Wer von Leck um die Köm-Insel herumfährt, kann die riesige Weihnachtstanne schon erspähen. Mit 16,50 Metern Höhe und einem Stammumfang von zwei Metern ist die Tanne vor der dem alten Schulgebäude in Lindholm eine der höchsten Weihnachtstannen der Umgebung.

Im Spaß wird jedes Jahr ein Wettbewerb ausgerufen: Ist es womöglich die Höchste in Südtondern? Bislang gab es keine Bewerbermeldungen aus der Umgebung. Das liegt aber auch daran, dass man in Südtondern gönnen kann. Aus dem Tännchen vor der Schule ist in fast einem Vierteljahrhundert ein ansehnlicher Baum geworden. Jedes Jahr strahlt er zum Advent weihnachtlich ins Land.
Es ist im Laufe der Zeit schon so etwas wie ein lustiges Ritual geworden: Jahr für Jahr überlegt das Betreuungspersonal aus Hausmeistern, Bürgermeister und Ehrenamtlichen bei einem Frühstück: „Sollen wir sie endlich einmal absägen und wieder von vorn anfangen?“ Doch dieses Vorhaben wird Jahr um Jahr angekündigt, um es doch wieder zu verschieben. Peter Hamann hat die Mini-Tanne im Jahr 2000 gepflanzt und seither gepflegt „wie ein kleines Kind“. „Damals war sie nur drei Meter hoch“, erinnert sich der frühere Hausmeister. Seitdem wuchs die Nordmann-Tanne jedes Jahr mindestens einen halben Meter. Inzwischen gilt sie als ausgewachsen.
Peter Hamann ist nach wie vor involviert, da er die vielgliederige Lichtanlage pflegt. „Wir haben über 600 Glühbirnen in vielen unterschiedlichen Lichterketten aneinandergereiht“, erklärt er. „Maximal sind diese bis zu 32 Meter lang. Es sind genau 30 Lichterketten.“ Peter Hamann checkt jede Birne in der Werkstatt, kontrolliert die Lichterketten, ob sie auch halten. Bei dieser Sorgfalt kann nichts schiefgehen. Hamann hatte zuvor 363 Tage in Krankenhäusern verbracht. Aber: „Der erste Weg ist immer zum Baum!“ Jeden Tag schaut er nach dem Rechten. Und wenn Ersatz benötigt wird, hat er in seiner Werkstatt genügend Nachschub.
Das Aufhängen erledigte diesmal Nachbar Broder „Bubba“ Sönnichsen und Gemeindearbeiter Heiko Carstensen auf dem Teleporter. Ein weiterer Ehrenamtler aus dem Dorf, Kalle Sönnichsen, war ebenso dabei wie Hausmeister Dirk Clausen. „Gemeinsam funktioniert alles besser, es hat bestens trotz Wind und Regen geklappt“, freut sich Bürgermeister Hans Bruhn, der natürlich mit von der Partie war. // Arndt Prenzel