Meine Weiterbildung fängt für mich mit einem sechswöchigen Theorieblock an, in dem wir die wichtigsten Grundlagen zu Anatomie und Physiologie, Medikamentenkunde, Trauma- und Notfallpatienten und Rechtsgrundlagen vermittelt bekommen. Nachdem wir am ersten Tag bereits unser eigenes Stethoskop bekommen haben, begann die Woche mit einer Einführung in die verschiedenen Themengebiete, die uns durch erfahrene Notfallsanitäter oder Notärzte, Internisten und Oberärzte beigebracht wurden. Wir haben bereits in den ersten Tagen mit Staunen eine Schweinelunge beatmet, verschiedene Verbrennungsgrade gesehen und gelernt, wie wir Infusionen verabreichen und Zugänge legen.
Damit der theoretische Teil nicht zu trocken wird, werden diese Inhalte direkt mit einem Praxisteil, bei dem wir Auszubildenden das Auffinden und Versorgen von Notfall- oder Traumapatienten erlernen, kombiniert. Dies üben wir an dem sogenannten ABCDE- Schema, mit dessen Hilfe wir uns an einigen verschiedenen möglichen Krankheits- und Unfallbildern entlanghangeln können. Geübt wird das Auffinden in Form von Fallbeispielen. Das bedeutet, dass einer aus der Gruppe oder jemand von außen einen Patienten mit unbekannten Krankheitssymptomen oder Verletzungen darstellt, der von einem behandelnden Zweierteam versorgt werden muss. Mich erinnert diese spielerische Lernmethode durchaus mehr an ein Detektivspiel oder ein Rätsel, dessen Lösung wir aufdecken müssen, als dass es wie eine Lernmethode erscheint. Dadurch lernen wir nicht nur mögliche Symptombilder kennen, sondern lernen auch, unter Stress zu arbeiten und erlangen eine Form von Routine, die uns in unserem späteren Alltag auf der Rettungswache, aber auch in Kliniken helfen wird.



In den nächsten Wochen werden wir unseren ersten Theorieblock nach dem bisherigen Konzept beenden, bevor es dann in die Praktika geht. Nach dem Klinik- und Rettungswachenpraktikum findet ein Abschlusslehrgang statt, bis wir Mitte Dezember unsere Weiterbildung mit einer theoretischen und praktischen Abschlussprüfung beenden und hoffentlich alle bestehen!
Bisher bringt mir die Ausbildung zur Rettungssanitäterin sehr viel Spaß, und ich bin schon ganz gespannt auf die kommenden Wochen.
// Nike Mumm