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Flanier- und Gastromeile in Glücksburg

Nils Stolpmann (Restaurant-Leiter) und Julian Haug (Geschäftsleiter Glück in Sicht) im Glückselig. FOTOS: CATRIN HAUFSCHILD

Glücksburgs Promenade: Kulinarischer Aufschwung und neue Highlights

Das gastronomische Angebot an Glücksburgs zwei Kilometer langer Promenade zwischen Quellental und Schwennau-Mündung ist so groß und gut wie noch nie. Vielerorts fanden Pächterwechsel statt. Es wurde kräftig investiert in den letzten Jahren.

Nils Stolpmann ist Restaurant-Leiter vom „Quellental“ ganz im Westen und vom „Glückselig“ im äußersten Osten der Meile. Beide Restaurants gehören zum „Glück in Sicht“-Unternehmen des Hamburger Investors Christoph Koeppen. Sein Engagement ha den Aufwärtstrend der Gastro-Szene von Sandwig stark beeinflusst. Das Quellental mit seiner 200-jährigen Geschichte ist in den Augen des erfahrenen Gastronoms Stolpmann, der 2022 aus Kiel kam, ein typisches Ausflugslokal. Letztes Jahr gab es personelle Engpässe, als Küchenchef Piet Schröder, optisch ein wahrer Wikinger, in die Wikinger-Hochburg Haithabu zum „Odins“ wechselte. Das SB-Restaurant Quellental hat jetzt wieder Mittwoch bis Sonntag von 13 bis 20 Uhr geöffnet. Kaffee und richtig guter Kuchen, der im Flensburger Mariencafé geordert wird, sind im Angebot sowie eine schnelle und allseits beliebte Bistro-Küche. Gesundheitsbewusste wählen die „Energie Bowle“ mit Orzo-Nudeln, Kichererbsen, Mango, Möhre und Edamame. Hinter der Bogenbrücke lockt das Restaurant vom Flensburger Segelclub auch Nicht-Mitglieder mit typischer Club-Küche: Sauerfleisch oder Roastbeef mit Bratkartoffeln, Spaghetti Bolognese. Die neue Leiterin des Restaurants heißt Conny Kollmann. Die Clubmitglieder sind dem Anschein nach sehr zufrieden mit ihr.

Am zentralen Platz von Sandwig hat man die Wahl zwischen zwei Hotel-Restaurants, zwei Bistros und einem Thailänder. Die beiden Hotels - das 2018 grundsanierte Intermar und das gründerzeitliche Strandhotel - haben jeweils Restaurants mit hohen Ansprüchen. Das Gudlak (Intermar) räumte vor kurzem mit seiner euro-asiatischen Küche (von Mittwoch bis Sonntag gibt es Sushi und Sushimi) den ersten Preis in der TV-Kochshow „Mein Lokal Dein Lokal“ ab. Ein Zuwachs an Gästen sei seitdem zu spüren, freut sich Glück in Sicht-Geschäftsleiter Julian Haug - das Gudlak gehört in Pacht auch zum Glück in Sicht-Unternehmen.

Im„Felix“ im Strandhotel, das seit 2019 dem Dänen Simon Classen gehört, kocht seit 2003 André Schneider. Der 52-Jährige lässt sich zur Zeit gern von asiatischen Gewürzen und Kräutern inspirieren, setzt aber weiterhin auf „norddeutsche Akzente“. Auf der oft wechselnden Karte finden sich aktuell viele Gerichte mit Fleisch. Das Fleisch stammt aus Husum und wird vom Flensburger Fleischkontor geliefert. Der Gault Millau und Michelin interessierten sich für das Restaurant, außerdem gab es eine 5-Pfannen-Bewertung von der Zeitschrift „Gusto“ und hohe Bewertungen des österreichischen Magazins „Falstaff“. Die ausgesprochene „Gourmet-Schiene“ sei aber nicht das erklärte Ziel, sondern „höchste Qualität für Feinschmecker zu möglichst moderaten Preisen“, sagt Hoteldirektor Dieter Haas. Für zwei Gänge muss man im Felix mit etwa 45 Euro rechnen - im Gudlak übrigens auch, da nehmen sich die Hotelrestaurants nichts. Das Strandhotel hat sich außerdem auf kulinarische Events spezialisiert. Als nächstes steht am 23. und 24. Juli das Sommer-Barbecue auf der hoteleigenen Dampferbrücke

Zwischen den beiden Hotels steht der 2022/23 neu und vergrößert wieder aufgebaute Pavillon „Pier 54“. Hier herrscht ein munteres Sehen und gesehen werden. Betreiber Steven Gottburg, 46, ist schnell per Du und mit herzlicher Umarmung für seine Gäste. Das Sommergeschäft mit 40 bis 45 Mitarbeitern ist in vollem Gange. Es gibt Bistro-Klassiker wie Burger und Currywurst. Herzhafte Speisen und kalte Getränke bestellt man an der landwärts gelegenen Luke, Süßes und Heißgetränke an der seitlichen Luke. Das funktioniert wesentlich besser als vor dem 2-Millionen-Euro-Umbau, als Warteschlangen auf der Wasserseite den sitzenden Gästen den Blick versperrten. Von Oktober bis Ostern kocht Küchenchef Frank Kolodzay, der frühere Wirt vom Landgasthof Maasbüll, feinen bürgerlichen Mittagstisch ab 12 Euro.

Viele Flaneure zieht es ins Strandbistro „Sandwig“, das zum Strandhotel gehört. Es liegt einfach unschlagbar dicht am Wasser. 2020 wurde es erweitert und bekam 45 weitere Innenplätze hinzu. Dienstagabends, ab Juli, ziehen die „Summerfeelings“ noch mehr Gäste als sonst an. Lokale Musiker treten auf, organisiert vom Team der Marketing-Abteilung des Hotels. Los geht es am 16. Juli mit Rasmus Hoffmeister.

Wer es verschmerzen kann, dicht am Wasser ohne Wasserblick zu sein und auch ein gewisses Alt-Glücksburger-Ambiente verkraftet, kann preiswert und gut beim Thailänder „Kitty & Leo“ im Haus im Kurgarten essen. Watchara Badkrathok (30) alias „Leo“ hat nach einem Küchenbrand renoviert und seit April wieder geöffnet.

In gebührendem Abstand von etwa einem Kilometer liegt das Glückselig mit langer Fensterfront und Terrasse. Modernes klares Ambiente, dazu eine Küche, die dasselbe Niveau wie das Gudlak habe - nur ohne Sushi, sagt Chef Nils Stolpmann. Die „frischen Gemüsegerichte mit duftenden Kräutern, Grill- und Fischgerichte“ seien „inspiriert von der Küche mediterraner Küstenstädte“, textet die Marketing-Abteilung, was nicht übertrieben ist. // Catrin Haufschild

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