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White Dinner auf Föhr: Ganz in Weiß im Sonnenuntergang von Utersum

Fotos: Föhr Tourismus GmbH / Pelle Motzke (2)

Am 12. Juni lädt das White Dinner wieder zum gemeinsamen Genießen unter freiem Himmel ein. Als malerische Kulisse dient der Strand von Utersum.

Seine Idee stammt aus Frankreich und wurde, laut diverser Internetquellen zum Thema White Dinner, quasi aus der Not geboren. Im Jahr 1988 gab der Franzose François Pasquier eine Gartenparty, welche derart überfüllt war, dass sie kurzerhand in den nahegelegenen Bois de Boulogne, einen Stadtpark im Pariser Westen, verlegt wurde. Später verabredete man sich jeden Juni zu einem gemeinsamen Picknick an einem öffentlichen Ort in Paris. Verpflichtend für alle Teilnehmer war die vollständig weiße Kleidung von Kopf bis Fuß. Dieser Ansatz hat an vielen Orten Nachahmer gefunden – so auch auf Föhr. 

Am 12. Juni wird es wieder ein „White Dinner“ auf Föhr geben. Als malerische Kulisse dafür dient der Utersumer Strand, wo zu späterer Stunde der schönste Sonnenuntergang zu erleben ist. Auch ohne das weiße Picknick ist dieser ein insulares Highlight, welchem auch viele Insulaner gerne beiwohnen. 

Pauline Petersen, Mitarbeitende des Insel-Boten Föhr, hat das erste „White Dinner“ im Jahr 2016 als Azubi-Projekt auf Föhr durchgeführt. Damals befand sie sich noch in der Ausbildung zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit bei der Föhr Tourismus GmbH. „Es gab Live-Musik mit der Künstlerin Norma, die gebürtig von Föhr stammt und auf Platt, Friesisch sowie Hochdeutsch performte“, erinnert sich die jetzige sh:z-Mediaberaterin in Wyk. „Am Strand wurden Bierzeltgarnituren aufgebaut und jeder hat etwas zu essen mitgebracht.“ 

Diese gelungene Veranstaltung hat eine starke Resonanz bei der Gemeinde Utersum nach sich gezogen, dass sie als fester Termin zwei Mal im Jahr in den Veranstaltungskalender übernommen wurde. 

Bei dem Dîner en blanc (französisch für „Abendessen in weiß“) handelt es sich um eine Form des Social Dinings und die Begrifflichkeit bezeichnet das eigentlich auf Privatinitiative beruhende, über soziale Netzwerke organisierte und verbreitete Massenpicknick weiß gekleideter Menschen an prominenten städtischen Orten. Der Organisationsform nach handelt es sich um eine kultivierte, stilvolle Variante eines Flashmob. Mittlerweile erfreut sich das „White Dinner“ einer großen Beliebtheit und ist derart etabliert, dass Städte und Gemeinden regelmäßig ein solches Event durchführen. 

Ziel dabei ist es, Menschen unterschiedlicher gesellschaftlicher Schichten in einer stimmungsvollen Atmosphäre und weißer Bekleidung zusammenzubringen. Dabei sind dem Ideenreichtum keine Grenzen gesetzt. Hier und da blitzt schon mal eine ausgefallene Kopfbedeckung durch, welche an berühmte Pferderennen erinnert, bei denen die Wahl des Hutes auch eine große Bedeutung hat. Auch kulinarisch wird die edle Farbe Weiß gewählt. Kreative Rezeptideen finden sich beispielsweise auf der Ideenplattform Pinterest, wo es vom Aperitif bis hin zum exklusiven Dessert einiges zu entdecken gibt. Die Bedingungen für ein White Dinner sind variabel. In der Ursprungsidee sehen sie aber Folgendes vor: selbst mitgebrachte Tische und Stühle werden zu langen Tafeln zusammengestellt, alle Teilnehmer bringen ein dreigängiges Menü und Getränke (vorzugsweise Champagner) mit. Das Dîner en blanc galt lange als exklusives Oberschicht-Event ohne kommerzielle oder politische Hintergründe. Allerdings hat sich der Charakter der Veranstaltung mittlerweile verändert und zieht Menschen aus jeder Gesellschaftsschicht an. So zeichnen sich gerade die Ableger in Deutschland dadurch aus, dass sie explizit jeden animieren, daran teilzunehmen. Die Anzahl der Teilnehmenden geht mittlerweile in die Tausende.

Laut den weiter vorne erwähnten Internetauskünften gibt es in Hannover das Dîner bereits seit 2008, üblicherweise an ständig wechselnden Orten. Allerdings hat auch dieser Aspekt sich verändert und das Event findet einen festen Platz im Veranstaltungskalender etlicher Orte und somit auch eine wiederkehrende Location. 

Nach der Deutschland-Premiere 2008 in Hannover fand am 29. Mai 2010 das erste Dîner en blanc Berlin am Bebelplatz mit etwa 400 Teilnehmern statt. Und am 1. Juli 2010 trafen sich knapp 500 Gäste ganz in weiß im Münchner Hofgarten. 2011 trafen sich zum Dîner en blanc knapp 1000 Menschen in Berlin am Gendarmenmarkt und rund 800 in München auf dem Wittelsbacherplatz. 

Der Gedanke zu einer weltweiten Verbreitung wurde inzwischen vom Sohn des Gründers, Aymeric Pasquier, in Montreal aufgegriffen. Das ursprüngliche Dîner en blanc ist ohne jede Kommerzialität. Von Eventveranstaltern, Sektherstellern und anderen Unternehmen werden inzwischen mancherorts professionelle Veranstaltungen mit Eintrittspreis und Catering angeboten. 2014 planten zwei Berliner Agenturen entsprechende profitorientierte Veranstaltungen in München. Diese Form wird von den Gründern des Dîner en blanc abgelehnt. Silke Kurtz

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