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Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

Regionale Lebensmittel sind oft nachhaltiger, da sie kürzere Transportwege haben, was zu geringeren Emissionen und weniger Verpackungsmüll führt. Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn

Wie jeder die Welt ein bisschen besser machen kann

Fahrrad statt Auto, Gemüse statt Fleisch, Second-Hand statt neuer Klamotten: Schon kleine Verhaltensänderungen können große Schritte hin zu einem nachhaltigeren Leben sein und Menschen insgesamt krisenfester machen, sagt der Verbraucherrechtsexperte Tobias Brönneke.

Nach seiner Auffassung unterschätzen die meisten noch immer die Effizienz solcher Maßnahmen. Gerade angesichts globaler Krisen sollte jeder mehr im persönlichen Bereich tun. „Nachhaltig handeln hilft gegen politische Ohnmacht. Wir werden resilienter, wenn wir uns einen Handlungsspielraum bewahren“, meint der Professor vom Institut für Verbraucherforschung und nachhaltigen Konsum (vunk) an der Hochschule Pforzheim.

Es fängt beim Essen an

„Wir sollten etwas stärker in die Küche der Großeltern schauen“, sagt Brönneke. Mehr Linsen, weniger Fleisch, mehr regionales Obst, weniger weit gereiste Früchte, mehr Hafer statt Kuhmilch: Wer bewusst koche, tue etwas für Klima und Umwelt, so der Forscher. Er hält zudem regelmäßige Fastentage für sinnvoll, an denen auf Fleisch verzichtet wird.

Unternehmen aus der Region

Auto öfter stehen lassen

Auch müssten nicht alle Einkaufswege oder Fahrten zur Arbeit mit dem Auto zurückgelegt werden. Oft gehe es auch mit dem Rad oder dem ÖPNV. Autofahrer könnten Car-Sharing-Modelle prüfen. Arbeitnehmer könnten bei Arbeitgebern nach E-Bike-Leasingmodellen fragen oder nach der Übernahme von Deutschland-Tickets für die Bahn.

Kleider abändern lassen

Second-Hand statt neuer Klamotten ist ein Weg, sich nachhaltig anzuziehen. Der Experte verweist aber auch auf Kleidertauschbörsen nach dem Beispiel Dänemark. Und warum nicht mal das Loch selbst flicken, statt den Pulli wegzuwerfen? Und vielleicht lässt sich die zu klein gewordene Herrenanzugshose beim Änderungsschneider sogar zur stylishen Damenhose umfunktionieren?

Auf Label achten

Wer nicht nur für die Umwelt nachhaltig handeln, sondern auch sozial etwas Gutes tun will, sollte auf kleine Schildchen achten. So garantieren Label wie „Fairtrade“ oder der „Grüne Knopf“, dass Kleidung unter fairen Bedingungen in den Herkunftsländern hergestellt wurde. Das Label „Xertifix“ stellt etwa bei im Ausland Grabsteinen hergestellten sicher, dass keine Kinderarbeit im Spiel war.

Wechsel zum Biostrom

Für das gute Gewissen muss es nicht gleich eine Solar-Anlage auf dem Dach sein. Balkonkraftwerke sind ein guter Anfang. Und schon ein Wechsel zu einem Stromanbieter, der ausschließlich erneuerbaren Strom aus Energiequellen anbietet, sei ein Schritt zum nachhaltigeren Stromverbrauch, sagt Brönneke. Auch gibt es die Möglichkeit, anteilig oder vollständig von herkömmlichem Erdgas auf Biogasbezug umzusteigen.
dpa-tmn


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