Manna-hata. Hügeliges Land. So nannten die indigenen Amerikaner vom Stamm der Algonkin und Lenni Lenape jene in der Mündung eines Flusses gelegene Insel, die ihnen im 17. Jahrhundert für Waren im Wert von 60 Gulden von Seefahrer Peter Minuit abgekauft wurde.
Der Fluss ist heute als Hudson River bekannt, benannt nach dem Briten Henry Hudson, welcher den Strom im Jahre 1609 für die Niederländische Ostindien-Kompanie in der Hoffnung erkundet hatte, eine Nordwestpassage nach Asien zu entdecken. Die dortigen reichen Pelzbestände, etwa von Waschbären, weckten das Interesse vieler Europäer. Auch Tabakanbau erwies sich im vorherrschenden Klima als ertragreich. Der aus Wesel stammende Minuit wurde 1626 von der Westindien-Kompanie in die bereits bestehende Kolonie Nieuw-Amsterdam entsandt, um den in Ungnade gefallenen dortigen Gouverneur abzulösen. Rasch wurde er für seine außergewöhnliche Empathie den Ureinwohnern gegenüber bekannt - eine in rauen Zeiten kostbare und ungewöhnliche Eigenschaft. Sie war wohl mitverantwortlich für eine längere Periode der friedlichen Koexistenz von Indigenen und Einwanderern. Intrigen kosteten ihn seine Position, und Minuit wurde vom Niederländer Peter Stuyvesant abgelöst, der sich dafür einsetzte, Alkohol und Waffen von der indigenen Bevölkerung fernzuhalten. 1664 von den Engländern erobert, erhielt die spätere Weltmetropole ihren bis heute gültigen und weltbekannten Namen: New York.
„Bereits zu diesem Zeitpunkt wanderten Nordfriesen, die auch Jahrzehnte nach der großen Sturmflut von 1634 (bekannt als „Zweite Mandränke“) unter deren Folgen litten, auf beschwerlichen und gefährlichen Routen ins Land ein. In unserem Jahrhunderte gehen sie nach allen Küsten der Erde… und kehren nimmer wieder, als hätten sie nie eine Heimat gehabt“, beklagte 1845 der Amrumer Friese Knut Jungborn Clement. Die Kunde von fernen Ländern, großen Möglichkeiten und Reichtümern erreichte die Daheimgebliebenen durch rund 250 Jahre praktizierten Walfang und die Handelsschifffahrt. Der deutsch-dänische Krieg 1864 und die damit verbundenen Veränderungen wie die Einführung einer dreijährigen Wehrpflicht lösten in Kombination mit wirtschaftlichen Nöten nach dem Ende der Seefahrt mit wenig ertragreichen Ernten eine Auswanderungswelle, besonders in die „neue Welt“ Amerika, aus. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges herrschten Hunger und Arbeitslosigkeit. Der Fremdenverkehr war noch nicht in Schwung gekommen. Rund 500 Föhrer und Amrumer kehrten in den 1950er- und 60er-Jahren ihrer Heimat den Rücken, um in Amerika ihr Glück zu finden. Annette Keisat