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Freisprechung der Tischler-Innung in Steinburg: „Es fängt jetzt erst richtig an“

Die Lehrlingsbeauftragte Stefanie Staack (l.) mit den ehemaligen Auszubildenden und ihren Gesellenstücken. Foto: Tischlerinnung

Tradition und Zukunft des Tischlerhandwerks: Junge Tischler feiern erfolgreichen Ausbildungsabschluss und den Schritt in den Gesellenstand

Drei kräftige Hammerschläge eröffneten auch in diesem Jahr die Freisprechungsfeier der Tischlerinnung - ganz nach alter Tradition und mit den Worten „in Ehrbarkeit, Wahrhaftigkeit und Treue“. Mit diesem symbolischen Ritual wurden die erfolgreichen Auszubildenden offiziell in den Gesellenstand erhoben und dürfen sich von nun an Tischlergesellinnen und Tischlergesellen nennen. 

Da der neu gewählte Obermeister Wolfgang Alexander seinen Urlaub bereits vor seiner Wahl geplant hatte, übernahm Lehrlingswartin und Innungsmitglied Stefanie Staack die Begrüßung der zahlreichen Gäste sowie der frischgebackenen Gesellinnen und Gesellen. 

„Heute ist der Tag, auf den ihr viele Jahre hingearbeitet habt“, sagte die Tischlermeisterin und erinnerte an den langen Weg bis zur bestandenen Gesellenprüfung. Unter dem Motto „Handwerk ist die Kunst, mit Händen zu schaffen, was im Kopf entsteht“, würdigte sie die Leistungen des Tischlernachwuchses. Von den ersten Skizzen im Winter über die technische Zeichnung bis hin zu den vielen Stunden in der Werkstatt sei viel Fleiß, Konzentration und Herzblut in die Gesellenstücke geflossen. „An euren Gesellenstücken sieht man, dass ihr alles gegeben habt“, betonte Staack weiter und erinnerte daran, dass Holz ein besonderer Werkstoff sei - „lebendig, vielseitig und zugleich anspruchsvoll.“ 

Dass bei der Anfertigung des Gesellenstücks Fehler passieren können, ließ die Lehrlingswartin nicht unerwähnt. Denn: Fehler gehörten dabei zum Handwerk. Entscheidend sei jedoch nicht, dass sie passieren, sondern wie man mit ihnen umgehe. „Ein guter Tischler lernt aus seinen Fehlern und entwickelt sich ständig weiter“, sagte Staack weiter und erinnerte alle Jung-Gesellen daran, dass mit dem Gesellenbrief in der Hand das Lernen keineswegs beendet sei. „Es fängt jetzt erst richtig an.“ Gleichzeitig warf Staack einen Blick in die Zukunft des Handwerks. Digitalisierung, Nachhaltigkeit, neue Werkstoffe und moderne Fertigungstechniken veränderten den Beruf stetig. Dennoch bleibe eines unverändert: „Menschen werden immer schöne, funktionale und hochwertige Möbel, Fenster, Türen, Innenausbauten und Treppen brauchen.“ Dafür brauche es Menschen, die Verantwortung übernehmen, mitdenken und ihr Handwerk verstehen. „Das kann keine künstliche Intelligenz ersetzen. Qualität entsteht am Ende immer durch Menschen.“

Unternehmen aus der Region

Neben den Worten an die Junggesellinnen und Junggesellen richtete sie ihren Dank an die Ausbildungsbetriebe, die Ausbilderinnen und Ausbilder, die Lehrkräfte der Berufsschule sowie an Familien und Freunde. Sie alle hätten die Nachwuchshandwerker während ihrer Ausbildung unterstützt und ihnen den Rücken freigehalten. Ein besonderer Dank galt außerdem dem Autohaus Eskildsen, das erneut seine Räumlichkeiten für Prüfungen, Ausstellung der Gesellenstücke und Freisprechungsfeier zur Verfügung stellte.

Nach Grußworten von Vertretern der Berufsschule, des Prüfungsausschusses - und etwas, der Kreishandwerkerschaft folgte schließlich der Höhepunkt der Veranstaltung: die Übergabe der Gesellenbriefe. „Ab heute dürft ihr euch Tischlergesellin und Tischlergeselle nennen - etwas, worauf ihr wirklich stolz sein dürft“, gab Stefanie Staack den Absolventen mit auf den Weg. Mit einem augenzwinkernden Wunsch verabschiedete sie den Nachwuchs in das Berufsleben: „Tragt unser Handwerk mit Stolz in die Zukunft und habt immer ein gutes Stück Holz in der Hand.“

Kristina Mehlert

Herzlichen Glückwunsch
Bestanden haben Ihre Prüfung:

Joachim Eifler (Ifasol GmbH, Kremperheide), Robin Feld(Ossenbrüggen GmbH & mann Co. KG, Beidenfleth), Constantin Martin Folgman (Wolfgang Alexander, Itzehoe), Lotta Felina Galonska (Tischlerei Gerd u. Thomas Rave GmbH, Kemperheide), Fabian Noel Stier (rekord-fenster +türen GmbH &Co. KG, Dägeling), Merle Ahmling (Jan Roloff, Engelbrechtsche Wildnis), Tom Luca Hansen (rekord-fenster +türen GmbH & Co. KG, Dägeling), Robin Knop (Tischlerei Gerd u. Thomas Rave GmbH, Kemperheide), Philipp Ratjen (Innungsbester, Thomas Struckmann, Fitzbek), Johann Sienknecht (Holzbau Raap Tischlerei Treppen Innenausbau GmbH &Co. KG, Schenefeld).


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