Ich habe vor meiner Ausbildung noch nie ein Krankenhaus von innen gesehen“, sagt Kira Matthiesen, und doch ist sie jetzt, nach einem abgeschlossenen Studium der Pädagogik und Kunstgeschichte, im dritten. Lehrjahr zur Pflegefachfrau. Für die Ausbildung bei den Regio Kliniken hat sich die 27-Jährige aus Elmshorn "ganz spontan" entschieden. "Das war auch genau das Richtige für mich." Ähnlich geht es Yvan Tokam. Auch er hat bereits einen Studienabschluss zum Übersetzer und Sprachlehrer in der Tasche und merkte schnell: "Das ist nicht das Richtige für mich. Mir hat der Kontakt zu Menschen gefehlt", erklärt der 25-jährige Elmshorner seine Entscheidung. Nach einem Praktikum in den Regio Kliniken war für ihn klar: „Ich möchte in der Pflege arbeiten."
Drei Jahre dauert die Ausbildung zur Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Seitdem die Ausbildung "generalisiert" wurde, wird gleich in drei Bereichen ausgebildet: Alten-, Kranken und Kinderkrankenpflege. "Nach dem Abschluss kann man sich durch gezielte Weiterbildung spezialisieren", erklärt Melanie Buhse aus der Leitung des Bildungszentrums.
Kira und Yvan sind zwei von zurzeit 262 Azubis der Gesundheits- und Krankenpflegeschule. Hier werden aber nicht nur zukünftige Pflegefachfrauen und -männer ausgebildet, sondern auch Anästhesietechnische Assistent (ATA) und Operationstechnische Assistent (OTA) sowie Krankenpflegehelfer (diese Ausbildung dauert nur ein Jahr). In verschiedenen langen Blöcken wechseln die angehenden Pflegekräfte zwischen Unterricht und Klinik - in der dreijährigen Ausbildung zur Pflegefachkraft. macht das 2100 Schulstunden plus 2500 Stunden praktische Ausbildung auf verschiedenen Stationen der Kliniken.
Auf dem Ausbildungsplan stehen unter anderem Themen wie die stationäre und ambulante Akut- und Langzeitpflege. Auch in der Pädiatrie und Psychiatrie wird ein Zwischenstopp eingelegt. Schon während der Ausbildung gibt es für die Azubis Schichtarbeit. "Es gibt Früh-, Spät- und Nachtschichten. Unsere Arbeitszeiten sind immer unterschiedlich", erklärt Kira.
Für die 27-Jährige stehen die Abschlussprüfungen im Januar nächsten Jahres und für Yvan dann im Juli an. Bis dahin heißt es jede Menge Lernstoff pauken. Dazu gehören auch Kommunikation und das Stressmanagement. Wie berate ich Patienten? Wie sieht ein gutes Gespräch aus? Wie gehe ich mit schwierigen Situationen um? Geübt wird im Unterricht unter anderem mit Rollenspielen. Kira und Yvan übernehmen vom Verbandswechsel bis hin zur Körperhygiene im Klinikalltag alles, was die Pflege ausmacht. Nur Medikamente dürfen Auszubildende noch nicht eigenständig vergeben.


Wie es dann nach dem Abschluss für die Beiden weitergeht? Kira findet die Anästhesie und Intensivpflege spannend. "Mein Favorit ist die Pädiatrie, da hat es mir am besten gefallen", sagt Yvan. Später würde er gern studieren und sich zum Physician Assistant (PA)* ausbilden lassen.
Am meisten berührt Kira und Iwan die Dankbarkeit, die ihnen von den Patienten und Patientinnen entgegengebracht wird. Sie ist es, die den Beruf für beide so wertvoll macht. "Mich macht es zufrieden, wenn ich helfen kann", sagt Kira.
Eine Altersbegrenzung gibt es für Bewerber nicht. Wer sich für den Pflegeberuf interessiert, der sollte entweder einen Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene Ausbildung in einem Gesundheitsberuf mitbringen oder einen mittleren Schulabschluss haben. Und was braucht es noch? „Empathie, Persönlichkeit und Teamfähigkeit“, sind sich Kira und Iwan einig. "Langweilig wird es auf jeden Fall nie. Kein Tag ist wie der andere.“
// Julia Voigt
*Ein Physician Assistant (PA), oder Arztassistent, ist ein akademischer Gesundheitsberuf, der ärztliches Personal in Krankenhäusern und Praxen entlastet, indem er delegierbare Aufgaben übernimmt. Nach einem Bachelorstudium mit medizinischem und Management-Fokus können PAs eigenständig Anamnesen erheben, Untersuchungen durchführen, Wundversorgungen vornehmen und bei Operationen assistieren.