Machen wir uns nichts vor, als Azubi kann ich keine 500 Euro monatlich zur Seite legen, das ist utopisch. Und selbst wenn es möglich wäre, würden es die wenigsten machen - schließlich ist es das erste, eigene, hart verdiente Geld. Doch was könnt ihr tun, damit am Ende des Monats mehr Geld übrig bleibt? Und wie bekommt ihr einen Überblick und ein Gefühl für das Geld, was ihr verdient? Dazu die wichtigste Frage: Was müsst ihr nun eigentlich bezahlen - und was nicht?
ARBEITSMITTEL
Die Ausbildung beginnt und eigentlich scheint alles bereit für einen erfolgreichen Start. Doch oft muss noch einiges besorgt werden - von der passenden - Sicherheitskleidung bis hin zu Werkzeugen. Das kann schnell teuer werden. Muss ich das als Azubi selbst bezahlen? Im Berufsbildungsgesetz (Paragraf 14) ist folgendes festgelegt: Azubis bekommen die Ausbildungsmittel kostenlos zur Verfügung gestellt, insbesondere Werkzeuge, Werkstoffe und Fachliteratur, die zur Berufsausbildung und zum Ablegen von Zwischen- und Abschlussprüfungen erforderlich sind. Bei Schulbüchern und Lernmitteln für die Berufsschule ist der Betrieb nicht verantwortlich. Entweder die Berufsschule stellt Bücher und Co. oder Auszubildende müssen sie bezahlen. Denn Schulbücher zählen nicht als Fachliteratur für die betriebliche Ausbildung.
STAATLICHE HILFE
Es gibt zum Beispiel die Berufsausbildungsbeihilfe oder das Wohngeld, welches du als staatliche Hilfe in Anspruch nehmen kannst. Welche Voraussetzungen jeweils gelten, erfährst du bei der Bundesagentur für Arbeit beziehungsweise bei der örtlichen Wohngeldstelle der Kommune.
POLICEN FÜR HANDY UND CO.
Verbraucherschützer raten davon ab, Versicherungsabschlüsse wie Policen für das Handy, Tablet oder Notebook abzuschließen. Grund: Sie sind vergleichsweise teuer, versichern aber ein überschaubares Risiko.
VERMÖGENSWIRKSAME LEISTUNGEN
Falls ihr einen Anspruch darauf habt, solltet ihr euch die Vermögenswirksamen Leistungen (VL) nicht entgehen lassen. Viele Arbeitgeber fördern den Vermögensaufbau mit Zuschüssen von bis zu 40 Euro pro Monat. Dieses Geld könnt ihr euch direkt in einen VL-Vertrag, einen VL-Fondssparplan einen oder VL-Bausparvertrag einzahlen lassen. Die staatliche Arbeitnehmer-Sparzulage kommt gegebenenfalls on top. Eine Nachfrage im Betrieb lohnt sich auf jeden Fall.
VERSICHERUNGEN
Setzt euch mit euren Eltern zusammen und sprecht über euren Versicherungsschutz. Beispiel: Wenn ihr noch zu Hause wohnt, seid ihr in der Regel über die Privathaftpflicht eurer Eltern mitversichert und müsst keine eigene Privathaftpflicht abschließen.
DIE 50-30-20-REGEL
Wie viel ihr wirklich sparen könnt, hängt größtenteils davon ab, ob ihr für eure eigenen Lebenshaltungskosten selbst aufkommen müsst oder nicht. Azubis, die zu Hause bei den Eltern wohnen, dort essen und leben, haben ein ganz anderes Sparpotenzial als die Azubis, die in eine WG oder Wohnung ziehen. Das Institut für Finanzdienstleistungen empfiehlt die 50-30-20-Regel. Nach ihr sollten etwa mit 50 Prozent des Gehalts sämtliche Fixausgaben wie Miete und Rechnungen bezahlt sein. 30 Prozent davon können für persönliche Bedürfnisse wie Hobbys und die Freizeitgestaltung ausgegeben werden und weitere 20 Prozent sollten fürs Sparen verwendet werden.
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