1724 von algerischen Kaperfahrern verschleppt, machte der Amrumer Hark Olufs in Nordafrika eine erstaunliche Karriere: vom Sklaven bis zum Oberbefehlshaber der Kavallerie.

Seeräuber, Sklavenmarkt und ein spektakulärer Aufstieg am Hof eines nordafrikanischen Herrschers: Die Lebensgeschichte des Amrumers Hark Olufs liest sich wie ein Abenteuerroman. Doch Olufs hat sie später selbst aufgeschrieben. 1708 in Süddorf geboren, fuhr er schon als Junge zur See. 1724 wurde die „Hoffnung“, an der sein Vater beteiligt war, auf dem Weg von Nantes nach Hamburg nahe den Scilly-Inseln von algerischen Kaperfahrern aufgebracht. Olufs wurde nach Algier verschleppt und auf dem Sklavenmarkt verkauft. Seine Familie konnte das Geld für einen Freikauf nicht aufbringen.
Im Dienst des Beys von Constantine begann ein erstaunlicher Aufstieg: Vom Lakaien wurde Olufs Schatzmeister, dann Kommandeur der Leibgarde und 1732 schließlich Oberbefehlshaber der Kavallerie. Nach der Eroberung von Tunis schenkte man ihm „aus Gewogenheit zu ihm“ am 31. Oktober 1735 seine Freiheit, wie es der Föhrer Heimatforscher Christian Nerong bereits 1886 in seinem Buch „, Führer durch Föhr und Amrum“ beschrieb. 1736 kehrte Olufs nach Amrum zurück und heiratete ein Jahr später Antje Harken, mit der fünf Kinder hatte.
1747 veröffentlichte Olufs seine Erlebnisse in einer Autobiografie. Bis heute erzählt auch sein „sprechender Grabstein“ auf dem Friedhof von St. Clemens in Nebel von dieser außergewöhnlichen Lebensreise der wohl spektakulärsten, die je auf Amrum ihren Anfang nahm und die am 13. Oktober 1754 dort auch ihr Ende fand.
Das Haus von Hark Olufs steht bis heute in Süddorf auf Amrum. Unter dem Namen Haus Martinen ist dort mittlerweile ein Hofladen mit Bäckerei zu finden. Der historische Roman „Der General des Bey“ von Udo Weinbörner hat dem Leben von Hark Olufs zudem ein literarisches Denkmal gesetzt. Lars Peters und Armin Struve