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Präzisionsonkologie am UKSH: Neue Perspektive für Krebspatienten

Bei der 16. Kuratoriumssitzung der Förderstiftung des UKSH im Schloss Plön im Juli 2024 verfolgten die Kuratoren den Vortrag zur DNA-Methylierungsanalyse für die Präzisionsonkologie im Rahmen des Molekularen Tumorboards mit großem Interesse. Fotos: Sven Janssen für UKSH Gutes tun! | uksh.de/gutestun

Krebstherapie wird um innovative DNA-Analyse erweitert

Seit 2019 bietet das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) mit dem Molekularen Tumorboard (MTB) ein innovatives Behandlungsangebot für Krebserkrankte an, die keine standardisierten Therapien mehr zur Verfügung haben. In den interdisziplinären Teams des MTB des Universitären Cancer Center Schleswig-Holsteins (UCCSH) werden die molekularen Profile der Tumoren analysiert, um für jede Patientin und jeden Patienten eine maßgeschneiderte Therapie zu entwickeln. Diese personalisierten Behandlungen sind oft wirksamer und besser verträglich als Standardtherapien. 

Die bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend: In etwa einem Drittel der Fälle konnte das Tumorboard neue, zielgerichtete Therapieoptionen umsetzen, die zu einer Verbesserung der Lebensqualität und Prognose der Patientinnen und Patienten geführt haben.
In den vergangenen Jahren hat sich das MTB des UCCSH als führendes Zentrum für Präzisionsonkologie etabliert. Auch dank der Unterstützung der UKSH-Förderstiftung konnte das Tumorboard in Kiel und Lübeck weiter ausgebaut werden. Seit 2014 hat die Förderstiftung des UKSH bereits 19 onkologische Projekte am UKSH mit mehr als 900000 Euro unterstützt.

Mit der diesjährigen Förderung der Förderstiftung von mehr als 51000 Euro wird die Diagnostik des MTB durch die Einführung der DNA-Methylierungsanalyse erweitert. Dabei handelt es sich um eine neue, innovative Methode, die zusätzliche Therapieansätze aufzeigt und die Präzision der Diagnosen weiter verbessert. „Ziel dieses Leuchtturm-Projektes ist es, ein weiteres innovatives Verfahren der individualisierten Krebstherapie im Rahmen des campusübergreifenden Tumorboards am UCCSH hinzuzufügen, um unseren Krebspatientinnen und -patienten die Identifikation neuer, zielgerichteter Therapieoptionen zu ermöglichen. Eine spezielle Analyse von Tumorproben im Bereich der Epigenetik, die genomweite Analyse der DNA-Methylierung, eröffnet uns ein noch tiefergreifendes Verständnis der treibenden Mechanismen einer Tumorerkrankung“, erklärt PD Dr. Niklas Gebauer, Koordinator des Zentrums für Hämatologische Neoplasien aus der Klinik für Hämatologie und Onkologie am Campus Lübeck und Mitglied im campusübergreifend aktiven molekularen Tumorboard.

Die DNA-Methylierung, eine chemische Modifikation der DNA, spielt eine wichtige Rolle bei der Steuerung der Genaktivität. Bei Krebserkrankungen hinterlassen diese Modifikationen spezifische Spuren, die sich durch moderne Verfahren analysieren lassen. Diese Analyse kann helfen, die Herkunft des Tumors zu identifizieren und zusätzliche Therapieoptionen zu erschließen, insbesondere in Fällen, bei denen klassische DNA- oder RNA-Analysen keine eindeutigen Ergebnisse liefern. Dies bietet vor allem Patientinnen und Patienten bei denen der Ursprungstumor unbekannt ist oder mit aggressiven Tumoren neue Chancen, zum Beispiel bei seltenen und gefährlichen Blutkrebserkrankungen.

 Das UKSH nimmt in Norddeutschland eine Vorreiterrolle bei der Anwendung dieser Technologie ein. Nur wenige andere Zentren in Deutschland bieten ähnliche Analysen an. Ziel des UKSH ist es, die DNA-Methylierungsanalyse in die klinische Routine zu integrieren und eine Erstattung durch die Krankenkassen zu erreichen. Zudem könnten durch die erweiterte molekulare Diagnostik neue Kooperationen mit der pharmazeutischen Industrie sowie klinische Studien angestoßen werden. 

PD Dr. Niklas Gebauer, Koordinator des Zentrums für Hämatologische Neoplasien aus der Klinik für Hämatologie und Onkologie am Campus Lübeck und Mitglied im campusübergreifend aktiven molekularen Tumorboard.
PD Dr. Niklas Gebauer, Koordinator des Zentrums für Hämatologische Neoplasien aus der Klinik für Hämatologie und Onkologie am Campus Lübeck und Mitglied im campusübergreifend aktiven molekularen Tumorboard.

Durch die Einführung der DNA-Methylierungsanalyse schließt das UKSH eine wichtige diagnostische Lücke und bietet Krebserkrankten am Ende ihrer Therapieoptionen neue Hoffnung. Die Technologie soll in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden, mit dem Ziel, noch mehr Patientinnen und Patienten zu erreichen und mindestens 50 Prozent der Fälle über die Krankenkassen abzurechnen. Zudem wird die wissenschaftliche Begleitung der Methode weitergeführt, um die Wirksamkeit der neuen Technologie zu bestätigen und weitere Fortschritte in der personalisierten Krebstherapie zu ermöglichen. Dies stärkt die Position des UKSH als führendes Zentrum für personalisierte Medizin in Deutschland und setzt neue Maßstäbe in der onkologischen Versorgung. Für Patientinnen und Patienten, deren bisherige Therapien ausgeschöpft sind, eröffnet sich so eine neue Perspektive in einer Zeit, in der die Präzisionsmedizin an Bedeutung gewinnt.

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Weitere Informationen: www.uksh.de/gutestun |
Mail: kuratorium@uksh.de

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