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Plattdeutsch kann in der Pflege Türen öffnen

Gabriele Becker-Jensen, Leiterin der Pflegeschule Kiel an der UKSH Akademie

Gabriele Becker-Jensen, Schulleiterin der UKSH Akademie in Kiel, über Plattdeutsch in der Pflege und die Chancen für den Nachwuchs

Interview mit der Leiterin der Pflegeschule Kiel an der UKSH Akademie

Frau Becker-Jensen, warum ist Plattdeutsch in der Pflege mehr als nur ein regionaler Akzent?
Weil Sprache in der Pflege mehr ist als Informationsaustausch. Gerade für Menschen mit Demenz, Hochbetagte oder Personen die sich nur noch eingeschränkt äußern können, kann eine vertraute Sprache Sicherheit und Nähe vermitteln. Wer mit Plattdeutsch aufgewachsen ist, wird dadurch oft auf einer sehr direkten, emotionalen Ebene erreicht. Es geht um Vertrauen, Orientierung und das Gefühl: Ich werde verstanden.

Sie sprechen in diesem Zusammenhang von Basaler Stimulation. Was bedeutet das?
Basale Stimulation ist ein pflegerisches Konzept, das die Wahrnehmung von Menschen fördern soll, wenn sie durch Alter, Krankheit oder Behinderung eingeschränkt sind. Dabei spielen grundlegende Reize eine Rolle: Berührung, Geräusche, Düfte, Musik oder Sprache. Oft sind es kleine, bewusste Impulse mit großer Wirkung. Wenn Plattdeutsch die Muttersprache eines Menschen ist, kann schon ein einfacher Satz in dieser Sprache eine Brücke bauen.

Was kann Plattdeutsch in einer konkreten Pflegesituation bewirken?
Es kann Momente schaffen, in denen ein Mensch wieder auflebt. Jemand, der kaum noch reagiert, zeigt vielleicht plötzlich Aufmerksamkeit oder fühlt sich sichtbar angesprochen. Sprache kann Erinnerungen, Gefühle und Identität wecken. Plattdeutsch ist dann nicht nur ein Stück regionaler Kultur, sondern auch ein Stück Zuhause. Gerade im Norden kann das in der Pflege eine große Rolle spielen.

Warum ist das auch kulturell wichtig?
Weil Pflege immer den ganzen Menschen im Blick haben sollte. Dazu gehören nicht nur medizinische Bedürfnisse, sondern auch Biografie, Herkunft und sprachliche Prägung. Wer einen Menschen in seiner vertrauten Sprache anspricht, zeigt Respekt vor seinem Leben. Man signalisiert: Deine Geschichte zählt. Gerade in einer Zeit, in der vieles schneller und anonymer wird, ist das ein wertvoller Teil guter Pflege.

Was bedeutet das für junge Menschen, die über eine Ausbildung in der Pflege nachdenken?
Pflege ist heute ein vielseitiger und anspruchsvoller Beruf. Es geht um Fachwissen, aber genauso um Beziehung, Beobachtung und Kommunikation. Wer zusätzlich regional verwurzelt ist oder vielleicht sogar Plattdeutsch spricht, bringt eine besondere Kompetenz mit. Das kann im Berufsalltag sehr hilfreich sein und zeigt: Persönlichkeit und Professionalität gehören in der Pflege zusammen.

An der UKSH Akademie lernen Auszubildende, wie wichtig neben Fachwissen auch Einfühlungsvermögen, Kommunikation und ein sensibler Zugang zu Menschen in der Pflege sind.
An der UKSH Akademie lernen Auszubildende, wie wichtig neben Fachwissen auch Einfühlungsvermögen, Kommunikation und ein sensibler Zugang zu Menschen in der Pflege sind.

Was macht die Pflegeausbildung an der UKSH Akademie aus Ihrer Sicht attraktiv?
Die Ausbildung verbindet Fachlichkeit mit Menschlichkeit. Sie bereitet auf einen Beruf vor, in dem Kompetenz und Einfühlungsvermögen gleichermaßen gefragt sind. Wer sich für Pflege entscheidet, übernimmt Verantwortung und arbeitet nah am Menschen. Themen wie kultursensible Kommunikation zeigen, wie differenziert Pflege heute gedacht wird. Genau das macht die Ausbildung an der UKSH Akademie für viele junge Menschen interessant: Sie ist praxisnah, sinnstiftend und eröffnet gute Perspektiven.

Unternehmen aus der Region

Interessiert? Jetzt bewerben!
Die UKSH Akademie bietet jährlich jeweils zum 1.2., 1.4., 1.8. und 1.10. Ausbildungsplätze zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann sowie in acht weiteren medizinischen Ausbildungsberufen an den Standorten Kiel und Lübeck an. Bewerbungen sind ganzjährig möglich, bevorzugt online.

www.uksh.de/akademie/ausbildung

Text + Fotos: UKSH


Mit Herz in die Zukunft: Karriere im Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen zählt zu den wichtigsten und krisensichersten Branchen Deutschlands. Gleichzeitig werden qualifizierte Fachkräfte dringend gesucht. Die quatraCare Gesundheitsakademie am Campus Neumünster bietet daher praxisnahe Qualifizierungen für Menschen, die beruflich neu durchstarten oder sich weiterentwickeln möchten.

Besonders gefragt ist die Teilqualifizierung oder Umschulung zur/zum Medizinischen Fachangestellten (MFA). Absolvent:innen eröffnen sich vielseitige Einsatzmöglichkeiten - beispielsweise in Arztpraxen, Kliniken oder medizinischen Versorgungszentren. Die nächsten Kursstarttermine sind am 06.07.2026 sowie am 02.11.2026, jeweils in Vollzeit oder Teilzeit.

Auch im pflegerischen Bereich bestehen attraktive Einstiegsmöglichkeiten: Interessierte können monatlich in die Qualifizierung zur Pflegehelfer:in oder Betreuungskraft starten. Ergänzend bietet quatraCare Aktualisierungsschulungen an, um vorhandenes Fachwissen aufzufrischen und beruflich auf dem neuesten Stand zu bleiben.
Ein zusätzlicher Vorteil: Führerscheinerwerb und Deutschförderung sind möglich – wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt.

Die Teilnahme an vielen Angeboten kann unter bestimmten Voraussetzungen durch das Jobcenter, die Agentur für Arbeit oder den Arbeitgeber gefördert werden.

Infoveranstaltung am Campus Neumünster: Jeden Mittwoch um 14:00 Uhr informiert das Team persönlich über Qualifizierungen, Fördermöglichkeiten und berufliche Perspektiven im Gesundheitswesen.

Text: quatraCare Gesundheitsakademie

KONTAKT & BERATUNG

Unter bildungsberatung@quatra-care.de oder telefonisch unter 04321-6908034 und den nächsten Karriereschritt im Gesundheitswesen starten.

quatraCare Gesundheitsakademie
Kuhberg 35-37 | 24534 Neumünster
www.quatra-care.de


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