hier ist wieder Ediko, der weiße Schäferhund aus Neumünster. Ihr erinnert euch bestimmt noch, dass ich euch im letzten Jahr erzählt hatte, wie ich das erste Weihnachtsfest in meiner Familie erlebt habe. Nun bin ich schon erwachsen, na ja, meistens. Frauchen sagt, dass ich manchmal noch Unsinn mache. Dabei bin ich nur verspielt, und das wird auch so bleiben.

Wir gehen immer noch zur Hundeschule und lernen dort beide jedes Mal neue Übungen. Wenn Frauchen mit mir trainiert, lerne ich die neuen Übungen ganz schnell, wenn es dabei Leckerlis für mich gibt. Neulich musste ich über ihren Rücken springen. Zuerst traute ich mich das nicht, denn ich will ihr ja nicht weh tun. Jedes Mal, wenn ich die Übung richtig ausgeführt hatte, bekam ich ein Leckerli – eine tolle Sache. Zum Schluss wusste ich ganz genau, was ich machen sollte, aber ich habe mich ein wenig begriffsstutzig angestellt, damit ich mehr Leckerlis bekomme. Aber verratet mich bitte nicht bei Frauchen!
Jetzt sind die Tage wieder kürzer und es wird kälter. Ob bald wieder dieses komische weiße Zeug draußen liegen wird, das alles ganz rutschig macht? Ich liebe das. Wenn ich meine Nase da hineinstecke, ist sie wunderbar kühl. Und alle Gerüche bleiben länger in dem Zeug, sodass ich riechen kann, wenn der große Hase, der manchmal provozierend auf meinem Lieblingsplatz draußen sitzt, dort gewesen ist oder meine ganzen Hundefreunde. Dann müsste es bald wieder so weit sein, dass Herrchen einen piksenden Baum ins Wohnzimmer stellt. Die Lichter darauf knipsen meine Leute dann immer an. Ob es nicht besser wäre, sich eine Lampe zu kaufen? Von der fallen keine Nadeln herunter. Sie bräuchten auch nicht immer einen Baum zu kaufen, den sie später sowieso wieder entsorgen. Weshalb sie in den Baum bunte Bälle hängen – mit denen ich noch nie spielen durfte – ist mir ein Rätsel.
Im letzten Jahr sind wir, nachdem viel Besuch im Zimmer mit dem Baum gewesen ist, nach Dänemark gefahren. Herrchen und Frauchen haben sich mit einer anderen Familie und meiner Hundefreundin Greta zusammengetan. Greta hat Angst, wenn es knallt. Und bei uns knallt es immer an einem bestimmten Tag im Jahr. Das wollten sie Greta nicht antun. So waren wir in einem Haus, das nicht weit vom Strand entfernt war. Die ganze Gegend roch nach Meer. Manchmal durften wir auch am Strand spielen, aber leider nicht ins Wasser gehen. An dem einen Abend haben wir aus weiter Ferne Geräusche gehört, aber Greta war nicht beunruhigt. Und alle Menschen haben einander umarmt und sich nette Worte gesagt. Das war richtig schön! Passt auf euch auf und macht euch eine schöne Zeit!
Bis zum
nächsten Mal, euer Ediko

