Schließen
Um Ihre Registrierung abzuschließen, gehen Sie in Ihr E-Mail-Postfach und folgen dem Link in der Bestätigungsmail. Danach können Sie den Artikel frei lesen. E-Mail erneut senden

Unser größtes Organ hautnah

FOTOS & GRAFIK: SHUTTERSTOCK (4)

Wenn wir unsere Haut einmal ausmessen, würden wir je nach persönlichem Körperformat auf rund zwei Quadratmeter kommen. Unsere Haut umhüllt uns und somit alle unsere Organe, Knochen, Muskeln und was uns sonst am Leben hält. Sie ist unser Schutzwall, unser Sinnesorgan. Ihr Aufbau folgt einem klaren Masterplan in drei Schichten. Das Wunderorgan einmal in Kürze erklärt:

ETAGE EINS: DIE OBERHAUT

Ganz oben, also der Teil der Haut, den wir berühren können, wird Epidermis genannt. Das Wort „Epi“ stammt aus dem Griechischen und heißt übersetzt “auf” und Dermis heißt die „Haut“. So könnte man Epidermis auch mit Oberhaut benennen. Sie ist die Hautschicht, die wir berühren und sehen können. In der Regel ist sie nur knapp bis zu 0,1 Millimeter dick und so dünn sie ist, sie ist unser Panzer, Hautschutzbarriere und Säureschutzmantel. Sie kann sich hoher Druckbelastung stellen und wenn es sein muss, wie etwa an der Fußsohle, bis zu zwei Millimeter verdicken. 

Sie wehrt sich gegen Chemikalien, Gifte und Allergene aus der Umwelt und sie ist unser körpereigener Sonnenschutz. Unter die Lupe genommen, sieht man, dass die Epidermis aus feinen Linien besteht, die in mehrere Richtungen verlaufen und kleine hügelige Felder bilden. Deswegen werden diese Muster auch „Felderhaut“ genannt. Unsere Handflächen und Fußsohlen unterscheiden sich in der Struktur vom Rest. Sie sind stabiler, was uns beim Laufen, Tasten und Greifen hilft. Dafür hat die Haut dort mehr Schweißdrüsen - deswegen schwitzen wir besonders an Handinnenflächen und Fußsohle bei Anstrengungen und auch bei emotionaler Anspannung am meisten, ein Relikt aus der Steinzeit. 

ETAGE ZWEI: DIE LEDERHAUT

Der „Epidermis“ folgt die Lederhaut „Dermis“ (Corium). Die Lederhaut hat ihren Namen von ihrer zähen Reißfestigkeit, aber auch von ihrer Elastizität. So ist sie auch rund zwei Millimeter dick und besteht hauptsächlich aus Bindegewebe (Kollagen). In ihr befinden sich unzählige Sinnesrezeptoren, die beispielsweise für unser Warm- und Kälteempfinden verantwortlich sind, sowie Haarwurzeln, Talg- und Schweißdrüsen. Aber auch Gefäße und Nerven sowie Muskelzellen durchlaufen die Dermis. Außerdem ist diese Hautschicht unsere Klimaanlage. Sie regelt über die Durchblutung die Wärmeabgabe des Körpers und ist zudem ein wichtiger Teil unseres Immunsystems. 

ETAGE DREI: DIE UNTERHAUT

Sehen wir uns die dritte Etage der Haut an, treffen wir auf die sogenannte Subcutis (oder Subkutis). „Sub“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „darunter“, „Cutis“ ist die Bezeichnung für die Schicht aus Ober- und Lederhaut. Die Unterhaut ist unser Stoßdämpfer, der Puffer des Körpers. Ohne sie würden wir ziemlich knochig aussehen. Die Subcutis ist mit der darüber liegenden Lederhaut (Dermis) über starke Bindegewebezüge fest verbunden. Solche Strukturen verbinden sie auch mit darunter liegenden Strukturen wie zum Beispiel Sehnen, Faszien oder Knochenhaut. Diese Verbindung kann an einigen Stellen des Körpers so stark sein, dass die Unterhaut mit ihrer Unterlage zu einem einheitlichen, nicht verschiebbaren Gebilde wird. Das ist zum Beispiel an der Kopfhaut der Fall, wo man dann von Kopfschwarte spricht. Und in der Unterhaut befindet sich auch unsere „Biopren“-Isolierschicht gegen Unterkühlung, das sogenannte Unterhautfettgewebe. Dünne Menschen haben davon weniger, als diejenigen, die mehr Polster haben. Deswegen frieren sie auch schneller. jvo

WAS SONST NOCH IN DER HAUT STECKT

Hautdrüsen, Haare sowie Finger- und Zehennägel nennt man Hautanhangsgebilde.

• Nägel und Haare bestehen aus Hornschuppen. Die Nägel schützen Finger- und Zehenspitzen, während die Körperbehaarung beim Menschen – im Gegensatz zum Fell bei Säugetieren – an der Regulierung der Körpertemperatur nur noch wenig beteiligt ist. Dafür sorgt mittlerweile die Bekleidung.

• Talgdrüsen geben Hauttalg ab, der die Haut mit seinen Fettsäuren geschmeidig macht. Bei zu geringer Talgproduktion wird die Haut trocken.

• Schweißdrüsen regulieren die Körpertemperatur. Zudem unterstützt Schweiß den Säureschutzmantel der Haut. Der Säureschutzmantel setzt sich aus Talg, Schweiß und Hornzellen zusammen und schützt vor dem Eindringen von Krankheitserregern.

• Die Duftdrüsen sind besondere Schweißdrüsen, die sich unter anderem in den Achseln befinden.

Meine Favoriten:
Alle Orte: