Die Niebüller Geschäftsleute geben sich jedes Jahr viel Mühe mit der Gestaltung ihrer Schaufenster. Die klassischen Weihnachtsmänner der Einkaufswelt Knudtsen kennt wohl jeder Niebüller. Doch auch in diesem Jahr gibt es jede Menge dekorative Konkurrenz.
Hinter der Scheibe der Friesen-Apotheke etwa verbirgt sich eine kleine, zauberhafte Miniaturwunderwelt. Es gibt eine wunderbare Schnee-Szenerie zu sehen. Fleißig wird vom Hausberg gerodelt, andere vergnügen sich auf der Eisbahn. Sogar eine Seilbahn ist zu sehen. Ein Riesenrad dreht sich, alles tummelt sich an geöffneten Weihnachtsbuden, wo sich eine weitere Eisbahn befindet. Auch ein Karussel darf nicht fehlen. Wer das alles gebaut hat? In der Apotheke hüllt man sich in Stillschweigen. „Vielleicht war es der Nikolaus?“
Gleich nebenan verzaubert das Teegeschäft mit vielen liebenswerten Details. Hier steht der Nussknacker im Mittelpunkt. Silke Quednau hat sich alle Mühe gegeben, es schön zu gestalten. Wenig weiter ziehen die Fenster der Einkaufswelt Knudtsen alle in den Bann. Die Kinder warten jedes Jahr auf das „Bamm, bamm, bamm!“ Dieses Klopfen an der großen Schaufensterscheibe gehört dazu. Der Verursacher des Geräusches ist ein stolzer Weihnachtsmann, der von innen an die Scheibe klopft. „Ich kenne ihn seit Jahren nicht anders“, lacht Claudia Hansen. Sie überprüft jedes Jahr im November, ob der Klassiker der Schaufenstergestaltung noch seinen Dienst tut.


Ältere Niebüller kennen den Herrn noch aus ihrer Jugendzeit; und das kann durchaus 60 Jahre her sein. Schon damals stand „Klopfer“ im Schaufenster der Firma Meinert Holst und schaute in die Niebüller Lornsenstraße. Wer sich erinnert, weiß, dass dort sein Stammplatz war. Passend zur weihnachtlichen Dekoration tauchte der Weihnachtsmann wie aus dem Nichts auf. Seine „Kollegen“ standen in den anderen Fenstern. Doch diese Figuren waren bei weitem nicht so interessant, da sie sich nicht bewegten.
Beim Blick auf „Klopfer“ werden auch heute nicht Erinnerungen wach. „Ja, was hat man sich bei seinem Anblick alles gewünscht!“ Könnten diese Wünsche in Erfüllung gehen? Der Wunschzettel war längst geschrieben. Dann begann das Bangen....Natürlich war alles im Verborgenen, blieb ein Geheimnis. Die Überraschung musste bis Heiligabend erhalten bleiben. Bis die Spieluhr mit „Stille Nacht“ ertönte, sich die Tür zum verschlossenen Weihnachtszimmer langsam öffnete und der Blick auf den Baum mit den brennenden Lichterkerzen fiel. Eine unglaubliche Faszination ging davon aus. Darunter lagen die Geschenke...Der magische Moment rückte näher.
Doch davon wusste „Klopfer“ natürlich nichts. Er stand weiterhin treu und brav im Schaufenster und machte auf sich aufmerksam. „Wir müssen ihn jedesmal genau aufstellen“, so Claudia Hansen. „Wenn er zu nah an der Scheibe steht, wird das Geräusch zu laut.“ Dann kann es vorkommen, dass sich die Nachbarn beschweren. Doch das ist lange her: Jetzt wird am Abend der Strom abgeschaltet. // Arndt Prenzel