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„Lohengrin“ auf einem Hörplatz: Ein Leben mit Wagner

Klaus Florian Vogt agiert hier. als Lohengrin. Foto: dpa

Ein Lehrer weckt die Liebe zur Oper: Erinnerungen an erste Wagner-Erlebnisse in Bayreuth, Augsburg und später im Opernhaus – von „Lohengrin“ bis „Tristan und Isolde“.

Unser Musiklehrer war ein echter „Wagnerianer“. Er versuchte, uns Schülern das Werk dieses Komponisten zumindest etwas näher zu bringen. Der kommende Sommer ist auch wieder die der Festspiele.

Mitte der 1950er-Jahre erhielt ich durch einen Schulfreund in Bayreuth einen sogenannten Hörplatz im Gebälk des Festspielhauses auf dem Grünen Hügel. Es gab „Lohengrin“. Vom Bühnengeschehen war nicht viel zu sehen, aber dank der guten Akustik des Hauses musste man bei der Musik keine Abstriche machen. 

Dieter Konetzny (86)
Dieter Konetzny (86)

Drei Jahre später leistete ich meinen Wehrdienst auf einem bayischen Fliegerhorst ab. Im Rahmen der Truppenbetreuung konnten interessierte Soldaten an einer Opernaufführung in Ausburg teilnehmen. Uniform war vorgeschrieben. Als wir unsere Plätze einnahmen, hörte ich eine ältere Dame zu ihrer Begleitung sagen: „Schau mal, diese jungen Männer in ihren blauen Uniformen!“ Zur Aufführung kam die Walküre.

Ende der 1970er-Jahre sah ich „Tristan und Isolde“. Neben mir saß ein älterer Herr mit wallender Künstlermähne. Auf den Knien hatte er die Partitur der Oper liegen. Mit der rechten Hand machte er Dirigierbewegungen. Manchmal schüttelte er den Kopf. Es war wohl nicht ganz in seinem Sinne, was das Opernorchester spielte.


Neue Trommeln für die Kinder

Erinnerungen an die Schützenfeste in Wildeshausen

Hermann Kramer (77)
Hermann Kramer (77)

Geboren und aufgewachsen bin ich in Wildeshausen. Wie die Gilden in Neumünster, hat auch die Schützengilde von 1403 in Wildeshausen eine lange Tradition. Der Höhepunkt des Jahres war immer das Schützenfest an den Pfingsttagen. Mehr als 2000 Gildemitglieder mit Herold, Tambourkorps, Spielmannszug, Musikkapellen, Offizieren zu Pferde und in der Kutsche und fünf Kompanien zogen von der Herrlichkeit (Stadtmitte) in den Krandel (Schützenfestplatz). Wir Kinder freuten uns ganz besonders auf unser Kinderschützenfest am Sonntag nach Pfingsten.

Einmal Tambourmajor

In den ersten Jahren marschierten wir als Tambourkorps mit weißem Hemd und schwarzer Hose zum Schützenplatz, begleitet von den Offizieren der Gilde. Nach zwei Jahren bekamen wir dann die alten Uniformen der Großen. Tambourmajor und Trommler zogen mit der fröhlichen Kinderschar, Schützen, Pionieren und Ehrendamen in hübschen Kleidern und mit passenden Schirmen zum Krandel, wo wir mit dem Flitzbogen den König aus schossen. Genau wie die Großen schossen wir auf den eisernen Vogel, der oben auf der Stange thronte.

Schützenkönig bin ich zwar nie geworden, aber 1962 durfte ich noch einmal als Tambourmajor das Trommlerkorps der Kinder anführen. Oberstleutnant Stukenborg von der Schützengilde Wildeshausen hatte den Kindern neue Trommeln gestiftet, die sie mit kräftigen Trommelschlägen präsentierten. In diesem Jahr bin ich nun seit 60 Jahren in der Schützengilde. Noch immer fahre ich gerne zum Schützenfest nach Wildeshausen und freue mich auf das Wiedersehen mit den Kindern von damals. Wenn wir auch heute alle etwas älter geworden sind, kräftig auf die Pauke hauen können wir immer noch.

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