Dunkle Rauchschwaden verschleiern den Blick. Die Hitze des Feuers dringt durch jede Naht des Schutzanzuges und das Atmen fällt trotz Maske schwer. Jetzt einen klaren Kopf zu behalten und den richtigen Weg durch das brennende Gebäude im Blindflug finden? Höchstleistung. „Das muss besser gehen“, hat sich der heute 24 Jahre alte Flensburger Vincent Hock gedacht und mit „HomeResQ“ eine Lösung gefunden.
Doch einmal auf Anfang zurück: Schon als Zwölfjähriger hatte Vincent Hock Spaß am „Um-die-Ecke-denken“. „Mein Vater hat immer zu mir gesagt: Löse für Menschen Probleme, tu es mit gutem Herzen, und der Rest kommt von allein.“ Seine erste Website sollte eine Info-Plattform für Basketballspieler werden. Unzählige kreative Ideen folgen, viele werden verworfen, viele davon umgesetzt. Zudem beginnt Vincent Hock in Flensburg internationales Management zu studieren.
Das Konzept zu „HomeResQ“ entstand vor fünf Jahren. „Man muss sich nur vorstellen, wie es wäre, mit geschlossenen Augen durch die eigene Wohnung zu gehen. Wahrscheinlich würde man irgendwo gegenlaufen, obwohl man die Räume kennt. Dann hat man eine Vorstellung, wie es Einsatzkräften gehen muss.“ Das Grundprinzip: Über eine digitale „Rettungskarte“ können Haus- und Wohnungsbesitzer ihre Objektdaten unkompliziert und sicher digitalisieren und für Feuerwehr und Rettungskräfte zugänglich machen. Ob Gebäudestruktur, Gefahrstellen, Raumaufteilung, Hausanschlüsse, besondere Gefahrenquellen oder die Anzahl von Bewohnern – die hinterlegten Informationen sorgen dafür, dass Hilfe schneller und gezielter eintrifft, wenn es darauf ankommt. Zugriff auf die Daten bekommt im Ernstfall nur die zuständige Wehr. „Der Datenschutz ist absolut gewährleistet“, sagt der Entwickler. Für die Feuerwehrleute ist die Nutzung kostenfrei.
Völlig unerwartet stirbt der Vater und Mentor. „Er war immer ein Kämpfer, das habe ich von ihm“, sagt er. Doch trotz des Schicksalsschlages lässt sich Vincent Hock nicht vom Weg abbringen. Eine glückliche Fügung wird 2023 das erste Treffen mit seinem heutigen Geschäftspartner Leonard Mergel aus Elmshorn.

„Er hatte bereits HomeResQ entwickelt, das Konzept war meinem sehr ähnlich und wir beide waren damals auf der Suche, nach jemandem, der mit im Boot ist.“ Die beiden tun sich zusammen und entwickeln „HomeResQ“ gemeinsam weiter. „Leo ist bei uns der, der sich mit der Technik auskennt, ich bin der, der den Vertrieb gut kann.
Mittlerweile hat „HomeResQ“ einiges an Aufmerksamkeit bekommen und wurde unter anderem in der Fernsehsendung „Die Höhle der Löwen“ vorgestellt. Auch zeigen immer mehr Feuerwehren im Land Interesse an der Idee. Ziel ist es, das System flächendeckend in Deutschland und darüber hinaus anbieten zu können. Was das Start-up-Erfolgsrezept für den 24-Jährigen ist? „Die Menschen, mit denen ich darüber spreche, spüren meine Leidenschaft und mein Herzblut. Mein Vater hat mir beigebracht, Gedankengänge und Bedürfnisse von Menschen zu analysieren und Wege zu finden, sie zu unterstützen. Das Wichtigste ist, die Augen und Ohren immer offenzuhalten.“ // Julia Voigt
Karriere im Stillstand?
So gelingt der nächste Schritt
Die Kollegen steigen auf, während die eigene Karriere stagniert. Ein Phänomen, das viele Berufstätige kennen: Trotz guter Leistungen bleibt die ersehnte Beförderung aus. Woran liegt das – und vor allem: Was lässt sich dagegen tun? Claudia Sorg-Barth von der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung und Stephan Megow, Leiter der internationalen Personalvermittlung bei Robert Half in Nordrhein-Westfalen, geben Tipps.
Welche Gründe dazu führen können, dass die Karriere ausbleibt.
Dass die Karriere stagniert, kann die unterschiedlichsten Gründe haben. Sie reichen von den betrieblichen Rahmenbedingungen, wie etwa der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens, über Zwischenmenschliches, bis hin zu taktischen Entscheidungen. So hätten Studien gezeigt, dass manche Führungskräfte auf die Beförderung Einzelner verzichten, um bestehende Arbeitsteams nicht zu zerstören, erklärt Stephan Megow. Häufig sei jedoch eine Diskrepanz zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung der Grund für das Ausbleiben des Karriereschubs. Die gute Nachricht: Die eigene Karriere lässt sich meistens ankurbeln.
Schritt 1: Eigenanalyse
Und ins Tun zu kommen, ist auch schon der wichtigste Schritt, wenn es darum geht, voranzukommen. „Viele Menschen glauben, wenn sie sich nur genügend anstrengen, werden sie auch gesehen. Das kann stimmen. Manchmal muss man sich aber auch auf die Bühne stellen“, sagt Sorg-Barth. Nicht einfach abzuwarten, sondern die eigenen Wünsche und Ziele proaktiv anzusprechen, rät deshalb auch Stephan Megow.
Schritt 2: Das Gespräch suchen
Solch ein Gespräch will vorbereitet sein und sollte nie zwischen Tür und Angel stattfinden, rät der Personalberater. Besser eignen sich klar terminierte Entwicklungsoder Feedbackgespräche. „Dann sollte man sachlich und faktenbasiert an das Thema ran gehen. Welche Erfolge habe ich bereits erbracht und welche Leistungen werden noch von mir erwartet? Wie lautet mein Karriereplan? Nicht jeder Chef weiß das von seinen Mitarbeitern“, sagt Megow.
Schritt 3: Gemeinsame Lösungen entwickeln
Manchmal lassen sich die eigenen Pläne nicht sofort umsetzen, doch ist das Ziel erst formuliert, können sich in Abstimmung mit den Vorgesetzten neue Wege dorthin eröffnen. „Einen Karriereschritt sollte man immer gemeinsam mit dem Unternehmen gehen“, findet Claudia Sorg-Barth. „Ich stelle dar, was meine Stärken sind, arbeite aber auch heraus, wo ich mich noch stärker einbringen, vielleicht weiterbilden, möchte. Eventuell muss ich auch bereit sein, mehr zu leisten und in Vorleistung zu gehen“, sagt sie.
Wie man gut mit beruflichen Misserfolgen umgeht
Nicht immer führen Entwicklungsgespräche zum Erfolg. Entscheidend ist dann die Art und Weise des Feedbacks. Aus welchen Gründen konnte auf meine Wünsche nicht eingegangen werden? Herrschte Verständnis für mein Unwohlsein oder ging niemand auf mich ein? „Im beruflichen Leben sind wir immer wieder mit Frust und Rückschlägen konfrontiert. Eine Option kann sein, mit der Führungskraft eine andere Lösung zu finden, sagt Claudia Sorg-Barth. // dpa/tmn