftsführerin und Fachbereichsleiterin für die Gesundheitskurse weiß sie: Das Besondere sind die festen, über Jahre gewachsenen Gruppen mit vertrauten Kursleitungen. Die vhs ist mehr als ein Anbieter - sie ist eine Begegnungsstätte, in der Freundschaften entstehen. „Das Soziale ist entscheidend für Resilienz und Wohlbefinden. Viele schätzen unsere Kurse gerade deshalb als Alternative zu anonymen Fitnessstudios.“ Wer sich eine bewusste Auszeit gönnen will, findet hier genau das richtige Angebot.

INFORMATION

vhs Halstenbek
Schulstraße 9
25469 Halstenbek
 Telefon 04101-4912800
E-Mail: info@vhs-halstenbek.de
www.vhs-halstenbek.de


Sicher auf zwei Rädern

Vielfalt bei der Fahrradbörse Elmshorn

Im Alter aktiv am Leben teilnehmen und mobil bleiben, mit der entsprechenden Ausrüstung ist dies kein Problem. Die Fahrradbörse Elmshorn, Langelohe 65, bietet hierfür verschiedene Möglichkeiten an. Eine davon ist das Gazelle Easyflow E-Bike, mit dem sich die Nutzer sicherer fortbewegen können. „Durch die spezielle Bauart mit vorgezogenem Tretlager, niedrigem Einstieg und niedrigerer Sattelhöhe ist es möglich, schnell zu einem sicheren Stand, mit beiden Füßen auf dem Boden zu kommen“, erklärt Tom Scholz vom Fahrrad-Fachgeschäft. Das Gazelle Fahrrad hat eine Reichweite von bis zu 150 Kilometern, eine Shimano-7-Gang-Schaltung, keine Rücktrittbremse und pannengeschützt 24-Zoll-Reifen. Die Fahrradbörse ist montags bis freitags von 9 bis 12.30 Uhr sowie 14 bis 18.30 Uhr, samstags von 9 bis 13 Uhr geöffnet. 

INFORMATION

Die Fahrradbörse
Langelohe 65, 25337 Elmshorn
Telefon: 04121-76463
E-Mail: info@die-fahrradboerse.de
www.die-fahrradboerse.de


Meine Favoriten:
Alle Orte: