Wenn man als Mensch mit Handicap eine Reise unternimmt, dann rechnet man nicht damit, dass in der gebuchten Hotelclubanlage ein internationales Tennisturnier für Tennisspieler mit Behinderung stattfindet. Man wird richtig demütig, wenn man jungen Frauen und Männern ohne Beine zusehen durfte, wie sie mit ihren speziellen Rollstühlen an einem hochrangigen Tennisturnier teilnehmen.

Meine Einschränkungen sind zwar geringer, aber aufgrund meines fortschreitenden Alters komme ich damit viel schlechter zurecht als die jungen Sportler. Der Weg vom Apartment zum Pool war mit mehreren hundert Metern doch erheblich, sodass ich innerhalb eines Gebäudekomplexes nur aufgrund der vorhandenen Sitzmöglichkeiten den Weg zu unseren Liegen schaffen konnte. Der Rückweg war ebenso beschwerlich, sodass ich oft Pausen einlegen musste. Die Hilfsbereitschaft der Miturlauber war beträchtlich. So kann ich von einem jungen Mann berichten, der mir mit einer mir unbekannten Sprache seinen Arm als Stütze anbot. Die nächste Bank konnte ich so mit seiner Hilfe erreichen.
Durch Zeichensprache machte ich ihm klar, dass ich den weiteren Weg alleine bewältigen konnte. Wie aus dem Nichts tauchte eine Frau auf, die mir in Schweizerdeutsch mitteilte, dass mich ihr tschechischer Freund natürlich auch noch in den dritten Stock begleiten würde. Wenn ich mich mit ihr nicht hätte verständigen können, wäre ich wohl unweigerlich dort gelandet. Auf einem Teil des Weges blieb ich in tschechischer Begleitung.
Als Mensch mit Handicap erlebe ich oft Hilfsbereitschaft und bin einfach nur dankbar für die mir entgegengebrachte Aufmerksamkeit. Und wenn ich die Sportler als Vorbild für ein gehandicaptes Leben betrachte, dann bin ich dankbar, dass ich manchmal nur mit Hilfe anderer Wege bestreiten kann. Da nehme ich dann auch einmal einen gegen meinen Willen erzwungenen Umweg hin.