Heute ist von Platznot nicht mehr die Rede. Im Gegenteil: Das neue Domizil in der Wittorfer Straße, das im vergangenen Jahr bezogen werden konnte, hat so viel Platz, dass das Tafel-Café überaus großzügig dimensioniert ist. Die Ausgabe ist so groß wie eine Firmenkantine und die rückwärtigen Lagerräume üppig bemessen. Für die Fahrzeuge gibt es Unterstellmöglichkeiten und gleich zwei Bushaltestellen sind in der Nähe. „Wir haben alle gewonnen“, sagt Arpe.
Das gilt also auch für die 2500 bis 2600 Abholer, die bei der Tafel registriert sind. Dahinter stehen fast 1000 bedürftige Familien. Familien. Die Warteliste konnte sukzessive von über 200 auf nunmehr 87 Familien abgebaut werden. Nicht mehr, sondern weniger Klienten wünscht sich Arpe, und wenn sie aus Anlass des 30-jährigen Geburtstags der Tafel weitere Wünsche äußern dürfe, sagt sie, dann sei das in erster Linie der Wunsch nach noch mehr Ehrenamtlern. „Wir benötigen dringend weitere Helfer, die sind das A und O für uns, vor allem Fahrer, die die Kühltransporter fahren können.“
Zurzeit sind von den 63 ehrenamtlichen Tafel-Mitarbeitern acht Fahrer, fünf weitere wären schön, sagt sie.
hg
Kühlung ist ein heikles Problem
Kühlung - das ist für die Tafel Neumünster bislang ein heikles Thema gewesen. Denn nur mit Kühl- und Tiefkühlmöglichkeiten lassen sich viele Lebensmittel so lagern, dass sie auch weitergegeben werden können. Bis zum Umzug in die Wittorfer Straße gab es einen steten Mangel an Kühlmöglichkeiten.
Und selbst jetzt, wo in den neuen Räumen ganze Gefrierwände Kühl- und entstanden sind, spricht Leiterin Christina Arpe noch immer von Bedarf. „Wir benötigen noch zwei Gastrokühlschränke und vier Tiefkühlschränke, in denen wir Lebensmittelkörbe lagern können“, sagt sie.
Die Kühlkette der Tafel setzt sich fort: Denn auch die Transporter der Einrichtung, mit denen Lebensmittel abgeholt und an andere Tafeln verteilt werden können, müssen cool sein.
Bislang standen der Tafel ein kleines und drei große Fahrzeuge zur Verfügung, von denen eines im Betrieb zuletzt sogar eine Schiebetür verlor. Ersatz musste her, und nach zwei Jahren Wartezeit konnte Christina Arpe vor wenigen Tagen einen nagelneuen Ford-Transporter in Empfang nehmen. “Dafür haben wir zehn Jahre lang Spenden gespart.“
hg