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De Mischung makt uns Redakschoon so bunt

Ljudmilla Schulz (von rechts), Christiane Matthiesen-Toro Toro, Heidemarie Neubauer, Inge Rohwer und Ingrid Luft ward düsse Sitzungen mit soveele nette Lüüd bannig fehlen. Foto: Rolf Ziehm

Na 35 Johr seggt de Senioren-Redakschoon ut Niemünster Tschüüs – mit vele Geschichten, Frünnschap un de lütte Striet över to lange Texe, de Susanne Otto nich dörgahn lot.

NEUMÜNSTER Wenn ik op de meist fiefundörtig Johr, de ik in de Senioren-Redakschoon dorbi bün, trüchdenken doh, denn heff ik veele, veele Biller vör Ogen vun Minschen mit de ik eenmol in Maand bi unsre Sitzungen tohopen sitten heff. Sünd leider al eenige, de nich mehr ünner uns sünd. Wat för ünnerscheedliche Minschen, vun Dokter över Lehrersch un Paster, Verköpersch un Beamte is bi uns allens dorbi un jüst düsse Mischung makt uns Redakschoon so bunt un interressant. Un so kunnen wi veel vuneenanner lehrn.

De Themen, över de wi in de fiefundörtig Johrn schreven hebbt weern vun jeden vun uns ümmer wedder wat Nieges över dat wi denn ok düchtig diskuteerten. Hier sünd so manche Schlachten utfochten wurrn, denn wi weern nich ümmer alle eene Meenung. De Mannslüüd harrn sik mitünner ok mol bös in de Plünn. Man wenn wi utenanner gungen, weer allens wedder okay.

Unsen Dr. Otto Rühling hett veel över dat Leven in`t Öller schreven. Sepp Hienstorfer keem ut Bayern un dorüm gev he op unsre Sieden Tipps wat för Schoh man op keenen Fall ton Bergstiegen antrecken schull. Eenige vun uns schreven vun eere Grootöllern or över de Flucht gen Westen. Den tweeten Weltkrieg harrn wi ok öftens tofaten, denn wi Niemünsteraner kunnen uns noch good an de Angriffe op Niemünster besinnen. Jürgen Carstens kennte sik good op den Lüttenbleeken un Ümgebung ut un so hett he över Guschi un den Italener Mariotto Artikel schreven. Mi is natüürlich Dr. Karl Hauschild an besten in Erinnerung bleven, he weer de Propst hier in Niemünster un hett mi domaals in Einfeld konfermeert. He schrev de Kolumne op unsre Sieden:„Kiek mol üm di.“

Unternehmen aus der Region
Inge Rohwer (84)
Inge Rohwer (84)

He weer ok de, de mi na de erste Sitzung, nadem ik bannig opgeregt mienen erstenArtikel vörlest harr, säh: „Mak wieder so, mien Deern, dat weer good.“ Sogor in de vergahn twölv Maanden sünd noch eenige vun uns gahn.

Unsen Paster Kurt Triebel, de schrev: „Mit Triebel durch die Bibel“ hett uns verlaten un Manfred Weiher ok. Ik kann se unmöglich alle optellen, denn mutt Susanne Otto wedder ran un dat will ik nich. Denn alle, de wi dorbi sünd, künnt meist bi unsre Geschichten keen Enn finnen, dat bedüüd se sünd mitünner veel to lang. Denn mutt Susanne Otto ingriepen, avers dor kennt se keen Pardon, denn ward ebenkürzt. So veele Johrn, de unsre Senioren-Redakschoon in Niemünster al besteiht gifft blots eenmol: Wi sünd also eenmolig. Liekers sünd de fiefundörtig Johr mit de tollen Fruunslüüd Angela Gaertig un Susanne Otto nu vörbi. Schaaaad! Ik mutt seggen, düsse Sitzungen mit soveele nette Lüüd, de Diskuschoonen un dat Schrieven ward mi bannig fehlen.


Soziale Kontake sind wichtig

Die Seniorenredaktion ist ein Teil davon

Εva Tange (96)
Εva Tange (96)

Als Behinderte musste ich mit 60 Jahren in Rente gehen. Rechtzeitig bereitete ich mich vor. Rentenberatung war wichtig, vor allem die Information: Wie nutze ich die neue Freizeit? Wer kennt noch die Ausstellung„Wir haben ein Hobby“ - kurz Wihaho? Sie fand mehrere Jahre in den Holstenhallen statt. Dort informierte ich mich. Kurse im Puppen- und Teddybasteln bot die Familienbildungsstätte an. Viele Teilnehmer waren aus der Generation, die sich, bedingt durch den Krieg 1939/45, im Alter ihre Kinderwünsche erfüllten. Am 26. Februar 1989 bastelte ich meinen ersten Teddy. Am 28. Februar 1989, ein Montag, war die Verabschiedung aus dem Erwerbsleben; der Teddy begleitete mich.

Gründungsmitglied beim Senioren-Computer-Club

Puppen- und Teddybasteln wurde neben Häkeln und Stricken mein Hobby. Die Kenntnisse gab ich im Bekanntenkreis weiter. Ich hatte lange Zeit eine Bastelgruppe. Es machte viel Freude, aber alles hat seine Zeit. Durch Mundpropaganda erfuhr ich 1990 von der Seniorenredaktion. Ich besuchte die Gruppe und wurde Mitglied, bin allerdings keine Viel-Schreiberin. Kontakte nach Solingen, wo ich aufgewachsen bin, nahm ich auf. Jetzt hatte ich Zeit. Ich fuhr etliche Jahre zu ein Klassentreffen, auch zur goldenen Konfirmation, freudiges Wiedersehen nach all den Jahren. Irgendwann war Schluss, der Lauf der Dinge.

Ende 2000 kam ein Bus aus Köln. Es ging darum, Senioren für Computer zu interessieren. Ich trug mich in die Liste ein, gehöre zu den Gründungsmitgliedern des Senioren-Computer-Clubs Neumünster (SCCN). Wir erwarben Grundkenntnisse am Computer. Welche rasante Entwicklung nahm die Technik. Als Herbst 2013 der Umgang mit Handys (Android/IPhone) angeboten wurde, entschied ich mich für die Apple-Geräte IPhone und IPad. Ich benutze sie täglich. Mit zunehmendem Alter kamen weitere körperliche Einschränkungen. 2016/17 ruhten alle Aktivitäten. Ich hatte ein Abo im FEK, dann Uni Kiel, Kurzzeitpflege wieder FEK: insgesamt sieben Monate. Inzwischen ist 2025: Einmal die Woche geht es zum Computern. Dank der Hilfsbereitschaft von zwei Teilnehmerinnen, die mich an der Wohnungstüre abholen und wieder zurück bringen, ist es möglich. Soziale Kontakte sind wichtig und müssen gepflegt werden.


Noch einmal ein Rezept

Ursula Holtmann (89)
Ursula Holtmann (89)

Alles findet einmal ein Ende. So ist es auch mit unserer Seniorenredaktion. Viele Jahre, ich meine, es waren 25 Jahre, habe ich gerne mit unterschiedlichen Themen mitgemischt. Nun gibt es nochmals ein Rezept von mir. Es fiel mir kürzlich ein, als ich mal wieder nicht wusste, was ich heute kochen sollte. Vielleicht Himmel und Erde? Das sind Äpfel und Kartoffeln zusammengekocht, und diese Zutaten sind fast immer im Hause. Das Gericht ist aber nicht so ganz mein Geschmack. Hier nun eine Variante (für eine Person): Ein Apfel wird geschält, geviertelt und in dünne Scheiben geschnitten. Dazu wird eine große Zwiebel in Ringe geschnitten. Etwas Fett in der Pfanne erhitzen und alle Zutaten bräunen, salzen, pfeffern. Dazu passen Kartoffelstampf oder Pellkartoffeln.


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