Carsten Wittmaack
Bis 2035 will Elmshorn klimaneutral sein. Ein ambitioniertes Ziel, das nur erreicht werden kann, wenn möglichst viele Bürger ihren Teil dazu beitragen. Doch Klimamanager Markus Pietrucha betont, dass die Stadt dabei nicht auf Zwang setzen will, sondern auf Freiwilligkeit. „Wir wollen motivieren, beraten und fördern“, fasst Pietrucha zusammen. Der Klimaschutz müsse als Gemeinschaftsaufgabe begriffen werden. Die angestrebte Klimaneutralität „kriegen wir nur alle zusammen hin“, betont der Klimamanager.
Das sind Elmshorns CO2-Emissionen
„Am Ende wird es aber nicht reichen, nur die Unternehmen mitzunehmen. Wir müssen auch die privaten Haushalte erreichen“, erklärt Pietrucha. Das wird allein schon anhand der CO2Emissionen deutlich, die Elmshorn in die Luft ausstößt. Fast gleichauf an der Spitze liegen private Haushalte (35 Prozent) und die Industrie (32 Prozent), gefolgt vom Verkehr (22 Prozent) und dem Sektor Gewerbe und Handel (10 Prozent).
Der Klimamanager will die Bürger „ohne den erhobenen Zeigefinger“ für das Projekt gewinnen. Die Umsetzung dürfe „nicht auf dem Rücken der Menschen“ erfolgen. Das Schlagwort Gerechtigkeit spiele dabei eine tragende Rolle, „und natürlich auch das Geld“. Das von der einstigen Ampelkoalition ins Spiel gebrachte Klimageld sei dabei eine Möglichkeit, „die ich gutheiẞen würde“, sagt Pietrucha.„Doch das liegt nicht in unserem Einflussbereich“.

Mitspracherecht ist begrenzt
Pietrucha macht aber auch deutlich, dass Klimaneutralität nicht zum Nulltarif zu haben ist: „Es reicht nicht, nur den Müll richtig zu trennen.“ Am Ende müssten „größere Hebel bedient werden, so weitermachen wie bisher wird dauerhaft nicht gehen.“ Elmshorn Klimamanager verspricht, bei der Umsetzung auf Sozialverträglichkeit zu achten. Sein Motto:„ Wir wollen keinen in den Ruin treiben.“
Bei den städtischen Gebäuden würde längst schon auf Klimaneutralität geachtet. „Wir als Verwaltung haben da eine Vorbildfunktion“, so Pietrucha. Groß sei , der Einfluss auch bei den Ver- und Entsorgungseinrichtungen wie den Stadtwerken. „Die bieten beispielsweise schon heute nur noch Ökostrom an.“ Auch bei Themen wie Straßen und Stadtplanung gebe es Möglichkeiten der Einflussnahme. Bei privaten Bauten sei die allerdings begrenzt. „Etwa bei Baugebieten dürfen wir nicht einfach Heizung oder Dämmung vorschreiben“, erklärt Pietrucha.„Aber wir können darüber natürlich mit einem Investor verhandeln.“ Land und Bund hätten„dank ihrer Gesetzgebungsmöglichkeiten da viel mehr Einfluss“. Statt strikte Vorgaben zu machen, wolle man in Elmshorn motivieren, beraten und fördern. Wobei die Beratung auch zukünftig vor allem durch externe Fachleute erfolgen soll.
Klimamanager steht Rede und Antwort
Und die „Wir koordinieren nur“, erklärt Pietrucha. Stadt wolle aufzeigen, dass Klimaschutz für die Bürger auch einen Mehrwert bietet. „Etwa, wenn es um kürzere Wege geht oder eine grünere Stadt.“ Lebenswert-normal heißt das in Elmshorn - in Anspielung an die Stadtmarke supernormal.