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Zurück in die Zeit des Jugendstils

FOTO: MICHAEL STAUDT

Im Gespräch mit Sven Paulsen dem Besitzer des Traditionsschiffes „Freya“

Der Reeder Sven Paulsen erwarb die „Freya“ im Jahr 2000. Er setzt das 1905 in den Niederlanden gebaute Traditionsschiff zu Fahrten im Nord-Ostsee-Kanal und auf der Elbe ein. Der 52 Meter lange, schneeweiße Dampfer, auf dem 200 Menschen fahren und feiern können, ist seit Jahren auch ein gern gesehener Gast des Hamburger Hafengeburtstages, bei der Kieler Woche und der Rostocker Hanse-Sail.

Herr Paulsen, wie sind Sie auf die Idee gekommen, ein so außergewöhnliches Schiff in Ihre moderne Flotte zu integrieren?

Paulsen: In Rotterdam habe ich mich in dieses Schiff verliebt. Die „Freya“ hat eine wechselvolle Karriere als Yacht von Königin Wilhelmina, als Dieselbunkerschiff und als schwimmender Kaufladen hinter sich. Mit der „Freya“ haben wir einen neuen Markt entwickelt – ein so luxuriöses Angebot gab es in Norddeutschland noch nicht.

Wie wird dieses Schiff eingesetzt?

Paulsen: Sowohl als Charterschiff für hochwertige Veranstaltungen an Bord, als auch für Tagesfahrten auf Elbe und Nord-Ostsee-Kanal. Über 35.000 Gäste können wir jedes Jahr an Bord begrüßen. Gechartert wird die „Freya“ vor allem von Firmen für Jubiläen, Empfänge oder Betriebsfeiern.

Mittlerweile ein alter Bekannter am Kieler Bahnhofskai – der Raddampfer „Freya“. FOTO: MICHAEL STAUDT
Mittlerweile ein alter Bekannter am Kieler Bahnhofskai – der Raddampfer „Freya“. FOTO: MICHAEL STAUDT

Ist der Einsatz der „Freya“ auch wirtschaftlich erfolgreich?

Paulsen: Im Gegensatz zu anderen Traditionsschiff en sind wir wirtschaftlich erfolgreich. Wir haben mit dem Raddampfer zwar eine attraktive Marktnische erschlossen, ich bezweifle aber, dass der Markt so groß ist, um ein zweites Schiff dieser Art einzusetzen. Dann ginge auch der Reiz des Ungewöhnlichen verloren.

Was macht den besonderen Charme dieses an deutschen Küsten einzigartigen Schiff es aus?

Paulsen: Unsere Gäste lassen sich von der originellen Atmosphäre an Bord einfangen. Sie hören das Zischen und Stampfen der alten Dampfmaschine, die man aus dem Salon durch die verglasten Schaufenster während der Fahrt beobachten kann, genauso wie die rotierenden Seitenräder. Man fühlt sich in den liebevoll restaurierten Salons des Raddampfers mit viel schimmerndem Messing und edlem Holz zurückversetzt in die Zeit des Jugendstils.

Alles tiptop gepflegt – im Maschinenraum arbeitet die historische Dampfmaschine. FOTO: MICHAEL STAUDT
Alles tiptop gepflegt – im Maschinenraum arbeitet die historische Dampfmaschine. FOTO: MICHAEL STAUDT

Herr Paulsen, wie lange wird uns die „Freya“ noch erhalten bleiben?

Paulsen: Das Schiff ist tiptop gepflegt. Mit viel Aufwand haben wir es für die nächsten zehn Jahre wieder fit gemacht. Ich glaube, das Schiff wird mich überleben.

Die Reederei Adler-Schiffe ist unter anderem auf Nord- und Ostsee und im Hamburger Hafen aktiv. Gibt es Neuigkeiten aus diesen Fahrtgebieten?

Paulsen: In Hamburg haben wir uns an der bekannten Reederei Kapitän Prüsse sowie mehreren kleinen Barkassen-Unternehmen beteiligen können, so dass wir nun dort mit sechs Fahrgastschiff en und zehn Barkassen im Markt sind. Außerdem wird unser Veranstaltungsschiff „Koi“ mit Platz für bis zu 500 Gästen immer besser gebucht – nicht nur auf der Elbe, sondern überall an der Küste.

Auf der Ostsee und im Nord-Ostsee Kanal zu Hause – der Seitenraddampfer „Freya“. FOTO: ARCHIV REEDEREI ADLER SCHIFFE
Auf der Ostsee und im Nord-Ostsee Kanal zu Hause – der Seitenraddampfer „Freya“. FOTO: ARCHIV REEDEREI ADLER SCHIFFE

Und wie sieht es auf Nord- und Ostsee und im Nord-Ostsee-Kanal aus?

Paulsen: Zwischen Wismar und Poel wird vom kommenden Frühjahr an unser erstes E-Schiff , die „Mecklenburg“, in Fahrt kommen. In Peenemünde sind wir Partner der Reederei Apollo, die exklusiv die Inseln Ruden und Greifswalder Oie bedient. Und in Swinemünde (Świnoujście) bieten wir mit der „Adler Baltica“ Hafenrundfahrten an. Auf der Nordsee setzen wir einen neuen Katamaran unter dem Namen „Adler-Jet“ zu Fahrten von Ostfriesland und Norderney nach Helgoland ein. Und schließlich betreiben wir für das WSA Fähren auf dem Nord-Ostsee-Kanal. Stefan Lipsky

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