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Ausprobieren, wie man ohne Eltern zurechtkommt

Die Zeltlager-Kinder übten unter anderem das Mitmachlied„Mein Gott ist höher als die Berge“ ein. Foto: Hans-Jürgen Kühl

Kirchliches Zeltlager in Todenbüttel trifft wieder einmal den Nerv der Kinder – nur die Fahrradrallye fällt kurzfristig aus

Hauptsächlich aus Hohenwestedt und Umgebung sowie aus Bad Schwartau kamen die 43 Kinder, die an einem traditionsreichen Zeltlager in Todenbüttel teilnahmen. Seit 46 Jahren schon bietet die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde (SELK) Hohenwestedt ihre Ferienfreizeit an.

Und die Freizeit hat etwas mit dem Wacken Open Air gemeinsam, wie Inga Lüthje weiß: „Wir sind jedes Jahr komplett ausgebucht.“ Bis vor ein paar Jahren wurde das Zeltlager im Hohenwestedter Ferienpass angekündigt. Jetzt nicht mehr, weil „wir immer schon voll besetzt sind, wenn der Ferienpass erscheint“.

Warum ist die Aktion so beliebt? „Weil es nur drei Nächte sind, was ein guter Zeitraum ist, wenn man ausprobieren will, wie die Kinder ohne Eltern zurechtkommen, und weil man immer Freunde vom letzten Jahr wiedertrifft“, erklärte Inga Lüthje, die als Kind schon am Zeltlager teilnahm und nun zum zehnköpfigen Betreuerteam gehört. Die Leitung hatte Pastor Klaus Bergmann.

Das Zeltlager begann für die Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren wie immer mit einem zweistündigen Gemeinschaftsabenteuer: der Zwölf-Kilometer-Fahrradfahrt von der Dreieinigkeitskirche in Hohenwestedt zum „Haus im Kirchengrund“ in Todenbüttel.

Am ersten Tag gab es auch schon einen Vorgeschmack auf das, was an allen vier Tagen ein Hauptprogrammpunkt sein sollte: spielen, basteln, toben und singen zum Thema biblische Tiergeschichten. „Das ist ein gut geeignetes Thema, weil Kinder Tiere lieben“, erläuterte Pastor Bergmann, „in der Beschäftigung mit Natur und Umwelt vermitteln wir den Kindern eine Idee von Gott, was ja unsere Kernkompetenz ist.“

Am ersten Tag gab es außerdem einen Kinoabend mit dem Animationsfilm „Oops! Die Arche ist weg!“ Am zweiten Tag musste eine geplante Fahrradrallye wegen eines Gewitters abgesagt werden, stattdessen wurden Handschmeichler gefilzt, ehe abends noch am Lagerfeuer gegrillt und gesungen wurde.

Am dritten Tag ging es nachmittags ins Freibad nach Beringstedt und abends auf eine Nachtwanderung rund um Todenbüttel. Und am vierten Tag wurde ein Abschlussfest mit den Eltern und Großeltern gefeiert, die gekommen waren, um ihre Kinder und Enkel samt Zelten und Fahrrädern wieder nach Hause zu chauffieren. khl

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