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Pflanzen und der Klimawandel: Der zukunftsfähige Garten

Mischkultur lautet das Zauberwort: Wo verschiedene Pflanzen wachsen, haben es Schädlinge schwerer. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Wetterextreme überstehen Mit diesen Tipps werden Blumen & Co. resilienter

Der Klimawandel ist für unsere Gärten eine große Herausforderung, Trockene, heiße Sommer und lichtarme, feuchte Wintermonate werden immer häufiger. Dazu kommt Starkregen. Die Pflanzen müssen echte Extreme überstehen. Wie kann man ihnen dabei helfen?
Brigitte Röde, Landschaftsarchitektin und Mitgründerin der Gartenakademie Dycker Feld in Jüchen, erklärt zwei wichtige Grundregeln: bei Hitze nicht ständig gießen und nicht gegen jeden Schädling gleich zu Pflanzenschutzmitteln greifen. Das hilft aber natürlich nur begrenzt. 

Unternehmen aus der Region

Wer seinen Garten wirklich zukunftsfähig machen will, sollte auch über eine angepasste Zusammenstellung der Pflanzen nachdenken. „Wir werden uns an andere Bilder von Gärten gewöhnen müssen“, sagt Pia Präger. Sie ist Gärtnermeisterin und stellvertretende Vorsitzende im Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL). Für sie lautet der Schlüssel zum Glück: Vielfalt.

Ein reines Rosenbeet ohne begleitende Stauden und Sommerblumen, der Rasen oder klassische Formschnitthecken stellen im Prinzip Monokulturen dar. Ein neuer Schädling wie der Buchsbaumzünsler, ein Gewittersturm oder Dürre schädigen Pflanzen eines Typs oft gleichermaßen. Besser: Hecken, die sich aus verschiedenen Gehölzen zusammensetzen, ein Kräuterrasen und bunt gemischte Blumenbeete sind Alternativen mit viel mehr Resilienz. Dabei sollte man sich allerdings genau mit den Ansprüchen der Pflanzen beschäftigen. „Licht, Boden und Wind sind die drei Hauptaspekte, mit denen die Pflanzen klarkommen müssen“, erklärt Brigitte Röde. Der Lavendel zum Beispiel hat im Halbschatten keine Chance. 

Unternehmen aus der Region

Röde setzt auf heimische Pflanzen. „Dabei können züchterisch beeinflusste Formen gewählt werden, aber die Erfahrung der natürlichen Pflanzengesellschaften führt zu einem besseren Erfolg und damit auch zu einem pflegeleichteren Garten“, sagt die Gartenarchitektin.

Pia Präger rät davon ab, den Standort für bestimmte Pflanzen anzupassen. „Ökologisch und auch ökonomisch ist es suboptimal einen Boden auszutauschen, damit eine bestimmte Pflanze wächst“, sagt sie. Die Bepflanzung sollte also angepasst werden, nicht die Begebenheiten. In Bezug auf das Wassermanagement rät Brigitte Röde die Beete wenn möglich etwas höher als den Rasen anzulegen und auch die Rasenfläche mit einem Höhenprofil anzulegen. So wird Wasser im Garten gesammelt, statt abzufließen. Schattige Bereiche helfen zusätzlich, den Wasserverbrauch des Gartens zu senken, und das Mikroklima des Gartens durch mehr Luftfeuchtigkeit zu verbessern.
Fest steht: Die Steigerung der Resilienz eines Gartens erzielt man mit zahlreichen kleinen Maßnahmen und Veränderungen. „Es muss nicht alles weg und neu gemacht werden, sondern man muss lernen zu sehen, was geändert werden muss und was sich bewährt hat“, fasst Brigitte Röde zusammen.

Dorothée Waechter/dpa


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