Großer Tag für die Nachwuchskräfte im Kraftfahrzeug-Gewerbe. Während einer Feierstunde in der Westerhorner Gaststätte Rhodos wurden 48 erfolgreiche Auszubildende freigesprochen und erhielten ihre Gesellenbriefe als Kfz-Mechatroniker. „Es war für alle nicht immer eine leichte Zeit und neun Auszubildende haben die Prüfungen Theorie oder Praxis auch nicht bestanden. Aber mit einer Durchschnittsnote von 3,5 bei allen Auszubildenden können wir durchaus zufrieden sein“, sagte Sascha Libansky, Obermeister der Kfz-Innung des Kreises Pinneberg und stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für die Lehrlingsausbildung.

Libansky betonte, dass es für einige Auszubildende, aber auch für einige Betriebe schwierig sei, die heutigen Anforderungen zu erfüllen. „Besonders im Zusammenhang mit der E-Mobilität und der damit verbundenen Hochvolttechnick gibt es zum Teil Probleme. Die kleinen Betriebe, in denen auch ausgebildet wird, können sich die hierfür notwendige teure Technik kaum leisten. Da haben es die großen Markenbetriebe schon etwas leichter“, sagte er. Er persönlich leihe seine Auszubildenden schon mal für einige Wochen an die großen Betriebe aus, damit sie nähere Kenntnisse in der Hochvolttechnik erhalten können.
Auch Ralf Deiters von der Pinneberger Berufsschule freute sich über den erfolgreichen Abschluss des Ausbildungsjahrgangs und blickte auf die dreieinhalbjährige Ausbildungszeit zurück. „Es ist in der Berufsbildung nicht mehr so wie zu unseren Zeiten. Wir müssen heute offener werden für die Probleme und Wünsche der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Ich musste feststellen, dass anstatt Bücher oder Hefte heute das Handy an erster Stelle des Equipments auch für die Berufsausbildung steht“, sagte Deiters. Er dankte den Ausbildungsbetrieben für deren Einsatz und betonte, dass im laufenden ersten und zweiten Jahrgang wiederum mehr als 100 junge Menschen ausgebildet werden. „Nur so kann es auch weitergehen“, betonte der Pädagoge.
Von den 48 erfolgreichen Auszubildenden traten drei durch ihre Leistungen bei den Prüfungen besonders hervor. Leon Konkel, Kilian Köppen und Niklas Shishikin wurden als beste Auszubildende des Jahrgangs ausgezeichnet. Sie erhielten von Gunnar Schulz, Verkaufshausleiter des Autoteilelieferanten Matthies, Gutscheine für verschiedene Trainingsseminare, die das Unternehmen anbietet. „Das Lernen geht auch nach der Gesellenprüfung weiter“, betonte Schulz.
Als einzige weibliche Auszubildende des Jahrgangs freute sich Sarah David aus Pinneberg über die bestandene Prüfung. „Eigentlich war ich ja ein bisschen faul für die Berufsschule. Ich bin eher eine Praktikerin und packe gern an“, sagte sie. Zur Wahl ihrer Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin sei sie durch ihren Vater gekommen. „Der schraubte immer an seinem Motorrad herum und ich durfte mitmachen. Das hat mir großen Spaß gemacht. Jetzt arbeite ich an Autos“, erklärte die 21-Jährige. Und sie denkt auch schon an die Zukunft: „Es wäre doch klasse, wenn ich später mal als Kfz-Meisterin meinen männlichen Kollegen etwas vormachen kann.“
Hermann Mohrdieck