Zwei Jahre nach dem Start des Versorgungsprojektes SKIP-SH am Campus Kiel weitet das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) sein Engagement zur Förderung der Peritonealdialyse weiter aus: Unter der Leitung von PD Dr. Martin Nitschke, Stellvertretender Klinikdirektor und Bereichsleiter Nephrologie und Transplantation an der Medizinischen Klink I, wurde nun auch am Campus Lübeck eine entsprechende Koordinierungsstelle aufgebaut. Ziel ist es, die wohnortnahe Versorgung für Menschen mit chronischer Nierenerkrankung zu unterstützen und die Peritonealdialyse landesweit als eine Alternative zur Hämodialyse zu etablieren.
Die Peritonealdialyse – auch Bauchfelldialyse genannt – übernimmt wie die Hämodialyse lebenswichtige Aufgaben der Nieren, wenn deren Funktion versagt. Während die Hämodialyse mehrmals pro Woche in spezialisierten Zentren durchgeführt wird, ermöglicht die Peritonealdialyse eine eigenständige Durchführung zu Hause – mit deutlich größerer Flexibilität im Alltag. Beide Verfahren gelten in Bezug auf die Lebenserwartung als gleichwertig, doch viele Betroffene profitieren bei der Bauchfelldialyse von mehr Lebensqualität. Auch unter Kosten- und Personalaspekten bietet sie Vorteile. Trotzdem nutzen bundesweit nur rund sechs Prozent diese Therapieform – in Schleswig-Holstein waren es vor dem Start des Versorgungsprojekts SKIP-SH sogar noch weniger. Das Expertenteam des UKSH will das dauerhaft ändern, mit Unterstützung des Landes Schleswig-Holstein. „Unser Ziel ist es, diese Therapie in allen Regionen Schleswig-Holsteins bekannter und zugänglicher zu machen“, sagt PD Dr. Kevin Schulte, Initiator des Projekts und stellvertretender Direktor der Klinik für Innere Medizin IV am UKSH, Campus Kiel.


Das Vorhaben des UKSH vernetzt ambulante und stationäre Einrichtungen und begleitet Betroffene beim Einstieg in die Bauchfelldialyse. Die Koordinierungsstellen bieten niedergelassenen Fachkräften und ihren Patientinnen und Patienten umfassende Unterstützung: Dazu zählen Schulungen, Beratung und eine rund um die Uhr erreichbare Ansprechstruktur für Komplikationen.
In West-Schleswig-Holstein zeigt sich bereits eine messbare Zunahme der durchgeführten Peritonealdialysen. Jetzt ist auch der Osten des Landes mit dem Campus Lübeck in das Projekt eingebunden. Hier hat Ole Hudowenz, Facharzt an der Medizinischen Klinik I, in enger Abstimmung mit dem Kieler Projektteam die Leitung des Programms übernommen. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung sind gegeben: Neben der engen Zusammenarbeit mit niedergelassenen nephrologischen Praxen bietet der Campus Lübeck eine starke interdisziplinäre Struktur. Besonders hervorzuheben ist die Kooperation mit der Kardiologie und dem Herzinsuffizienz-Netzwerk, das ebenfalls vom Land gefördert wird.
„Menschen mit chronischer Nierenerkrankung leiden häufig auch an Herzschwäche. Die Peritonealdialyse gilt für diese Patientengruppe als besonders schonendes Verfahren, da sie den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt gleichmäßiger reguliert als die Hämodialyse und somit das Herz entlastet“, erläutert PD Dr. Martin Nitschke. „Unser Anspruch ist es, für jede Patientin und jeden Patienten die bestmögliche Therapie zu finden und dabei eng mit allen beteiligten Fachbereichen zusammenzuarbeiten.“
Weitere Informationen: www.skip-sh.de

Kontakt:
peritonealdialyse.kiel@uksh.de
peritonealdialyse.luebeck@uksh.de
Text + Foto: UKSH
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