Die Pflanze „Herbstzeitlose“ steht sinnbildlich dafür, dass es nicht nur im Frühjahr, sondern auch im „Herbst des Lebens“ viel zu entdecken und mit Spaß zu tun gibt.

Der Chor für Menschen mit Demenz und deren Angehörige ist ein Projekt der Zentralen Kontaktstelle für Selbsthilfe (ZKS) im DRK. „Der Chor versteht sich als Form der Selbsthilfe“, sagt Andrea Osbahr, die Leiterin der ZKS Neumünster. Demenzbetroffene können sich nicht mehr selbst organisieren. Aber Liedtexte können sie sich besser merken als andere Dinge. Das Singen wird mit positiven Emotionen verknüpft, so dass die Gedächtnisfunktionen sich verbessern. Auch in der Pause wirken die Betroffenen viel wacher und aufmerksamer. Dieser Effekt ist nicht von Dauer, aber er löst ein glückliches Gefühl bei den Sängern dieses besonderen Chors aus. Gesungen werden oft bekannte alte Lieder, die die Menschen aus ihrer Jugendzeit kennen. Die Unterstützerinnen des Chors berichten, dass auch neue Liedtexte besser gelernt werden. Alle Unterstützer arbeiten ehrenamtlich mit viel Herzblut, nur die erfahrene Chorleiterin Ulrike Vogt wird bezahlt. Einige Sänger werden auch von ihren Angehörigen begleitet.
„Durch die Schwere der Erkrankungssymptome ist ein hoher Personalaufwand für jede Probe erforderlich“, berichtet Andrea Osbahr. „Die Stühle müssen aufgestellt und Getränke bereitgestellt werden. Bei manchen ist auch Hilfe beim Toilettengang erforderlich. Das Wichtigste ist aber, dass sich alle wohl fühlen“, so Andrea Osbahr.
Die Proben finden jeden Montag von 10 bis 12 Uhr im Caspar-von-Saldern-Haus in der Musikschule statt. Freude am Singen ist notwendig, aber keine Notenkenntnisse. Auch das Stadium der Erkrankung ist unwichtig. Die Teilnahme am Chor ist kostenfrei dank der Dr.-Hans-Hoch-Stiftung. So ist es jedem einkommensunabhängig möglich, in diesem Chor mitzusingen und die Gemeinschaft zu genießen. Außer den regelmäßigen Proben finden auch Ausflüge mit Angehörigen statt oder ein gemeinsames Frühstück vor Weihnachten. Für diese Freizeitaktivitäten des Chors sind Spenden willkommen. Ansprechpartnerin: Andrea Osbahr, Diplom-Sozialpädagogin, Tel: 04321-4191-19
//Heike Norda