Herr Biercher, Sie haben kürzlich gesagt, dass eine Ausbildung der beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit ist.
Eine solide Ausbildung ist in der Tat ein fundamentaler Baustein für eine stabile berufliche Zukunft. 2024 betrug die Arbeitslosenquote von Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung in Schleswig-Holstein 20,8 Prozent. Sie war damit fast siebenmal höher als die Arbeitslosenquote von Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung. (3,1%). Bildung schützt auf jeden Fall vor Arbeitslosigkeit.
Herr Goldbeck, die IHK Schleswig-Holstein verzeichnet erfreulicherweise einen Anstieg in den Ausbildungszahlen. Was sind Ihrer Meinung nach die Hauptgründe für dieses positive Wachstum?
Mehrere Faktoren spielen hier eine Rolle. Erstens haben wir intensiv in unsere Kommunikationsstrategien investiert, um die Vorteile einer dualen Ausbildung hervorzuheben. Soziale Medien haben sich dabei als hervorragendes Werkzeug erwiesen. Wir arbeiten auch eng mit Schulen zusammen, um Schüler und Lehrer frühzeitig zu sensibilisieren. Initiativen wie Ausbildungsrallyes oder Berufsmessen dienen dazu, praxisnahe Einblicke und erste Erfahrungen zu vermitteln.
Herr Stamer, wie macht das Handwerk junge Menschen auf die besonderen Karrieremöglichkeiten aufmerksam, die es bietet?
Das Handwerk bietet einzigartige Karrierewege, die wir deutlich betonen. Es gibt eine tiefe Erfüllung, die mit der Arbeit eigener Hände verbunden ist. Handwerkliche Berufe bieten zudem hervorragende Aufstiegsmöglichkeiten, vom Gesellen hin zum Meister und potenziell zum Geschäftsführer eines eigenen Betriebs. Wir heben auch die maßgebliche Rolle des Handwerks im Klimaschutz hervor. Jedes Gewerk leistet hier einen Beitrag, sei es im Bauwesen, in der Energiegewinnung oder auch in traditionelleren Berufen.
Herr Dr. Görtz, wie unterstützen die Kreise die Ausbildungsinitiativen?
Wir stellen sicher, dass die Infrastruktur für die berufliche Bildung auf dem neuesten Stand ist, denn eine qualitativ hochwertige Ausbildung benötigt moderne. Einrichtungen und einen praxisnahen Unterricht. Unterricht. Darüber hinaus ist es entscheidend, ein wirtschaftsfreundliches Klima zu schaffen, in dem neue Betriebe sich ansiedeln und bestehende expandieren können.
Herr Biercher, der demografische Wandel ist ein weiteres großes Thema. Was bedeutet das konkret für junge Arbeitnehmer und die Arbeitskultur in Schleswig-Holstein?
Der demografische Wandel wird in den kommenden Jahren stark spürbar sein, da viele unserer erfahrenen Arbeitskräfte in Rente gehen werden. Dies führt zu einer doppelten Herausforderung: Zum einen müssen wir die bestehenden Kapazitäten aufrechterhalten, zum anderen sind wir gezwungen, Nachwuchs aus- und weiterzubilden, um diese Lücke zu füllen. Für junge Menschen eröffnet sich dadurch ein bislang nie dagewesenes.
Spektrum an Wahlmöglichkeiten. Wir brauchen die nächste Generation, um sowohl in Handwerk, Industrie als auch in Dienstleistungssektoren Führungsrollen zu übernehmen. Die Ausbildungsbrüche zum Meister oder gar zur Selbstständigkeit.
//Julia Voigt