Auch wenn der Frühling noch so manche Pause einlegen wird: Viele Biker sehnen den Start in die neue Motorradsaison herbei. Doch bevor es auf die erste längere Tour geht, sollte das Motorrad einem technischen Check unterzogen werden.
Zunächst empfiehlt sich eine Sichtprüfung. Haben sich Teile gelöst? Sind Spiegel und Anbauteile intakt? Wichtig ist auch ein Blick auf die Reifen. Diese dürfen keine Beschädigungen, Risse oder sonstige Blessuren aufweisen. Nach dem Optikcheck wird der Luftdruck überprüft. Der für das Motorrad vorgeschriebene Wert steht in der Bedienungsanleitung, bei Motorrädern, die zehn Jahre oder älter sind, sollte man gegebenenfalls beim Reifenhersteller nachfragen, ob die Empfehlung noch aktuell ist.
Wichtig ist auch ein Blick auf die Profiltiefe. Der Gesetzgeber schreibt mindestens 1,6 Millimeter vor, Experten empfehlen mindestens 3 Millimeter. Auch wenn die Reifen optisch überzeugen: Sind sie älter als sechs Jahre, ist ein Austausch ratsam. Mit den Jahren wird die Gummimischung spröder und der Reifen dadurch härter, was sich negativ auf die Fahreigenschaften sowie die Haftung in Kurven und bei Nässe auswirken kann.
Beim Kauf neuer Reifen ist darauf zu achten, dass diese den Angaben in den Fahrzeugpapieren entsprechen. Seit Anfang 2025 ist das viele Jahre gängige System der Herstellerfreigaben auch für neuere Maschinen nicht mehr in Kraft. Stattdessen muss ein neuer Reifen die genauen Vorgaben in den Zulassungspapieren erfüllen. Tut er das nicht, ist eine teure Einzelabnahme nötig.
Neben den Reifen sollten auch die Felgen kritisch unter die Lupe genommen werden, denn Schäden können hier zu Unwuchten und damit zu gefährlichem Fahrverhalten führen. Auch der Rahmen sollte keine Beschädigungen aufweisen. Ein Blick auf die Bremsen ist ebenfalls empfehlenswert. Wenn das Bike aufgebockt ist, lassen sie sich leichter auf Rost oder Beschädigungen untersuchen. Bei der Bremseninspektion sollte auch die Bremsflüssigkeit kontrolliert werden. Ein Wechsel ist spätestens dann erforderlich, wenn die Flüssigkeit nicht mehr gelb, sondern braun erscheint.
Kontrolle der Ölstände und Batterieladung
Es empfiehlt sich außerdem die Kontrolle des Motoröls. Auch die mit Öl gefüllten Stoßdämpfer müssen dicht sein, um einwandfrei zu funktionieren. Eine gut gereinigte und gefettete Kette mit zwei Fingerbreit Spiel - wenn der Fahrer auf dem Motorrad sitzt - kann viel Ärger ersparen.
Bevor der Motor gestartet wird, sollte die Batterie wieder aufgeladen werden. Danach wird der Säurestand in den Zellen überprüft und gegebenenfalls destilliertes Wasser nachgefüllt, wenn es sich noch nicht um eine der inzwischen üblichen wartungsfreien Batterien handelt. Vor dem Anklemmen empfiehlt es sich, die Batteriepole und die Kontaktklemmen zu reinigen. Wurde während der Winterpause nicht geladen, kann eine Tiefentladung die Ursache für den Tod der Batterie sein. Wirkt die Batterie beim Startversuch schlapp und flackert das Licht, sollte ihr Zustand gemessen werden. Entsprechende Geräte sind im Zubehörhandel und im Internet erhältlich. Um den Zustand zu prüfen, bleiben die Kabel an den Batteriepolen angeschlossen. Wer sich das nicht zutraut, kann eine Werkstatt oder eine Prüfstelle aufsuchen. Schließlich müssen Licht und Hupe funktionieren, ebenso die elektrische Anlage sowie Kupplungs- und Seitenständerschalter. Mario Hommen/SP-X