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Deftiges zur Faschingszeit

Graue Erbsen mit Kochwurst, Kasseler, Schweinebacke und Speckstippe gehören in Elmshorn und Umgebung zur Faschingszeit dazu. Foto: Marianne Meißner

Das traditionelle Graue-Erbsen-Essen wird in zahlreichen Restaurants angeboten

Alle Jahre wieder kommen in Elmshorn zur Faschingszeit die Grauen Erbsen auf die Teller der gastronomischen Betriebe. Im Laufe der Jahre ist diese Tradition weit über die Stadtgrenzen hinaus aufgenommen worden, und so können auch in den Umlandgemeinden und Städten die Grauen Erbsen mit deftigen Beilagen genossen werden.

Unternehmen aus der Region

Für die Köche bedeutet dies, rechtzeitig mit der Planung zu beginnen, denn graue Erbsen brauchen ihre Zeit, damit aus den getrockneten und eiweißreichen Feldfrüchten ein deftiges Schlemmermahl wird. Etwa einen Tag, bevor die Hülsenfrüchte in den Topf zur Weiterverarbeitung kommen, müssen sie eingeweicht werden. Danach stehen die Erbsen noch einige Stunden auf dem Herd, bis sie die herrlich weiche Konsistenz haben. Serviert wird dann mit einer Fleisch- und Kochwurstbeilage, Salzkartoffeln und Speck stippe. Wer sich das deftige Mahl nicht entgehen lassen und in geselliger Runde zu sich nehmen will, der sollte rechtzeitig im Restaurant seiner Wahl einen Tisch bestellen. Von einem bis zu mehreren Tagen hintereinander werden dort die Grauen Erbsen mit Beilagen angeboten.

Unternehmen aus der Region

Graue Erbsen halten einige Jahre

Die Grauen Erbsen können auch in der heimischen Küche selbst zubereitet werden. In zahlreichen Supermärkten p sind die getrockneten Kapuzinererbsen sowohl lose als auch abgepackt zu bekommen. Trocken und kühl gelagert können die getrockneten Grauen Erbsen über einige Jahre aufbewahrt werden, ohne dass sie Schaden nehmen.

Um den Brauch ranken sich viele Geschichten

Graue Erbsen gibt es auch lose zu kaufen. Foto: Marianne Meißner
Graue Erbsen gibt es auch lose zu kaufen. Foto: Marianne Meißner
Unternehmen aus der Region

Allein in Elmshorn und Umgebung werden schätzungsweise an die neun Tonnen der getrockneten Hülsenfrüchte verarbeitet. Pro Portion werden zirka 150 Gramm gerechnet.

Die Kapuzinererbsen werden überwiegend in Osteuropa als Futterpflanze an-gebaut. Wenn die Hülsenfrüchte geerntet werden, sind sie grau. Daher kommt auch der Name „Graue Erbse“. Erst nach ein bis zwei Jahren Lagerung ist die getrocknete Frucht braun und hat dann nach der Zubereitung den typischen linsenartigen Geschmack. Wegen ihres hohen Eiweißgehalts eignet sich die Kapuzinererbse sehr gut als Viehfutter. Um die Entstehung des Graue-Erbsen-Essens in Elmshorn ranken sich viele Geschichten. Hier ist eine: In einem besonders harten Winter waren alle Lebensmittelvorräte in Elmshorn verbraucht, nur an der Kruck, dem damaligen Hafen von Elmshorn, lagen noch einige Säcke Graue Erbsen. Mit diesem letzten Rest an Lebensmitteln, der gratis an die Bevölkerung verteilt wurde, haben sich die Einwohner über Fastnacht gerettet. Zur Erinnerung an diese Zeit werden nun von den Gastwirten an ihre Gäste rund um den Fastnachtsdienstag Graue Erbsen mit Beilagen gereicht. 


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