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Krebs bei Frauen: moderne Therapien - individuell abgestimmt

Fortschritte, die Hoffnung geben: Dank innovativer Kühlkappen erhalten Patientinnen am Brustzentrum die Möglichkeit, das Haar unter Chemotherapie zu erhalten. Dr. Martina Brügge (li.), Leitung der Chemoambulanz, und Prof. Dr. Marion van Mackelenbergh (re.) überzeugen sich in der Visite vom Erfolg.

Frauenklinik am UKSH Kiel: Interdisziplinäre Krebsmedizin mit modernen Therapien, Studien und umfassender Betreuung bei Brust-, Eierstock- und weiteren gynäkologischen Tumoren

Von Brust- bis Eierstockkrebs: Die Frauenklinik am UKSH Kiel begleitet Patientinnen interdisziplinär – mit aktuellen Medikamenten, Studien und Unterstützung im Alltag.

Eine Krebsdiagnose verändert vieles – und sie wirft Fragen auf, die weit über die Medizin hinausgehen. In der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Campus Kiel, werden Patientinnen mit Krebserkrankungen der Frauenheilkunde umfassend betreut. Dazu zählen neben dem Brustkrebs (Mammakarzinom) auch Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) sowie weitere Tumorerkrankungen wie Gebärmutterkörper-, Gebärmutterhals- oder Vulvakrebs. Ziel ist eine Therapie, die medizinisch bestmöglich ist und zugleich zur individuellen Lebenssituation passt.

Ein zentraler Baustein ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Denn je nach Tumorart und Krankheitsstadium kommen unterschiedliche Behandlungsbausteine infrage – von Operation über Strahlentherapie bis zur medikamentösen Tumortherapie. „Unsere Stärke liegt neben unserer großen Erfahrung in der engen Verzahnung verschiedener Fachdisziplinen – von der Gynäkologie über die Radiologie und Onkologie bis hin zur Psychoonkologie“, betont Prof. Dr. Nicolai Maass, Direktor der Frauenklinik. Therapieempfehlungen werden fachübergreifend in regelmäßigen Tumorkonferenzen besprochen, um den besten Therapiepfad zu finden.

Beim Brustkrebs haben sich die Behandlungsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. In der kurativen Behandlungssituation spielt häufig der neoadjuvante Ansatz - also eine medikamentöse Therapie vor der Operation – eine wichtige Rolle. Je nach Tumorbiologie kommen neben klassischen Chemotherapeutika unter anderem Antikörpertherapien, Immuntherapien, endokrine Therapien oder weitere zielgerichtete Therapien zum Einsatz. Therapieempfehlungen werden regelmäßig an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst.

In der ambulanten Krebstherapie am Campus Kiel stehen dafür alle aktuellen Systemtherapien sowie Therapiestudien zur Verfügung; allein 2023 wurden dort über 1.000 intravenöse Systemtherapien durchgeführt. Operativ bietet das Team am Campus Kiel das Spektrum der gynäkologischen und rekonstruktiven Brustchirurgie an der konkrete Eingriff wird in enger Abstimmung mit der Patientin festgelegt. Ein zusätzliches Angebot sind Kühlkappensysteme, die während einer Chemotherapie die Kopfhaut gezielt kühlen und so eine Möglichkeit bieten, dem oft als sehr belastend empfundenen Haarverlust entgegenzuwirken.

Auch beim Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) werden Therapien zunehmend differenzierter. Abhängig vom Erkrankungsstadium folgt nach einer Operation häufig eine Chemotherapie. Bei etwa 20 Prozent der Patientinnen lassen sich krankheitsauslösende Mutationen in den BRCA1/2-Genen oder Defekte in der DNA-Reparatur nachweisen. In diesen Fällen schließt sich meist eine orale Erhaltungstherapie mit PARP-Inhibitoren an; bei wiederkehrender Erkrankung werden häufig erneut Chemotherapien oder PARP-Inhibitoren eingesetzt.

Nicht immer wird Krebs früh entdeckt. Auch bei fortgeschrittenen oder metastasierten Erkrankungen gibt es Behandlungsmöglichkeiten, die eine Verbesserung oder Kontrolle der Erkrankung über lange Zeiträume ermöglichen können. Dann stehen Wirkung, Verträglichkeit und Lebensqualität besonders im Fokus.

Am Campus Kiel wird großer Wert auf palliativmedizinische Beratung und Supportivtherapie sowie den engen Austausch mit Selbsthilfegruppen gelegt. Die Frauenklinik ist zudem Teil des Universitären Cancer Centers Schleswig-Holstein (UCCSH), in dem sich alle onkologischen Fachrichtungen des UKSH und der Universitäten Kiel und Lübeck zusammengeschlossen haben.

Weitere Informationen: www.uksh.de/frauenklinik-kiel

Text + Foto: UKSH

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