Die Nordsee rund um Föhr - ein Eldorado für Wassersportler: ob auf Surfbrett, SUP, Katamaran oder Segelboot. Doch welcher Wassersport ist für wen geeignet? Unsere Redaktion hat's getestet, diesmal beim Segel-Schnupperkurs auf Föhr.
„Und? Kannst du schon segeln?“, fragt Benedikt. Gut gelaunt, sportlich gekleidet und mit einer Sonnenbrille auf der Nase steht er neben mir auf dem Steg am Wyker Hafen.„Nö“, sage ich, „ich habe wirklich null Segelerfahrungen.“ Benedikt und ich werden also im wahrsten Sinne des Wortes im gleichen Boot sitzen - beide haben wir keine Segelerfahrung, beide schnuppern wir aber gleich mal rein. Mit dabei ist auch Harald. Der Urlauber aus dem Raum Münster bringt schon Segelerfahrung mit - und hat „Hunger“ auf mehr.
Raus auf die Nordsee geht's für uns mit Bene König. Seit fünf Jahren heißt es bei ihm und seiner gleichnamigen Segelschule in Wyk auf Föhr„Komm' an Bord!“. Bene ist nicht nur Gründer und Inhaber der Segelschule, sondern auch Segellehrer und Segeltrainer. Ein Profi, der die Nordsee in- und auswendig kennt.

Schnell wird mir klar, dass es ganz anders als in meiner Vorstellung läuft. Mal eben aufs Boot und lossegeln? Weit gefehlt. „Vor jedem Törn machen wir Wetterkunde“, sagt Bene. Die Sicherheit, die steht bei ihm an erster Stelle.„Bei all den Vorhersagen und den Apps, die man heutzutage auf dem Handy hat, kann es nicht passieren, dass es heißt, man wurde vom Wetter überrascht“, macht Bene deutlich, während er die Schwimmwesten verteilt.
Es ist nicht das einzige Theoretische, was uns Bene noch vor dem Start vermittelt. Segel- und Knotenkunde gehören auch dazu und viele Fachbegriffe, die ich mir kaum merken kann. Dennoch saugen Benedikt, Harald und ich alle Informationen wie einen Schwamm auf. Und wir bekommen unsere ersten Aufgaben, um das Segelboot startklar für den Törn zu machen.
Bene erklärt das in aller Ruhe, nimmt es mit Humor, wenn der Knoten nicht auf Anhieb klappt. Die Stimmung an diesem Tag: perfekt. Das Wetter? Noch besser, denn draußen auf der Nordsee erwarten uns Wind und Wellen. Genau das will ich erleben. Während sich Harald und Benedikt an der Pinne, dem Ruder des Bootes abwechseln, bin ich die Frau für das Tauwerk an Bord, um die Segel richtig zu setzen. Alleine schaffe ich das nicht. Bene hilft gerne. „Jetzt ist genießen angesagt“, sagt Bene. Das Segelschulschiff legt sich in diesem Moment schräg. Ziemlich schräg. Ein irres Gefühl - das sehen auch Harald und Benedikt so. Bene freut's.„Das ist Segeln“, sagt er.
Text: Jessica Höffner