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Zukunft braucht Zuversicht

Grußwort der Industrie- und Handelskammer zu Kiel

Dr. Paul Raab <br/>Industrie- und Handelskammer zu Kiel, Leiter der Geschäftsstelle Elmshorn <br/>Foto: IHK/Adina Merkel
Dr. Paul Raab
Industrie- und Handelskammer zu Kiel, Leiter der Geschäftsstelle Elmshorn
Foto: IHK/Adina Merkel

Liebe Leserinnen und Leser,

die wirtschaftliche und geopolitische Lage, in der wir uns befinden, ist, gelinde gesagt, komplex. Das betrifft uns hier ganz direkt: Kalkulationen werden schwieriger, weil Preise für Vorprodukte täglich schwanken. Die Energiepreise in Deutschland sind ohnehin mit die höchsten in Europa, jetzt kommen die sprunghaft gestiegenen Spritpreise noch dazu. Es hat uns getroffen, dass wir binnen eines Jahres die Schließung zweier Papierfabriken haben hinnehmen müssen. Bevor da noch mehr kommt: Lieber ab nach Hause und Decke über den Kopf, bis alles vorbei ist.

Oder? Oder man schaut sich um und vor allem: genau hin. Es passiert was. Ich sehe hier einen bewältigten Leerstand, da ein neues Gewerbegebiet, dort eine Halle, die angebaut wird, und ja, auch einen Planfeststellungsbeschluss für die A20 von der A23 bis Glückstadt. Das dauert alles viel zu lange, und es ist nie genug, ich weiß. Ich ertappe mich dabei, dass ich mit dem „,Früherwar-alles-besser-Gedanken“ liebäugele. Aber früher war nicht alles besser, ganz sicher nicht.

Wenn etwas besser werden kann, dann in der Zukunft. Dafür braucht es Zuversicht. Der Duden erklärt mir Zuversicht als „festes Vertrauen auf eine positive Entwicklung in der Zukunft, auf die Erfüllung bestimmter Wünsche und Hoffnungen“. Ohne Zuversicht kann man nicht Unternehmerin oder Unternehmer sein. IHK-Mitarbeiter auch nicht, denn es ist mein Auftrag, mich stets dafür einzusetzen, dass unsere Unternehmen gut wirtschaften können.

Wir in der IHK sind damit nicht allein. Ein Beispiel: Seit fast vierzehn Jahren arbeiten wir mit den Kreisen von Pinneberg bis Nordfriesland und der IHK Flensburg zusammen, um die Wirtschaftsstruktur der Region zu verbessern. Gemeinsam haben wir jetzt ein Strategisches Regionalentwicklungskonzept erarbeitet. Wir wollen mit der hier an der Westküste gewonnenen grünen Energie auch hier Wertschöpfung erzeugen. Dafür setzen wir vor allem auf Ansiedlungen, die klimaneutrale Technologien vorantreiben. Wir zeigen, dass die Region weit vorausblickt.

Zugegeben, den Betrieben, die jetzt gerade in Schwierigkeiten sind, hilft das Konzept nicht. Es umzusetzen, wird komplex: Wir müssen die Klimafolgen für die Kulturlandschaft und das Wasser bedenken. Flächen sind knapp, wir müssen räumliche Schwerpunkte setzen und anderes mehr. Das ist viel Arbeit. Es wird dauern.

Und doch machen wir uns auf den Weg, Schritt für Schritt. Wir vertrauen fest darauf, dass diese Region in der Zukunft eine positive Entwicklung haben wird. Also: Den Kopf nicht unter die Decke, sondern in den Wind. Mit Zuversicht.

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