Schließen
Um Ihre Registrierung abzuschließen, gehen Sie in Ihr E-Mail-Postfach und folgen dem Link in der Bestätigungsmail. Danach können Sie den Artikel frei lesen. E-Mail erneut senden

Ein Tattoo und Mäuse als Souvenirs

Zwei Mäuse lautete der Wunsch von Lena. Foto: dpa

Ein Urlaub mit zwei Töchtern ist eine Herausforderung

Immer wieder treffen wir uns mit meiner Freundin Anja, um uns wiederzusehen und Neuigkeiten auszutauschen. Und grade jetzt nach den Ferien hat man wirklich was zu erzählen.

Ljudmila Schulz (59)
Ljudmila Schulz (59)

Anja war mit ihren Kindern in Italien, alleine, ohne ihren Mann, der blieb zu Hause wegen der vielen Arbeit im Büro. „Vor meinem Auge zeichnete sich ein Sonnenuntergang am Meer oder ein romantisches Essen unter Palmen ab“, erzählte Anja schmunzelnd. Von wegen! „Jeden Abend als ich und meine kleine siebenjährige Tochter Lena schon im Bett lagen, wollte die Große unbedingt noch zur Disko. Sie hat sich über eine Stunde geschminkt und jetzt alles umsonst?“

Die Disko lief, sie hörte die Musik von draußen und Lisa (14) blickte hasserfüllt auf die Uhr. Dort sind natürlich viele hübsche italienische Jungen, die immer für einen kurzen Urlaubsflirt bereit sind. Die kleine ist todmüde und möchte nur schlafen.

Und Anja kann sie unmöglich alleine im Hotelzimmer lassen. Aber auch Lisa ist noch zu jung, um alleine auszugehen. „Wir bleiben alle hier. Es geht nichts anders“, bestimmt Anja.

Mit säuerlichem Gesicht macht Lisa eindeutige in Anjas Handbewegung Richtung und verschwindet heulend im Bad. Anja aber überlegte einen Moment, ob sie der Tochter ein Stück Wassermelone hinterher schlendern sollte, ließ es dann aber sein. Alle sind sauer, na wenn schon. Schuldbewusst und traurig lag Anja im Bett. Und das jeden Abend!

Dann kommt die Taktik der Mutter

Anja stand kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Um noch den Rest vom Urlaub zu retten, änderte Anja die Taktik und sagte: „Okay, morgen hat jeder von euch einen Wunsch frei.“ Das ließen die Kinder nicht zweimal sagen. Sie wussten, ihre Mutter hält immer Wort.

Und nun sitzen die drei die nächsten Tage abends im Hotelzimmer. Das Versprechen hat ein kleines Wunder vollbracht, die beiden Schwestern sind ganz glücklich. Lena spielt zufrieden mit zwei Mäusen aus der Zoohandlung und die Große hat jetzt ein schickes Tattoo auf dem Rücken, keine permanente Tätowierung, aber mindestens für einen Monat, ein neues Kleid und dazu noch ein passendes Stirnband. Alles zusammen hat Anja ein kleines Vermögen gekostet. Aber sie lächelt über ihre eigene Findigkeit und Pfiffigkeit.

Die Kinder schienen aber die Kunst gut zu verstehen, die Chance schnell zu nutzen. Lena fasste die Hand der Mutter und blickte mit ihren großen Augen flehend zu ihr auf: „Vielleicht noch Kaninchen?“ „Nein“, entgegnet Anka entschieden. Die Große lacht, aber auch Lisas Grinsen verging, als ich sagte: „Keine Tiere mehr, und kein Nasen- oder Nabelpiercing.“

Vergnügt, gebäunt, mit einem Tattoo und mit Mäusen sind sie nach Hause zurückgekommen. Die Mäuse rascheln zwar in der Nacht, aber sie sind sehr zahm und niedlich geworden. Aber das nächste Mal will Anja ihren Mann mit den Kindern in den Urlaub schicken, er braucht auch mal richtige Erholung.

„Und du?“, fragt Anja mich nach meinem Urlaub. Ich lache: „Wie immer. Zu Hause. Ganz entspannt im Betrieb gearbeitet“

Meine Favoriten:
Alle Orte: