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Schafe, Wind und das Wasser des Lebens

Mit einer Freundin hatte ich viele Erlebnisse in Schottland.

Im August 1985 hatten meine Freundin und ich über die British Youth Hostels Association Übernachtungen in Schottland gebucht. Wir fuhren mit dem Bus von der Anglo-German-Transline von Braunschweig aus, der zu 90 Prozent Angehörige der in Deutschland stationierten British Army beförderte.

Christiane Matthiesen-Toro Toro (64)
Christiane Matthiesen-Toro Toro (64)

Kurz hinter der holländischen Grenze fand ein großer „change“ statt. Aus allen Richtungen Europas versammelten sich die Busse und tauschten die Passagiere aus: ein staubiger Platz, Geschreiende witterwetter, Kinder, wartende Menschen. Nachmittags wurde Edinburgh erreicht. Wir fanden die Jugendherberge, allerdings kamen unsere Reiseunterlagen erst am nächsten Tag an. Mit dem Doppeldeckerbus fuhren wir nach Inverness. Die Landschaft präsentierte sich geheimnisvoll in Nebelschwaden und Regenwolken, ich wäre gerne querfeldein gelaufen. Am nächsten Tag gestaltete sich die Übertahrt zu den Orkney-Inseln mit der Fähre sehr stürmisch, wir mussten die Fische füttern. Ein Mitreisender erzählte, dass er auf seiner kleinen Insel 150 Schafe besäße, wir Ladys wären dort sehr willkommen. Allerdings hatten wir andere Pläne und verzichteten auf das Angebot.

Auf den Inseln präsentierten sich unsere Unterkünfte sehr urig und rustikal, es gab keine nach Geschlechtern getrennten Schlafräume.

Wir erhielten unsere Fahrräder, die schon arg genutzt worden waren, das Fahren gestaltete sich schwierig, zusätzlich erschwert durch den permanenten Wind, der gefühlt immer von vorne kam. Wir erkundeten trotzdem ein Steinzeitdorf, Steinringe, Museen. Außerdem besichtigten wir eine Whiskydestillerie. Für dieses „Wasser des Lebens“ konnte ich mich nicht begeistern.

Einen nachhaltigen Eindruck hinterließ die Italian Chapel, die von italienischen Kriegsgefangenen 1943 gebaut worden war. Sie steht in der Nähe von Scapa flow, wo die deutsche Kriegsmarine das Schlachtschiff HMS Royal Oak versenkte, 833 Menschen kamen ums Leben. Es waren für mich fremde Gedanken an einem landschaftlich so schönem Ort mit so schrecklicher Geschichte.

Die Rückreise mit Bus, Bahn, Fähre verlief abwechslungsreich in Folge starken Seegangs. Nach einer unruhigen Nacht in Edinburgh wegen Überfüllung der Herberge verließen wir früh unser Domizil. Nach mehreren Stunden Fahrt erreichten wir endlich Dover. Am späten Nachmittag hatte Kiel mich wieder. Es war eine ereignisreiche und landschaftlich beeindruckende Reise.

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